Aktien des Tages

SK Hynix Aktie: Ist die Blase bei Speicherchip-Aktien geplatzt?

Paris (www.aktiencheck.de) - SK Hynix-Aktienanalyse von BNP Paribas:

Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die SK Hynix-Aktie (ISIN: US78392B1070, WKN: A1JWRE, Ticker-Symbol: HY9H, NASDAQ-Symbol: SKHY) unter die Lupe.

Sei die mögliche Blase bei Speicherchip-Aktien geplatzt? Das sei die 1-Million-Dollar-Frage, die sich viele Anleger stellen würden. Immerhin seien die Papiere der südkoreanischen Konzerne SK Hynix und Samsung Electronics zuletzt ebenso auf Talfahrt gewesen wie jenes des US-Konkurrenten Micron Technology.

Zudem hätten Investoren den kurzen Kurssprung nach oben nach der Anhebung der Prognose des niederländischen Chipzulieferers ASML Holding am Mittwoch, dem 15. Juli, schnell zu Gewinnmitnahmen genutzt, während die Aktie des Auftragsfertigers Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) nach der heutigen Anhebung des Ausblicks eingebrochen sei.

All das deute darauf hin, dass sich die Aussichten für die Hersteller von Speicherchips im Speziellen ebenso wie für die Halbleiter- und KI-Firmen im Allgemeinen zuletzt deutlich eingetrübt hätten.

SK Hynix habe beim Zweit-Listing an der Nasdaq am 10. Juli 26,5 Milliarden Dollar per Kapitalerhöhung eingenommen. Jedes dabei emittierte American Depository Receipt (ADR) bilde dabei ein Zehntel einer südkoreanischen Aktie ab.

Wegen der massiven Nachfrage nach den ADRs würden sie derzeit mit einem Aufschlag von mehr als 40% im Vergleich zu den Aktien in Südkorea gehandelt. Das ergebe absolut keinen Sinn.

Umso nervöser würden Investoren auf die Zahlenvorlage von SK Hynix am 29. Juli (2 Uhr deutscher Zeit) warten. Dann würden Investoren darauf schauen, ob die Aktie trotz möglicherweise starker Zahlen und der möglichen Anhebung der Prognose einmal mehr einbrechen sollte.

Im ersten Quartal habe das Unternehmen einmal mehr massiv vom KI-Boom profitiert, gerade von der explosiven Nachfrage nach leistungsstarken HBM-Chips (High Bandwidth Memory) für Server von Rechenzentren.

Dabei habe sich der Konzernumsatz annähernd verdreifacht, auf den Rekord von 52,58 Billionen Koreanische Won (35,6 Milliarden Dollar). Das habe allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 53,55 Billionen Won gelegen.

Dabei habe sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) mehr als verfünffacht, auf den Rekord von 37,6 Billionen Won - das sei das vierte Quartal in Folge mit einem Rekord beim Ebit gewesen. Dabei sei die Marge von 42,2 auf den Rekord von 71,5% explodiert.

Die Entwicklung des Cashflows könne sich ebenfalls mehr als sehen lassen. Jener aus dem operativen Geschäft habe sich auf 26,4 Billionen Won annähernd verdreifacht. Abzüglich der Investitionen von 7,7 Billionen Won habe ein Free Cashflow von 18,8 Billionen Won zu Buche gestanden.

Damit habe SK Hynix am Ende des Quartals auf einem Netto-Cash-Bestand von herben 35,0 Billionen Won (24,5 Milliarden Dollar) gesessen.

Bei der Zahlenvorlage habe das Management betont, dass es weiterhin mit einer zunehmenden Nachfrage rechne, weshalb die Investitionen 2026 gegenüber dem Vorjahreswert von 30,2 Billionen Won "signifikant" gesteigert werden sollen. Dabei habe das Management gleichzeitig Investitionen von 19 Billionen Won in ein neues Werk in Südkorea angekündigt.

Zudem verfolge das Management weiterhin zwei Ziele: den Netto-Cash-Bestand auf mehr als 100 Billionen Won zu steigern und gleichzeitig Investoren mehr Geld über Dividenden und Aktienrückkäufe zukommen zu lassen.

Analysten würden für 2026 einen Umsatzsprung um 269% auf 358,33 Billionen Won prognostizieren, 2027 solle es um 49% auf 533,99 Billionen Won nach oben gehen.

Dabei solle das Ebit 2026 um 486% auf 276,8 Billionen Won nach oben schießen, gefolgt von einem Sprung um 51% auf 418,6 Billionen Won für 2027. Damit würde die Marge von 48,6% auf den Rekord von 77,3% für 2026 nach oben schießen, gefolgt von 78,4% für 2027.

Selbstverständlich seien die Schätzungen mit riesiger Unsicherheit behaftet, schließlich könne niemand vorhersagen, ob und wie lange der KI-Hype noch anhalten könnte oder ob das Wachstum in den nächsten Jahren möglicherweise deutlich schwächer ausfallen könnte als bislang erwartet.

Nach dem Kurseinbruch liege die Aktie um knapp 40% unter dem Rekordhoch vom 22. Juni und in der Nähe des 2-Monats-Tiefs und befinde sich zudem in einem Bärenmarkt. Er liege bei einem Kursrückgang um mehr als 20% gegenüber dem vorherigen Hoch vor.

Damit liege der Börsenwert bei 1.304,3 Billionen Won. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 35,0 Billionen Won liege der Enterprise Value (EV) bei 1,27 Billionen Won.

Das entspreche lediglich dem 3,0-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Die sehr niedrige Bewertung zeige, wie skeptisch Investoren die Geschäftsperspektiven einschätzen würden, das heiße, dass Investoren davon ausgehen würden, dass das Geschäft des Speicherchipherstellers in den nächsten Jahren trotz des KI-Hypes genau so zyklisch sein dürfte, wie es schon in den vergangenen Jahrzehnten gewesen sei.

Und das 2027er-KGV liege bei lediglich 5,6.

Wie Haidt in der Sendung "Euer Egmond" vom 14. Juli gesagt habe, befürchte Haidt, dass die mögliche Blase bei den Herstellern von Speicherchips geplatzt sei. Der heutige Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage von Taiwan Semiconductor Manufacturing bestärke Haidt in der Einschätzung, dass sich die Aussichten für den Chip-/KI-Sektor zusehends eintrüben würden - die Börse nehme also das vorweg, was in sechs bis neun Monaten fundamental passieren sollte. Vor dem Hintergrund gehe Haidt davon aus, dass die Talfahrt bei der SK-Hynix-Aktie erst einmal weitergehen sollte. (Analyse vom 17.07.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (20.07.2026/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 20.07.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar