Aktien des Tages

Roche Aktie: Quartalszahlen stark - Direktvertrieb in den USA geplant

Wien (www.aktiencheck.de) - Roche-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie der Roche Holding AG (ISIN: CH0012032113, WKN: 851311, Ticker-Symbol: RHO, SIX Swiss Exchange-Symbol: RO, NASDAQ OTC-Symbol: RHHBF) unter die Lupe.

Roche habe heute Morgen Quartalszahlen veröffentlicht - die großteils gut ausgefallen seien. Eine spannende Nachricht sei dann etwas später gekommen, als das Unternehmen im Earnings Call verkündet habe, verschreibungspflichtige Medikamente direkt an Konsumenten verkaufen zu wollen.

Roche habe im ersten Halbjahr 2025 mit einem Umsatzplus von 4 % auf CHF 30,9 Mrd. und einem Gewinn je Aktie von CHF 11,10 die Erwartungen klar übertroffen. Wachstumstreiber sei erneut die Pharmasparte gewesen, die um 6 % zugelegt habe. Besonders stark hätten sich Vabysmo (+18 % auf CHF 2,07 Mrd.) sowie Phesgo, Xolair, Hemlibra und Ocrevus entwickelt. Im Diagnostikgeschäft seien die Erlöse weitgehend stabil geblieben, da die robuste Nachfrage nach Pathologielösungen und Blutscreening den Preisdruck aus China ausgeglichen habe.

Der Ausblick für 2025 sei bestätigt worden: Roche rechne weiterhin mit einem mittleren einstelligen Umsatzwachstum und einem hohen einstelligen Zuwachs beim Kerngewinn je Aktie.

Noch spannender sei jedoch die anschließende Ankündigung gewesen: Roche prüfe, verschreibungspflichtige Medikamente in den USA künftig direkt an Verbraucher zu verkaufen, um die Patientenkosten zu senken. Dieser Schritt sei wohl auch eine Reaktion auf die Vorwürfe des US-Präsidenten, die Pharmaindustrie verkaufe Medikamente in den USA zu überhöhten Preisen. In den USA würden Medikamentenpreise traditionell durch ein komplexes Geflecht aus Verhandlungen bestimmt, an dem sogenannte Pharmacy Benefit Manager (PBMs) beteiligt seien. Diese Mittelsmänner würden zwischen Pharmaunternehmen und Patienten bzw. Versicherungen agieren: Sie würden Mengenrabatte und Gebühren mit den Herstellern im Auftrag von Arbeitgebern und Versicherern aushandeln, Listen der erstattungsfähigen Medikamente erstellen und Apotheken die Kosten für verschriebene Präparate erstatten. Dieses System, kombiniert mit der schwachen Verhandlungsmacht privater Versicherer, die zusätzlich mit den PBMs Preise aushandeln müssten, führe häufig zu höheren Endpreisen für Patienten.

Die Aktie liege heute rund 1,5 % im Plus.

Die letzte Empfehlung für die Roche-Aktie lautete KAUF, so Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG. (Analyse vom 24.07.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (24.07.2025/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 24.07.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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