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Russland: Rolle des Staates wächst weiter, notgedrungen - Moskauer Aktienindex auf Allzeithoch




24.06.19 17:00
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.aktiencheck.de) - In ihrem jüngsten Länderbericht hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose für Russland neuerlich gesenkt, auf 1,2% für 2019, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Dieselbe Korrektur um 0,3% habe sie allerdings auch für die gesamte Weltwirtschaft vorgenommen und ihre Erwartungen für Russlands Wachstum für 2020 und 2021 habe sie bei 1,8% belassen. Diese Prognosen würden allerdings noch nicht die Effekte des ambitionierten und sehr detailreich ausgearbeiteten Investitionsprogramms enthalten, das die russische Regierung derzeit mit umgerechnet 400 Mrd. Dollar, verteilt über sechs Jahre veranschlage. Vor allem westliche Ökonomen würden bezweifeln, dass die Ziele dieses Programms erreicht würden. Kritiker würden vor allem bemängeln, dass die Rolle des Staates in der Wirtschaft dadurch noch größer werde, anstatt den privaten Unternehmen mehr Raum zu geben.

Andere würden zugleich zu bedenken geben, dass die Regierung gegenwärtig jedoch kaum eine andere Wahl habe. Denn aufgrund westlicher Sanktionen und der geopolitischen Situation sei völlig ungewiss, ob und inwieweit russische private Unternehmen, geschweige denn ausländische, auf staatliche Anreize reagieren würden, obwohl man deren Engagement bräuchte und begrüßen würde. Präsident Putin jedenfalls möchte den Beitrag kleiner und mittlerer Unternehmen zur Wirtschaftsleistung von 20 auf 40% verdoppeln, was die allermeisten Analysten derzeit als unrealistisch ansehen würden.

Fiskalischen Spielraum habe Russland allemal, nicht aus dem Bestreben, sich gegen anhaltende Sanktionen und wirtschaftliche Kriegführung der USA und ihrer Verbündeten zu rüsten. Russland habe Währungsreserven von fast 500 Mrd. Dollar Gegenwert, eine extrem niedrige öffentliche Bruttoverschuldung von 13% und betreibe eine sehr konservative Geld- und Fiskalpolitik. Die Kehrseite dessen seien in der Vergangenheit geringe Wachstumsdynamik, stagnierende Einkommen, mangelnde Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen gewesen. Diese Defizite sollten nun nach und nach beseitigt, die Armutsrate halbiert und die Lebenserwartung deutlich erhöht werden. Wann und inwieweit die russische Notenbank bereit sei, ihre nach Meinung vieler Beobachter viel zu strikte Geldpolitik zu lockern, um die Regierungspläne zu unterstützen, sei ungewiss. Raum für Zinssenkungen gäbe es jedenfalls. Zusammen mit weiterhin attraktiven bis sehr attraktiven Bewertungen und steigenden Unternehmensgewinnen dürfte das den russischen Aktienmarkt weiterhin unterstützen. Dieser sei im Mai gegen den negativen globalen Trend auf ein neues Allzeithoch (+3%) geklettert. Auch ein kräftig fallender Ölpreis im Juni habe den Höhenflug des Moskauer Aktienmarktes bislang nicht stoppen können. (Ausgabe Juni 2019) (24.06.2019/ac/a/m)





 
 
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