Rohöl Brent / WTI: Moderate Verteuerung erwartet




12.02.24 15:25
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die weltweite Rohölnachfrage neigte zuletzt konjunkturell bedingt zur Schwäche, was einen Ölpreisrückgang zur Folge hatte, so die Analysten der DekaBank.

Die OPEC versuche in die sem Umfeld, das Ölangebot entsprechend zu reduzieren, und jüngst sei auch die US-Rohölförderung nach einigen Monaten mit Zuwächsen zurückgegangen. Doch perspektivisch würden die globale Konjunktur und der Ölverbrauch auf grund der anstehenden Leitzinssenkungen wieder an Dynamik gewinnen. Daher halten die Analysten der DekaBank es für unwahrscheinlich, dass der Ölpreis für längere Zeit unter 80 US Dollar je Fass bleibt. Vielmehr würden sie wieder mit einer moderaten Verteuerung rechnen. Zwar sei das geopolitische Risiko am Ölmarkt in Bezug auf den Nahost Konflikt zuletzt etwas ausgepreist worden, doch es bestünden weiterhin nennenswerte Gefahren für die Ölförderung und den -transport in der Region, was sich jederzeit in einem kurzfristigen Ölpreisanstieg materialisieren könne.

Das Defizit am globalen Ölmarkt habe sich zum Jahresende 2023 verringert, und 2024 könnte es zu einem Angebotsüberschuss kommen. Das liege vor allem am überraschend kräftigen Anstieg der Ölproduktion z.B. in den USA und in Brasilien. Um zu verhindern, dass das weltweite Ölangebot die Nachfrage deutlich übersteige, und um den Ölpreis zu stützen, hätten sich die OPEC+ Mitglieder Ende 2023 auf eine kartellweite Fördermengenkürzung um 1 Mio. Fass pro Tag geeinigt, die bis ins Jahr 2024 Gültigkeit habe. Hinzu komme eine zusätzliche freiwillige Fördermengenkürzung von 1 Mio. Fass pro Tag von Saudi-Arabien. Auf der Nachfrageseite würden sich zunächst noch die Bremsspuren der konjunkturellen Schwächephase der Weltwirtschaft zeigen, die im Verlauf des Prognosezeitraums nachlassen dürften.

Alles in allem werde der globale Ölkonsum nicht zuletzt aufgrund des schwachen Wachstums der chinesischen Wirtschaft nur moderat zu nehmen. Perspektivisch spiele die globale Absichtserklärung, bis 2050 die Netto Emissionen von Kohlendioxid auf Null zu senken, für den Rohölmarkt eine wichtige Rolle. Investitionen in fossile Angebotskapazitäten würden reduziert. Allerdings sei fraglich, ob die Nachfrage in entsprechendem Tempo auf alternative Energiequellen umgestellt werden könne. Dies erhöhe mittelfristig die Aufwärtsrisiken beim Ölpreis. Hinsichtlich der Nachhaltigkeit hätten höhere Ölpreise eine wünschenswerte Lenkungswirkung, sofern in der Folge regenerative Energieträger stärker zum Zuge kämen. Langfristig werde Rohöl an Bedeutung verlieren und dürfte damit im Preis nachgeben. (Ausgabe Februar 2024) (12.02.2024/ac/a/m)





 
 
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