Rofin-Sinar will Gewinn kräftig steigern - Kaufempfehlung - Aktienanalyse




22.12.15 09:29
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - Rofin Sinar-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" raten in einer aktuellen Aktienanalyse zum Kauf der Rofin Sinar-Aktie (ISIN: US7750431022, WKN: 902757).

Der deutsch-amerikanische Laserhersteller habe ein gutes Zahlenwerk für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 (per Ende September) erzielt. Der Umsatz habe bei rund 520 Mio. US-Dollar gelegen und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz sei im Wesentlichen geprägt durch den starken US-Dollar, der zu einer Verringerung des Umsatzes von knapp 50 Mio. US-Dollar geführt habe. "Die Kursschwankungen des US-Dollar, vor allem gegenüber dem Euro, führten zu einem signifikanten Effekt in unserem Umsatz. Bereinigten wir Wechselkurseffekte, hätten wir auch ein gutes Wachstum erzielt", sage Vorstandschef Thomas Merk im Hintergrundgespräch. Insgesamt zeige sich der Firmenchef mit dem vergangenen Wirtschaftsjahr zufrieden. EBT und Nettogewinn hätten nämlich deutlich zugelegt. Das EBT habe 57 Mio. US-Dollar oder 11% vom Umsatz erreicht. Unterm Strich hätten 41 Mio. US-Dollar Profit in der Kasse geklingelt oder 1,46 Dollar je Aktie auf Basis von 28,3 Mio. Aktien. Im Vorjahr habe der Gewinn bei lediglich 25 Mio. US- Dollar gelegen.

Das 4. Quartal des Jahres 2015/2016 habe das Unternehmen mit einem Ordereingang von knapp 129 Mio. US-Dollar beendet und damit um 10% niedriger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auf Basis des Gesamtjahres sei der Ordereingang um 6% rückläufig gewesen. Per Ende September habe der Auftragsbestand bei über 144 Mio. US-Dollar gelegen. In den Kennzahlen hätten sich ebenfalls Wechselkurseffekte niedergeschlagen. Auf Basis konstanter Wechselkurse läge der Jahresendauftragsbestand bei fast 158 Mio. US-Dollar. "Wir sind mit unserem Auftragseingang im Q4 zufrieden. Allerdings haben wir auch eine leichte Abkühlung der Nachfrage gespürt", so Merk.

Regional sehe der CEO im US-Geschäft eine stabile Basis für das neue Wirtschaftsjahr. Für den deutschen Markt sei Merk ebenfalls zuversichtlich. Die Schweiz melde sich wieder zurück und die Nachfrage erhole sich. "Wir sind für das Geschäft in Europa zuversichtlich. Wir sind stark in Deutschland, und selbst bislang etwas schwierigere Märkte wie Spanien erholen sich wieder." Der chinesische Markt sei in den vergangenen Monaten herausfordernder und schwieriger gewesen. "Wir sind in China jedoch gut aufgestellt und in verschiedenen Branchen aktiv. Ich erwarte positive Effekte aus China für unser Geschäft." Beispielsweise aus der Photovoltaik im Bereich der kristallinen Solarzellen. Wir liefern an Firmen aus der Industrie Applikationen. Rund 80% des Marktes von Solarzellen werden von Firmen aus China und Taiwan abgedeckt", erkläre Merk.

Ins neue Wirtschaftsjahr werde Rofin-Sinar allerdings etwas schwächer starten. Das sei ebenfalls vor allem den ungünstigen Wechselkurseffekten geschuldet und einer zyklischen Schwäche in der Halbleiterbranche. Aufgrund von Natural Hedging würden sich die Wechselkurseffekte nur im Umsatz sehr stark auswirken. Nicht jedoch beim Gewinn. Für das 1. Quartal rechne das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 113 und 118 Mio. US-Dollar sowie einem Gewinn je Aktie zwischen 19 und 24 Cents. "Das neue Jahr wird etwas schwächer beginnen. Wir erwarten ein besseres Q2, welches allerdings ebenfalls noch durch Wechselkurseffekte und Chinese New Year geprägt sein wird", sage Finanzchefin Ingrid Mittelstädt, die ebenfalls an dem Gespräch teilgenommen habe.

Für das Gesamtjahr rechne das Management mit einem Umsatz von 525 bis 545 Mio. US-Dollar und damit nur mit einem moderaten Wachstum. "Ohne Wechselkurseffekte würden wir mit 6 bis 10% wachsen", ergänze Mittelstädt. Rofin-Sinar wolle indes beim Ergebnis deutlich wachsen. Der CFO erwarte eine EBT-Marge von 13% oder besser. Der Gewinn je Aktie solle auf 1,70 bis 1,90 US-Dollar steigen. "Wir werden damit im laufenden Jahr beim Gewinn deutlich zweistellig wachsen." Den operativen Cashflow erwarte die Finanzchefin bei 50 bis 60 Mio. US-Dollar. Capex beziffere sie auf ca. 23 Mio. US-Dollar. Damit bleibe ein strammer Free Cashflow übrig.

In den besten Zeiten habe das Unternehmen EBT-Margen von mehr als 16% erzielt. "Wir wollen dieses Margenlevel wieder erreichen", sage Mittelstädt. Vermutlich sei diese Margenhöhe mittelfristig wieder möglich. "Das wäre unser Ziel." Das Management wolle die Kosten senken und insgesamt effizienter werden. "Unsere verschiedenen Programme führen dazu, dass wir mittelfristig wieder höhere EBT-Margen erreichen. Zudem planen wir, die Herstellkosten im Bereich der Hochleistungsfaserlaser erneut zu senken. Wir schließen darüber hinaus die Trennung von Randbereichen nicht gänzlich aus." Parallel zum organischen Wachstum prüfe der Vorstand zudem Zukäufe.

Eigentlich laufe es bei Rofin-Sinar ordentlich. Eigentlich! Wäre da nicht Thomas Limberger, der mit seiner Investmentfirma Silver Arrow dem Management Dampf mache. Er halte an der Laserfirma knapp 10% und sei mit der Entwicklung der Gesellschaft nicht zufrieden. Rofin- Sinar sei für einen aktivistischen Investor ein leichtes "Opfer". Das Unternehmen habe keinen bedeutenden Großaktionär. Schon mit einer moderaten Beteiligung könnte die Firma theoretisch kontrolliert werden. Sodann wolle Limberger den Aufsichtsrat umbesetzen und eigene Kandidaten ins Rennen schicken.

Merk habe sich auf Nachfrage zu den Motiven von Silver Arrow nicht äußern wollen. "Wir sind mit Silver Arrow im Dialog. In einigen Dingen und Maßnahmen, die Silver Arrow kritisiert, stimmen wir überein. Einige der von Silver Arrow vorgeschlagenen Maßnahmen hatten wir bereits vor deren Veröffentlichung auf der Agenda und in die Wege geleitet. Wir haben keine Berührungsängste Dinge zu ändern, solange wir uns hierdurch stärken und besser ausrichten. Allerdings ist es zum Beispiel nicht richtig, dass wir in Asien zu wenig machen. Wir sind in Asien gut unterwegs. Direkt und über den Export", sage Merk.

Es dürfte spannend werden, wie es weitergehe. Limberger werde nicht locker lassen. Jedenfalls sei der Vorstand für konstruktive Kritik offen. Keine Veränderung solle es jedoch in Bezug auf Dividendenzahlungen geben. Rofin-Sinar bevorzuge Aktienrückkäufe und habe jüngst beschlossen, eigene Aktien im Wert von 50 Mio. US-Dollar zurückzukaufen. Insgesamt halte das Unternehmen bislang rund 5% der eigenen Aktien im Bestand.

An der Börse koste das Unternehmen derzeit 760 Mio. Euro. In der Kasse würden rund 170 Mio. US-Dollar Cash schlummern. Schulden habe die Firma fast keine. Das KGV liege in etwa bei 17. Angesichts des Gewinnwachstums nicht zu teuer. Die Attacken von Silver Arrow würden nach Erachten der Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" der Gesellschaft nicht schaden. Das führe vielleicht sogar dazu, dass das Management beim Kosten- und Effizienzprogramm mehr Gas gebe und somit schnell wieder EBT-Marge von 16% plus X zeige. Unterstelle man einen konstanten Umsatz von 550 Mio. US-Dollar, werde Rofin-Sinar innerhalb von 2 Jahren den Gewinn um über 50% steigern.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" empfehlen in einer aktuellen Aktienanalyse die Rofin Sinar-Aktie bei Kursen zwischen 26 und 27 Euro zum Kauf. (Analyse vom 22.12.2015) (22.12.2015/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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