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Schlüsselthemen COP28: Verringerung, Anpassung, Klimafinanzierung - "Es wird gehandelt, aber zu wenig"




29.11.23 13:37
Aegon Asset Management

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Die diesjährige UN-Klimakonferenz, COP28, beginnt am Donnerstag in Dubai, so Ritchie Thomson, Senior Responsible Investment Associate bei Aegon Asset Management.

In dem kürzlich veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms über die Emissionslücke (mit dem treffenden Untertitel "Broken Record") werde aufgezeigt, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen im Jahr 2022 einen neuen Höchststand erreicht hätten. Hinzu komme, dass 2023 mit ziemlicher Sicherheit das wärmste Jahr aller Zeiten werde. Vor diesem Hintergrund würden viele Experten glauben, dass die diesjährige COP die letzte Chance sein könnte, das 1,5 Grad Celsius-Ziel des Pariser Abkommens einzuhalten. Diese Annahme sei nicht unberechtigt.

Sowohl der diesjährige Tagungsort (in einem der größten Erdöl-produzierenden Länder der Welt) als auch der Tagungspräsident (der Chef der staatlichen Erdölgesellschaft, Dr. Sultan Al Jaber) seien umstritten. Das Gastgeberland führe nicht nur formell den Vorsitz bei den UNFCCC-Verhandlungen, sondern habe auch die Möglichkeit, die internationale Debatte über den Klimawandel zu beeinflussen. Drei Themen der diejährigen Konferenz seien für die Ziele des Pariser Abkommens von zentraler Bedeutung: Verringerung, Anpassung und Klimafinanzierung.

Der wichtigste Diskussionspunkt der diesjährigen COP28 werde wahrscheinlich die Ergebnisse der ersten globalen Bestandsaufnahme (GST) sein und was dies für die Stärkung der Klimaschutzmaßnahmen bedeute. Die GST sei im Rahmen des Pariser Abkommens eingeführt worden und solle bewerten, wie gut man auf globaler Ebene bei der Erreichung der gesetzten Ziele vorankomme. Im September habe das UNFCCC seinen GST-Synthesebericht veröffentlicht, in dem die bisherigen Fortschritte und die Bereiche für künftige Entwicklungen dargelegt worden seien.

Die Ergebnisse des Berichts seien nicht gerade ermutigend gewesen und die wichtigste Schlussfolgerung habe gelautet: "Es wird zwar gehandelt, aber an allen Fronten ist noch viel mehr nötig". Der Bericht unterstreiche die Notwendigkeit, dass die Länder sowohl ihre Zielvorgaben im Rahmen ihrer national festgelegten Beiträge (NDC) als auch ihre Umsetzungspläne zur Erreichung dieser Ziele verstärken würden. In Bezug auf die Umsetzungsmaßnahmen sei die Bedeutung der Systemtransformation in allen Sektoren hervorgehoben worden, einschließlich des Ausbaus der erneuerbaren Energien und des Ausstiegs aus allen fossilen Brennstoffen ohne Abstriche.

In seinem Schreiben an die Vertragsparteien habe Dr. Al Jaber die Verdreifachung der Kapazität an erneuerbaren Energien und die Verdopplung der Steigerungsrate der Energieeffizienz bis zum Jahr 2030 als erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sowie den beschleunigten schrittweisen Abbau statt des Ausstiegs aus der Nutzung fossiler Brennstoffe genannt. Der letzte Punkt, der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe bzw. der vollständige Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe, werde bei den Verhandlungen wahrscheinlich für viel Diskussionsstoff sorgen.

Ein wichtiges Ergebnis der letztjährigen COP in Ägypten sei der Loss-and-Damage-Fonds gewesen, der die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und die Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Auswirkungen unterstützen solle. Es hätten jedoch Einzelheiten zu seiner praktischen Umsetzung gefehlt (z. B. sein Anwendungsbereich, welche Länder abgedeckt würden und woher die Mittel kommen würden). Über diese Punkte müssten sich die Regierungen nun auf der COP28 einigen.

Darüber hinaus bestehe ein Hauptziel des Pariser Abkommens im Hinblick auf die Anpassung in der Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Verringerung der Anfälligkeit gegenüber dem künftigen Klimawandel. Die Regierungen sollten einen Rahmen zur Erreichung dieses Ziels verabschieden, um mehr Klarheit darüber zu schaffen, was dies in der Praxis bedeute und wie Fortschritte gemessen werden könnten.

Was die Klimafinanzierung im Allgemeinen betreffe, so sei es für die Entwicklungsländer eine ständige Quelle der Frustration, dass die Industrieländer das 2009 vereinbarte jährliche Finanzierungsziel von 100 Mrd. USD nicht erreichen würden. Die Frist für eine Einigung auf ein neues Ziel laufe zwar erst auf der COP im nächsten Jahr ab, doch würden in Dubai deutliche Fortschritte bei diesem Ziel erwartet.

Klimakonferenzen würden oft mit einem gewissen Zynismus betrachtet, vor allem wegen des vermeintlichen Mangels an Fortschritten bei einigen früheren Konferenzen, aber die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend, wenn man die Ziele des Pariser Abkommens erreichen wolle.

Das Tempo des Übergangs könne durch eine stärkere internationale Zusammenarbeit wesentlich erhöht werden, was zu einer schnelleren Innovation, zur Erzielung größerer Skalenerträge und zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen für Klimalösungen auf wettbewerbsfähigen internationalen Märkten führen könne. Diese Faktoren wiederum würden langfristige Unternehmensinvestitionen unterstützen. (29.11.2023/ac/a/m)







 
 
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