Paris (www.aktiencheck.de) - Rubrik-Aktienanalyse der BNP Paribas:
Mit einem herben Kurseinbruch hat die Rubrik-Aktie (ISIN: US7811541090, WKN: A40A36, Ticker-Symbol: X68, NYSE-Symbol: RBRK) auf die Vorlage der Quartalsergebnisse am 9. September reagiert, anschließend war das Papier auf Talfahrt, so Egmond Haidt, Finanzspezialist der BNP Paribas.
Dabei hätten die Zahlen über den Erwartungen gelegen, während Mitgründer und Vorstandschef Bipul Sinha die Jahresprognose angehoben habe. Wo sei dann aber der Haken gewesen?
Rubrik sei ein Cybersicherheits-Unternehmen, das sich auf Daten- und Cyber-Resilienz spezialisiert habe. Das Unternehmen biete eine cloud-basierte Plattform, die Unternehmen dabei unterstütze, Daten durch sichere Backups vor Ransomware und Insider-Bedrohungen zu schützen, Datenrisiken zu überwachen und sich schnell und sicher von Cyberangriffen zu erholen. "Wir bei Rubrik helfen Ihnen dabei, sich in Anbetracht von Cyberangriffen, böswilligen Insidern und Betriebsunterbrechungen zu schützen. Wir sichern Ihre Daten, wo auch immer sie gespeichert sind, ob im Unternehmen, in der Cloud oder in einer SaaS-Anwendung, und machen dadurch Ihr Unternehmen unaufhaltsam", schreibe die Firma auf der Homepage.
"Man kann nicht etwas verhindern, das nicht zu verhindern ist", habe Sinha auf der Analystenkonferenz nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gesagt. Also gehe es darum, die Daten so schnell wie möglich so wiederherzustellen, wie sie vor dem Cyber-Angriff gewesen seien. In vielen Fällen gelinge die Wiederherstellung der Daten innerhalb weniger Stunden anstatt wie üblich Tagen oder gar Wochen, womit die Unternehmenskunden von Rubrik eine Menge Geld sparen könnten.
Deutlich besser als erwartete Zahlen
Im per Juli beendeten zweiten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 sei der Umsatz um 51 Prozent auf 309,9 Millionen Dollar gestiegen, das habe deutlich (27,7 Millionen Dollar) über den Schätzungen der Analysten von 282,2 Millionen Dollar gelegen. Allerdings habe Sinha auf der Analystenkonferenz eingeräumt, dass einmalige Sondereffekte das Wachstum um 7 Prozentpunkte angekurbelt hätten. Dabei hätten die Einnahmen aus Abonnements um 55 Prozent auf 297,0 Millionen Dollar zugelegt.
Außerdem seien die wiederkehrenden Umsätze aus Abos - eine für Analysten und Investoren sehr wichtige Kennzahl - auf das Jahr hochgerechnet auf 1,25 Milliarden Dollar geklettert, das sei ein Plus von 36 Prozent gewesen. Dabei sei der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) stark abgebaut worden, auf 4,4 Millionen Dollar, nach einem bereinigten EBIT-Verlust von 62,3 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Zudem sei der bereinigte Verlust je Aktie stark reduziert worden, auf 0,03 Dollar gegenüber 0,40 Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hätten für diesmal einen Verlust von 0,35 Dollar vorhergesagt. Zudem habe das Unternehmen diesmal einen positiven Free Cashflow von 57,5 Millionen Dollar erwirtschaftet, also einen Zufluss, nach einem negativen Free Cashflow von 32,0 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Prognose angehoben
Bei der Zahlenvorlage habe sich Sinha zufrieden gezeigt, zumal der Konzern die Übernahme von Predibase abgeschlossen habe. Dadurch wolle sich Rubrik im Bereich KI-Anwendungen deutlich verstärken. Für das dritte Quartal 2025/26 habe Sinha einen Umsatz von 319 bis 321 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne entspreche einem Wachstum von 35,5 Prozent und liege deutlich (18 Millionen Dollar) über den Erwartungen von 302 Millionen Dollar. Allerdings seien die Auswirkungen der Sondereffekte "um ein paar Prozentpunkte" größer als zuvor erwartet. Dabei solle ein bereinigter Verlust von 0,16 bis 0,18 Dollar zu Buche stehen.
Außerdem habe der Firmenlenker den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Demnach solle der Umsatz 2025/26 auf 1,227 bis 1,237 Milliarden Dollar - die Mitte der Spanne bedeute ein Wachstum von 39 Prozent - statt der zuvor avisierten 1,179 bis 1,189 Milliarden Dollar gesteigert werden. Allerdings habe Sinha gesagt, dass einmalige Sondereffekte den Erlös im Gesamtjahr um 6 Prozentpunkte ankurbeln würden, statt der zuvor geplanten "paar Prozentpunkte". Damit sei ein wichtiger Teil der Anhebung der Prognose auf Sondereffekte zurückzuführen, ohne sie läge das Wachstum bei "nur" 32 bis 34 Prozent. Die Sondereffekte würden im Fiskaljahr 2026/27 nur "minimal" sein, was zwangsläufig das Wachstum bremse. Zudem sollten die annualisierten Einnahmen 2025/26 aus Abos 1,408 bis 1,416 Milliarden Dollar erreichen, statt der zuvor geplanten 1,380 bis 1,388 Milliarden Dollar.
Schlussendlich solle der bereinigte Verlust je Aktie auf 0,44 bis 0,50 Dollar reduziert werden, statt des zuvor geplanten Verlusts von 0,96 bis 1,02 Dollar. 2024/25 sei der bereinigte Verlust je Aktie bereits kräftig abgebaut worden, auf 1,57 Dollar. Zudem peile der Firmenlenker für 2025/26 einen Free Cashflow von 145 bis 155 Millionen Dollar an, statt zuvor 65 bis 75 Millionen Dollar. Dabei solle der Cashflow im dritten und vierten Quartal ungefähr jeweils gleich hoch sein.
Nach Meinung von Haidt habe die Prognose insgesamt die Sorge geschürt, dass das Geschäft zwar im dritten Quartal ganz gut laufen könnte, allerdings im vierten Quartal nicht ganz so stark wachsen könnte wie zuvor erwartet.
So würden die Schätzungen aussehen
Analysten würden für das im Januar endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 39,2 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar vorhersagen. 2026/27 solle es um 25 Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar nach oben gehen, damit würde sich allerdings das Wachstum deutlich abschwächen. Dabei solle 2025/26 der bereinigte EBIT-Verlust auf 103,7 Millionen Dollar halbiert werden, für 2026/27 werde eine weitere Reduktion auf 63,0 Millionen Dollar prognostiziert. Erst 2027/28 solle der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen, mit einem bereinigten EBIT von 90,5 Millionen Dollar.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch liege der Börsenwert bei 14,7 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von - laut Berechnungen von Haidt - 394,5 Millionen Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 14,3 Milliarden Dollar. Das entspreche dem 158,0-Fachen des von Analysten für 2027/28 prognostizierten EBIT. Man lese richtig: nicht etwa 2026/27, sondern 2027/28. Haidt finde, das sei eine geradezu astronomische Bewertung - dass vor diesem Hintergrund die Aktie bei der noch so kleinsten Enttäuschung einbreche, sollte niemanden überraschen.
Nach dem Kurseinbruch könnte die Rubrik-Aktie nach Meinung von Haidt unter großen Schwankungen erst einmal seitwärts tendieren. Dabei dürften Investoren gerade die Nachrichten und die Kursentwicklung von US-Spezialisten für Cyber-Sicherheit wie Palo Alto Networks, CrowdStrike und Fortinet genau im Auge haben. Sollte es von einem dieser Unternehmen irgendwelche schlechten Nachrichten geben, dürfte das meiner Meinung nach auch das extrem hoch bewertete Rubrik-Papier deutlich belasten, so Egmond Haidt, Finanzspezialist der BNP Paribas. (Analyse vom 17.09.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (18.09.2025/ac/a/n)
Mit einem herben Kurseinbruch hat die Rubrik-Aktie (ISIN: US7811541090, WKN: A40A36, Ticker-Symbol: X68, NYSE-Symbol: RBRK) auf die Vorlage der Quartalsergebnisse am 9. September reagiert, anschließend war das Papier auf Talfahrt, so Egmond Haidt, Finanzspezialist der BNP Paribas.
Dabei hätten die Zahlen über den Erwartungen gelegen, während Mitgründer und Vorstandschef Bipul Sinha die Jahresprognose angehoben habe. Wo sei dann aber der Haken gewesen?
Rubrik sei ein Cybersicherheits-Unternehmen, das sich auf Daten- und Cyber-Resilienz spezialisiert habe. Das Unternehmen biete eine cloud-basierte Plattform, die Unternehmen dabei unterstütze, Daten durch sichere Backups vor Ransomware und Insider-Bedrohungen zu schützen, Datenrisiken zu überwachen und sich schnell und sicher von Cyberangriffen zu erholen. "Wir bei Rubrik helfen Ihnen dabei, sich in Anbetracht von Cyberangriffen, böswilligen Insidern und Betriebsunterbrechungen zu schützen. Wir sichern Ihre Daten, wo auch immer sie gespeichert sind, ob im Unternehmen, in der Cloud oder in einer SaaS-Anwendung, und machen dadurch Ihr Unternehmen unaufhaltsam", schreibe die Firma auf der Homepage.
"Man kann nicht etwas verhindern, das nicht zu verhindern ist", habe Sinha auf der Analystenkonferenz nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gesagt. Also gehe es darum, die Daten so schnell wie möglich so wiederherzustellen, wie sie vor dem Cyber-Angriff gewesen seien. In vielen Fällen gelinge die Wiederherstellung der Daten innerhalb weniger Stunden anstatt wie üblich Tagen oder gar Wochen, womit die Unternehmenskunden von Rubrik eine Menge Geld sparen könnten.
Deutlich besser als erwartete Zahlen
Im per Juli beendeten zweiten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 sei der Umsatz um 51 Prozent auf 309,9 Millionen Dollar gestiegen, das habe deutlich (27,7 Millionen Dollar) über den Schätzungen der Analysten von 282,2 Millionen Dollar gelegen. Allerdings habe Sinha auf der Analystenkonferenz eingeräumt, dass einmalige Sondereffekte das Wachstum um 7 Prozentpunkte angekurbelt hätten. Dabei hätten die Einnahmen aus Abonnements um 55 Prozent auf 297,0 Millionen Dollar zugelegt.
Außerdem seien die wiederkehrenden Umsätze aus Abos - eine für Analysten und Investoren sehr wichtige Kennzahl - auf das Jahr hochgerechnet auf 1,25 Milliarden Dollar geklettert, das sei ein Plus von 36 Prozent gewesen. Dabei sei der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) stark abgebaut worden, auf 4,4 Millionen Dollar, nach einem bereinigten EBIT-Verlust von 62,3 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Zudem sei der bereinigte Verlust je Aktie stark reduziert worden, auf 0,03 Dollar gegenüber 0,40 Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hätten für diesmal einen Verlust von 0,35 Dollar vorhergesagt. Zudem habe das Unternehmen diesmal einen positiven Free Cashflow von 57,5 Millionen Dollar erwirtschaftet, also einen Zufluss, nach einem negativen Free Cashflow von 32,0 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Prognose angehoben
Bei der Zahlenvorlage habe sich Sinha zufrieden gezeigt, zumal der Konzern die Übernahme von Predibase abgeschlossen habe. Dadurch wolle sich Rubrik im Bereich KI-Anwendungen deutlich verstärken. Für das dritte Quartal 2025/26 habe Sinha einen Umsatz von 319 bis 321 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne entspreche einem Wachstum von 35,5 Prozent und liege deutlich (18 Millionen Dollar) über den Erwartungen von 302 Millionen Dollar. Allerdings seien die Auswirkungen der Sondereffekte "um ein paar Prozentpunkte" größer als zuvor erwartet. Dabei solle ein bereinigter Verlust von 0,16 bis 0,18 Dollar zu Buche stehen.
Außerdem habe der Firmenlenker den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Demnach solle der Umsatz 2025/26 auf 1,227 bis 1,237 Milliarden Dollar - die Mitte der Spanne bedeute ein Wachstum von 39 Prozent - statt der zuvor avisierten 1,179 bis 1,189 Milliarden Dollar gesteigert werden. Allerdings habe Sinha gesagt, dass einmalige Sondereffekte den Erlös im Gesamtjahr um 6 Prozentpunkte ankurbeln würden, statt der zuvor geplanten "paar Prozentpunkte". Damit sei ein wichtiger Teil der Anhebung der Prognose auf Sondereffekte zurückzuführen, ohne sie läge das Wachstum bei "nur" 32 bis 34 Prozent. Die Sondereffekte würden im Fiskaljahr 2026/27 nur "minimal" sein, was zwangsläufig das Wachstum bremse. Zudem sollten die annualisierten Einnahmen 2025/26 aus Abos 1,408 bis 1,416 Milliarden Dollar erreichen, statt der zuvor geplanten 1,380 bis 1,388 Milliarden Dollar.
Schlussendlich solle der bereinigte Verlust je Aktie auf 0,44 bis 0,50 Dollar reduziert werden, statt des zuvor geplanten Verlusts von 0,96 bis 1,02 Dollar. 2024/25 sei der bereinigte Verlust je Aktie bereits kräftig abgebaut worden, auf 1,57 Dollar. Zudem peile der Firmenlenker für 2025/26 einen Free Cashflow von 145 bis 155 Millionen Dollar an, statt zuvor 65 bis 75 Millionen Dollar. Dabei solle der Cashflow im dritten und vierten Quartal ungefähr jeweils gleich hoch sein.
Nach Meinung von Haidt habe die Prognose insgesamt die Sorge geschürt, dass das Geschäft zwar im dritten Quartal ganz gut laufen könnte, allerdings im vierten Quartal nicht ganz so stark wachsen könnte wie zuvor erwartet.
So würden die Schätzungen aussehen
Analysten würden für das im Januar endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 39,2 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar vorhersagen. 2026/27 solle es um 25 Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar nach oben gehen, damit würde sich allerdings das Wachstum deutlich abschwächen. Dabei solle 2025/26 der bereinigte EBIT-Verlust auf 103,7 Millionen Dollar halbiert werden, für 2026/27 werde eine weitere Reduktion auf 63,0 Millionen Dollar prognostiziert. Erst 2027/28 solle der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen, mit einem bereinigten EBIT von 90,5 Millionen Dollar.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch liege der Börsenwert bei 14,7 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von - laut Berechnungen von Haidt - 394,5 Millionen Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 14,3 Milliarden Dollar. Das entspreche dem 158,0-Fachen des von Analysten für 2027/28 prognostizierten EBIT. Man lese richtig: nicht etwa 2026/27, sondern 2027/28. Haidt finde, das sei eine geradezu astronomische Bewertung - dass vor diesem Hintergrund die Aktie bei der noch so kleinsten Enttäuschung einbreche, sollte niemanden überraschen.
Nach dem Kurseinbruch könnte die Rubrik-Aktie nach Meinung von Haidt unter großen Schwankungen erst einmal seitwärts tendieren. Dabei dürften Investoren gerade die Nachrichten und die Kursentwicklung von US-Spezialisten für Cyber-Sicherheit wie Palo Alto Networks, CrowdStrike und Fortinet genau im Auge haben. Sollte es von einem dieser Unternehmen irgendwelche schlechten Nachrichten geben, dürfte das meiner Meinung nach auch das extrem hoch bewertete Rubrik-Papier deutlich belasten, so Egmond Haidt, Finanzspezialist der BNP Paribas. (Analyse vom 17.09.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (18.09.2025/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 18.09.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.