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Kolumnist: Performaxx-Anlegerbrief

SKW Stahl-Metallurgie: Stahlveredler mit bombenfester Marktposition




30.07.07 00:30
Performaxx-Anlegerbrief

Seit dem IPO Ende letzten Jahres hat sich der Stahlveredler SKW Stahl-Metallurgie sehr stark entwickelt. Ungefähr 50 % beträgt das Plus seit Anfang Dezember 2006, als die Aktien im Prime Standard debütierten. Gerade in den letzten Tagen gab SKW die Übernahme eines führenden Produzenten für magnesiumbasierte Entschwefelungsstoffe für die Stahlbranche auf dem nordamerikanischen Markt bekannt.


 


Die ESM Group allein wird SKW im ersten Jahr der Vollkonsolidierung einen um ca. 150 Mio. US-$ höheren Umsatz und ca. 10 Mio. US-$ mehr an operativem Ergebnis einbringen. Dafür zahlten die Deutschen gerade einmal 75 Mio. US-$. Interessant ist, dass beide Unternehmen, sowohl SKW als auch die ESM Group, einst zu Degussa gehörten und sich nun im Zuge dieser Art Rückwärtsintegration wieder vereinen. Damit wird SKW Weltmarktführer bei magnesiumbasierten Roheisenentschwefelungsstoffen.


 


Weltmarktführer SKW

 


SKW Metallurgie ist nach eigenen Marktstudien Weltmarktführer bei zahlreichen chemischen Zusatzstoffen für die Roheisenentschwefelung und bei der Sekundärmetallurgie. Das Hauptgeschäft unterteilt sich in die Bereiche Fülldrähte sowie Pulver und Granulate. Beides dient dazu, Stahlproduzenten eine effiziente Herstellung ihrer Produkte zu ermöglichen bzw. zu erleichtern oder aber die Produkteigenschaften zu „veredeln“.


 


So produziert die zu SKW gehörende Affival-Gruppe gefüllte Drähte, die mit besonderen Chemikalien gespeist sind und dem Draht spezielle Eigenschaften verleihen. Auch hierbei ist der Weltmarktanteil hoch: 30 % besitzt Affival. Auf der Kehrseite der Medaille steht, dass bei einem zyklischen Abschwung der Stahlindustrie ein marktführendes Unternehmen wie SKW sehr stark betroffen wäre. Vor 2008/09 ist damit allerdings nicht zu rechnen, so dass der Zeitpunkt für die Aufnahme frischer Mittel Ende 2006 gut gewählt gewesen sein dürfte. Mit dem Zukauf der ESM Group tat SKW bereits einen Schritt in Richtung Ausweitung ihrer bereits guten Marktstellung. Dabei agiert SKW schon jetzt in mehr als 35 Ländern und unterhält Niederlassungen in sechs Ländern. Zu den Kunden zählen Hersteller hochwertiger Stähle auf der ganzen Welt.


 


Gut gestartet

 


Das 1. Quartal zeigte einen auf den ersten Blick ansehnlichen Gewinnsprung. Der um 5 % Währungseffekte bereinigte Umsatz legte zwar nur um 2 % auf 50,0 Mio. Euro zu, dies aber nur aufgrund der Konsolidierung der Spezialchemietochter Quab. Das EBIT hingegen vervielfachte sich von 2,1 auf 6,1 Mio. Euro. Wenn man genau hinsieht, handelt es sich aber auch dabei um einen Bargain Purchase von 3,5 Mio. Euro, der aus dem Quab-Kauf resultierte. Ohne diesen Bilanzeffekte lag der EBIT-Zuwachs also bei 0,5 Mio. Euro und damit bei ca. 24 %. Nach Steuern ergab sich ein Überschuss von 1,19 Euro je Aktie, im 1. Quartal des Vorjahres waren es 0,28 Euro.


 


Werterhöhender Zukauf

 


Die Zielvorgaben für 2007 lagen vor dem ESM-Zukauf bei einem Umsatz von 210 bis 230 Mio. Euro. Inklusive ESM dürften es jetzt pro-forma 310 bis 340 Mio. Euro werden. Das EBIT sollte demnach statt ca. 19 Mio. Euro pro-forma ca. 25 Mio. Euro betragen. ESM dürfte erst im nächsten Geschäftsjahr integriert und konsolidiert werden (oder frühestens im 4. Quartal dieses Jahres). Deshalb rechnen wir erst in den Zahlen für 2008 mit einem Umsatz- und Ergebnisbeitrag. Da SKW derzeit das 9,1-fache ihres 2007er EBITDAs kostet, wird der ESM-Kauf, der nur das 7,5-fache ausmachte, automatisch zu einer Steigerung der Profitabilität im Konzern führen. Das ist im Übrigen einer der Gründe, weshalb der aktuelle M&A-Boom nicht stoppen wird: Unternehmen kaufen einfach günstigere Wettbewerber auf und steigern damit ihre Profitabilität.


 


SDax-Aufnahme im Visier

 


Mehrheitsaktionär Arques Industries scheint sich mehr und mehr von SKW-Anteilen trennen zu wollen. Derzeit hält die Starnberger Beteiligungsfirma 50,1 % der Anteile. Es ist ganz normal, dass sich eine Beteiligungsgesellschaft nach und nach aus restrukturierten Tochtergesellschaften verabschiedet. Solange es marktschonend geschieht (Blocktrade off the counter), muss damit nicht einmal Verkaufsdruck verbunden sein. Mit einer weiteren Verbesserung des Freefloat könnte auch die angestrebte Aufnahme in den SDax realistischer werden.


 


Fazit

 


Mit einem 2008er Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,3 ist SKW auch in Relation zu einer internationalen Vergleichsgruppe günstig bewertet. Die von SKW adressierten Nischen verfügen über hohe Markteintrittsbarrieren, so dass sich die Marktanteile äußerst robust zeigen. Wenn es SKW gelingt, weiterhin günstig bewertete Nischenplayer aufzukaufen, dadurch die eigene Wertschöpfungskette zu verlängern und ihre Marktposition damit in summa nochmals zu stärken, ist die gegenwärtige Bewertung als sehr attraktiv einzustufen. Wir raten zum Kauf und sehen ein 12-Monats-Kursziel von ca. 47 bis 50 Euro.


 


Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 757 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.


 


Weitere Informationen finden Sie unter


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