Wien (www.aktiencheck.de) - Sanofi-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:
Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie der Sanofi S.A. (ISIN: FR0000120578, WKN: 920657, Ticker-Symbol: SNW, Euronext Paris-Symbol: SAN, NASDAQ OTC-Symbol: SNYNF).
Sanofi habe im dritten Quartal 2024 mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von EUR 4,6 Mrd. (+14,4%) ein starkes Ergebnis erzielt. Der Nettogewinn habe sich auf EUR 2,82 Mrd. belaufen, was einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr entspreche. Diese positive Entwicklung sei vor allem auf die starken Impfstoffverkäufe zurückzuführen, die um 25,5% gestiegen seien, insbesondere im Grippe- und RSV-Segment. Für das Gesamtjahr 2024 habe Sanofi seine Prognose für das operative Ergebnis je Aktie angehoben und erwarte nun ein Wachstum mindestens im niedrigen einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen.
Fast so stark wie das Impfstoffsegment sei das Blockbuster-Medikament Dupixent gewachsen. Der Quartalsumsatz des Asthmamittels sei um 24% auf EUR 3,48 Mrd. gestiegen. Das Medikament sei ein beeindruckender Kassenschlager für Sanofi, aber alles habe ein Ende: Konkret laufe der Patentschutz 2029 aus, die sogenannten "peak sales" würden vom Konsens für 2030 mit EUR 21,81 Mrd. prognostiziert. Bis dahin werde Sanofi hier noch beeindruckende Gewinne abschöpfen können, dennoch müsse sich das Unternehmen Gedanken machen, wie es den Umsatzausfall in Zukunft kompensieren wolle. Hier sei die von Schicho bereits mehrfach kritisierte Pipeline des Unternehmens gefragt, die leider auf ganzer Linie versage und bisher wenig finanziell wertvolle Medikamente liefere. Die schwache Pipeline und das Konzentrationsrisiko Dupixent seien für Schicho nach wie vor die größten Schwachpunkte des französischen Pharmaunternehmens.
Ein starker Kandidat für die Diversifizierung weg von Dupixent sei das Impfstoffsegment von Sanofi. Das Segment habe in 3Q24 rund 28% des Gesamtumsatzes ausgemacht (EUR 3,80 Mrd.), wachse aber schneller als das Gesamtunternehmen, vor allem dank einer Verdreifachung des kürzlich eingeführten RSV-Impfstoffs Beyfortus. Aber auch die Grippe- und Polio-Impfstoffe würden zu einem stabilen Umsatzwachstum beitragen. Sanofi sehe hier also einen Wachstumsmarkt mit viel Potenzial, der Analyst sehe das ähnlich, wobei das Impfstoffgeschäft einige spezifische Vor und Nachteile habe. Einerseits seien Impfstoffe oft besser vor Konkurrenz geschützt, da sie in der Herstellung deutlich komplexer seien als beispielsweise einfache Molekülstrukturen, wie sie klassischerweise in Medikamenten verwendet würden. Andererseits müssten Patient:innen Impfstoffe im Gegensatz zu Medikamenten, die oft zur täglichen Einnahme verschrieben würden, oft nur wenige Male anwenden, was den Umsatz schmälere.
Sanofi habe inzwischen seine Consumer-Healthcare-Sparte Opella ausgegliedert - wenn auch nicht vollständig oder über einen Börsengang, sondern unter Beteiligung der US Investmentgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice (CD&R). CD&R übernehme einen Anteil von 50%, wodurch Opella mit EUR 16 Mrd. bewertet werde, etwas unter den Annahmen des Analysten von EUR 20 Mrd. Sanofi behalte 48% der Anteile, während die französische Bpifrance den Rest halte, um den Sitz von Opella in Frankreich zu sichern. Der Analyst begrüße diesen Schritt, der es Sanofi ermögliche, sich stärker auf seine verschreibungspflichtigen Medikamente und seine F&E-Aktivitäten zu konzentrieren, die deutlich höhere Margen aufweisen würden.
Sanofi sei nach praktisch allen Forward-Maßzahlen sehr attraktiv bewertet. Die Firma sei nach EV/EBIT, EV/Sales und KGV-Multiples jeweils über 40% niedriger bewertet im Vergleich zur Peer-Gruppe, historisch gesehen sei dieser Abschlag nur rund 20%. Auch das Wachstum sei nicht zu verachten: Über die nächsten fünf Jahre werde das Unternehmen höchstwahrscheinlich ein Umsatzwachstum von rund 5% im Jahr haben, allerdings mit fallender Tendenz.
Sanofi habe sich in den letzten Monaten dank starker Impfstoffverkäufe und der anhaltenden Performance des Blockbusters Dupixent gut entwickelt, dennoch tendiere die Aktie nur leicht aufwärts bzw. überwiegend seitwärts. Das Unternehmen zeige Schwächen in der Pipeline und ein hohes Konzentrationsrisiko. Auch aufgrund dieser Herausforderungen sei Sanofi nach Meinung des Analysten attraktiv bewertet und verspreche ein solides, wenn auch moderates Wachstum.
Sanofi überzeuge also operativ und finanziell, müsse aber seine Zukunft langfristig durch eine stärkere Pipeline und eine Diversifikation weg von Dupixent absichern. Insgesamt empfiehlt Raphael Schicho, Analyst der RBI, die Sanofi-Aktie aufgrund der günstigen Bewertung weiterhin zum Kauf und bleibt bei seinem Kursziel von EUR 102,00. Das Kursziel basiere auf einem Bewertungsmodell, das KGV, EV/EBIT und EV/Sales mit der eigenen Historie sowie der Peer Group vergleiche. (Analyse vom 03.01.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (03.01.2025/ac/a/a)
Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie der Sanofi S.A. (ISIN: FR0000120578, WKN: 920657, Ticker-Symbol: SNW, Euronext Paris-Symbol: SAN, NASDAQ OTC-Symbol: SNYNF).
Sanofi habe im dritten Quartal 2024 mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von EUR 4,6 Mrd. (+14,4%) ein starkes Ergebnis erzielt. Der Nettogewinn habe sich auf EUR 2,82 Mrd. belaufen, was einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr entspreche. Diese positive Entwicklung sei vor allem auf die starken Impfstoffverkäufe zurückzuführen, die um 25,5% gestiegen seien, insbesondere im Grippe- und RSV-Segment. Für das Gesamtjahr 2024 habe Sanofi seine Prognose für das operative Ergebnis je Aktie angehoben und erwarte nun ein Wachstum mindestens im niedrigen einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen.
Fast so stark wie das Impfstoffsegment sei das Blockbuster-Medikament Dupixent gewachsen. Der Quartalsumsatz des Asthmamittels sei um 24% auf EUR 3,48 Mrd. gestiegen. Das Medikament sei ein beeindruckender Kassenschlager für Sanofi, aber alles habe ein Ende: Konkret laufe der Patentschutz 2029 aus, die sogenannten "peak sales" würden vom Konsens für 2030 mit EUR 21,81 Mrd. prognostiziert. Bis dahin werde Sanofi hier noch beeindruckende Gewinne abschöpfen können, dennoch müsse sich das Unternehmen Gedanken machen, wie es den Umsatzausfall in Zukunft kompensieren wolle. Hier sei die von Schicho bereits mehrfach kritisierte Pipeline des Unternehmens gefragt, die leider auf ganzer Linie versage und bisher wenig finanziell wertvolle Medikamente liefere. Die schwache Pipeline und das Konzentrationsrisiko Dupixent seien für Schicho nach wie vor die größten Schwachpunkte des französischen Pharmaunternehmens.
Ein starker Kandidat für die Diversifizierung weg von Dupixent sei das Impfstoffsegment von Sanofi. Das Segment habe in 3Q24 rund 28% des Gesamtumsatzes ausgemacht (EUR 3,80 Mrd.), wachse aber schneller als das Gesamtunternehmen, vor allem dank einer Verdreifachung des kürzlich eingeführten RSV-Impfstoffs Beyfortus. Aber auch die Grippe- und Polio-Impfstoffe würden zu einem stabilen Umsatzwachstum beitragen. Sanofi sehe hier also einen Wachstumsmarkt mit viel Potenzial, der Analyst sehe das ähnlich, wobei das Impfstoffgeschäft einige spezifische Vor und Nachteile habe. Einerseits seien Impfstoffe oft besser vor Konkurrenz geschützt, da sie in der Herstellung deutlich komplexer seien als beispielsweise einfache Molekülstrukturen, wie sie klassischerweise in Medikamenten verwendet würden. Andererseits müssten Patient:innen Impfstoffe im Gegensatz zu Medikamenten, die oft zur täglichen Einnahme verschrieben würden, oft nur wenige Male anwenden, was den Umsatz schmälere.
Sanofi habe inzwischen seine Consumer-Healthcare-Sparte Opella ausgegliedert - wenn auch nicht vollständig oder über einen Börsengang, sondern unter Beteiligung der US Investmentgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice (CD&R). CD&R übernehme einen Anteil von 50%, wodurch Opella mit EUR 16 Mrd. bewertet werde, etwas unter den Annahmen des Analysten von EUR 20 Mrd. Sanofi behalte 48% der Anteile, während die französische Bpifrance den Rest halte, um den Sitz von Opella in Frankreich zu sichern. Der Analyst begrüße diesen Schritt, der es Sanofi ermögliche, sich stärker auf seine verschreibungspflichtigen Medikamente und seine F&E-Aktivitäten zu konzentrieren, die deutlich höhere Margen aufweisen würden.
Sanofi sei nach praktisch allen Forward-Maßzahlen sehr attraktiv bewertet. Die Firma sei nach EV/EBIT, EV/Sales und KGV-Multiples jeweils über 40% niedriger bewertet im Vergleich zur Peer-Gruppe, historisch gesehen sei dieser Abschlag nur rund 20%. Auch das Wachstum sei nicht zu verachten: Über die nächsten fünf Jahre werde das Unternehmen höchstwahrscheinlich ein Umsatzwachstum von rund 5% im Jahr haben, allerdings mit fallender Tendenz.
Sanofi habe sich in den letzten Monaten dank starker Impfstoffverkäufe und der anhaltenden Performance des Blockbusters Dupixent gut entwickelt, dennoch tendiere die Aktie nur leicht aufwärts bzw. überwiegend seitwärts. Das Unternehmen zeige Schwächen in der Pipeline und ein hohes Konzentrationsrisiko. Auch aufgrund dieser Herausforderungen sei Sanofi nach Meinung des Analysten attraktiv bewertet und verspreche ein solides, wenn auch moderates Wachstum.
Sanofi überzeuge also operativ und finanziell, müsse aber seine Zukunft langfristig durch eine stärkere Pipeline und eine Diversifikation weg von Dupixent absichern. Insgesamt empfiehlt Raphael Schicho, Analyst der RBI, die Sanofi-Aktie aufgrund der günstigen Bewertung weiterhin zum Kauf und bleibt bei seinem Kursziel von EUR 102,00. Das Kursziel basiere auf einem Bewertungsmodell, das KGV, EV/EBIT und EV/Sales mit der eigenen Historie sowie der Peer Group vergleiche. (Analyse vom 03.01.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (03.01.2025/ac/a/a)
Archivbeitrag vom 03.01.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.