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Russland: Ölpreiserholung unterstützt Aktienkurse und Wirtschaft




15.06.20 12:40
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.aktiencheck.de) - Russlands Aktienmarkt legte im Mai überdurchschnittlich zu, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management in einer aktuellen Ausgabe des "emreport".

Durch den erholten Rubel (RUB) sei in US-Dollar gerechnet ein Plus von über 8% zu Buche (+3,2% in Lokalwährung) gestanden. Starke Unterstützung sei vom Ölpreis gekommen, der sich kontinuierlich erholt und sich wieder bis an die 40-Dollar-Marke (Brent) herangearbeitet habe. Bei der Pandemie gehe die Zahl der Neuerkrankungen seit Mitte Mai kräftig zurück, sie liege allerdings auf einem noch immer recht hohen absoluten Niveau. Die Zahl der Todesopfer sei verglichen mit den USA, Brasilien, Spanien oder Italien weiterhin sehr niedrig. Es gebe Hinweise, dass die tatsächliche Opferzahl wohl höher liegt. Allerdings seien Vergleichbarkeit und korrekte Erfassung dieser Zahlen ein generelles, weltweites Problem, weil Kriterien und Erfassungsmethoden in nahezu jedem Land sehr unterschiedlich gehandhabt würden.

Im Gegensatz zu den Zentralisierungstendenzen der letzten Jahre habe Präsident Putin im Kampf gegen COVID-19 den Gouverneuren der einzelnen Regionen weitgehend freie Hand für individuelle Maßnahmen gelassen. Russlands Wirtschaft dürfte im Zuge der Lockdowns und des Ölpreisverfalls 2020 voraussichtlich deutlich schrumpfen. In Moskau möchte man mit einem großen Konjunkturprogramm gegensteuern. Es solle aus drei Phasen bestehen: "Stabilisierung" (bis Ende 2020), "wirtschaftliche Erholung" (2021) und "Wachstum" (ab dem vierten Quartal 2021). Umgerechnet rund 73 Mrd. US-Dollar seien dafür veranschlagt, wobei darin aber beispielsweise auch ausfallende Steuereinnahmen eingerechnet seien.

Zusammen mit den langfristigen Infrastrukturprojekten liege das Volumen sogar bei rund 106 Mrd. US-Dollar, ca. 7% der jährlichen russischen Wirtschaftsleistung. Damit wolle man unter anderem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, die Arbeitslosigkeit wieder unter 5% senken und das Wirtschaftswachstum auf 2,5% p.a. erhöhen. Neben finanziellen seien auch strukturelle Maßnahmen geplant, etwa Flexibilisierungen am Arbeitsmarkt. Ein neuer stündlicher Mindestlohn solle beispielsweise auch Teilzeitanstellungen ermöglichen. Bisher habe es lediglich einen monatlichen Mindestlohn gegeben (von umgerechnet rund 160 Euro). Man erhoffe sich von den Maßnahmen auch, die Schattenwirtschaft zurückzudrängen.

Das ursprünglich für April geplante Referendum zur neuen Verfassung solle jetzt am 1. Juli stattfinden. Derzeit scheine das Stimmungsbild in der Bevölkerung zur neuen Verfassung recht gespalten zu sein. (15.06.2020/ac/a/m)






 
 
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