Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Richemont-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Sarina Rosenbusch vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Compagnie Financière Richemont S.A. (ISIN: CH0210483332, WKN: A1W5CV, Ticker-Symbol: RITN, SIX Swiss Exchange-Symbol: CFR) unter die Lupe.
Seit Monaten würden Spekulationen kursieren, ob Richemont endlich einen Käufer für seine verlustbringende E-Commerce-Plattform YNAP gefunden habe. Jetzt sei es offiziell: Mytheresa übernehme. Mit diesem Deal könnte der Münchner Luxus-Onlinehändler zu einem der führenden Player im Luxus-E-Commerce aufsteigen. Für Richemont sei es ein Befreiungsschlag.
Wie The Fashion Law berichte, werde Richemont zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro in eine Kapitalerhöhung für YNAP investieren, um die Verluste der Plattform auszugleichen. Die Übernahme solle im Frühjahr 2025 über die Bühne gehen. Der Verkauf beinhalte Barmittel von YNAP in Höhe von 555 Millionen Euro. Zusätzlich werde Richemont Mytheresa eine revolvierende Kreditlinie von 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Richemont erwarte eine Abschreibung von etwa 1,3 Milliarden Euro und werde im Gegenzug künftig ein Drittel der Anteile an Mytheresa halten.
Richemont habe sein Sorgenkind YNAP, zum dem E-Tailer Yoox, The Outnet, Net-a-Porter und Mr Porter gehören würden, schon länger verkaufen wollen. Ursprünglich sei der Deal im Jahr 2018 als Meilenstein gedacht gewesen, um das Unternehmen und die Luxusbranche zu transformieren. Damals sei YNAP mit 5,3 Milliarden Euro bewertet worden und beträchtliche Umsatzzuwächse sowie eine feste Gewinnspanne vorweisen können. Seitdem sei es bergab gegangen: Die Plattform kämpfe mit sinkenden Umsätzen und schwindenden Gewinnmargen.
Was sei passiert? Ein Hauptgrund sei die mangelnde Kompatibilität zwischen Richemont und YNAP gewesen. Während Richemont Luxusmarken wie Cartier und Van Cleef & Arpels besitze, habe es dem Konzern an technischem Know-how gefehlt, um YNAP effektiv zu betreiben, das im Kern ein Technologieunternehmen sei. Zudem habe Richemont das Wachstum seiner Marken priorisiert und nur begrenzt in YNAP investiert.
Des Weiteren habe Richemont jahrelang versucht, eine Partnerschaft mit Farfetch zu etablieren. Doch im Dezember 2023 sei der geplante Teilverkauf geplatzt, da Farfetch an den südkoreanischen E-Commerce-Giganten Coupang verkauft worden sei. Die Suche nach einem passenden Käufer sei weiter gegangen. Nachdem Finanzinvestoren wie Bain Capital und Permira ihre Angebot zurückgezogen hätten, sei Mytheresa als einziger Bieter noch im Rennen geblieben.
Nach dem Niedergang von Farfetch habe sich Mytheresa als einer der wenigen Akteure im E-Commmerce noch recht wacker halten können. Im Geschäftsjahr 2023/2024 habe die Firma ein Umsatzwachstum von zehn Prozent verzeichnet, Wachstumstreiber sei die USA mit einem Umsatzplus von 25 Prozent gewesen. Allerdings sei bereinigte EBITDA-Marge von 5,0 auf 3,1 Prozent gefallen.
"Durch diese Transaktion strebt Mytheresa an, eine führende globale, digitale Multimarken-Luxusgruppe zu bilden", habe Michael Kliger, der CEO von Mytheresa, erklärt. Die drei Plattformen Mytheresa, Net-a-Porter und Mr. Porter sollten weiterhin eigenständige Luxusmarkenangebote bereitstellen. "Wenn der Deal wie geplant klappt, wird Mytheresa der größte Spieler in diesem Bereich sein", so Cereda. "Und wenn nicht, wird Richemont wahrscheinlich die Verluste tragen müssen."
An der Börse komme die Nachricht gut an. Die Mytheresa-Aktie reagiere mit einem Kurssprung, sei aufgrund des immer noch eingetrübten Chartbilds aber weiterhin nur ein Kandidat für die Watchlist.
Richemont wahre mit dem Deal sein Gesicht. Der Konzern habe sich mit YNAP keinen Gefallen getan und könne mit dem Verkauf die Schließung des gesamten YNAP-Geschäfts und damit zahlreiche Entlassungen vermeiden.
Die Aktie bleibt eine Halteposition und ist zudem Mitglied im "Der Aktionär" Schweiz-Index, so Sarina Rosenbusch. (Analyse vom 07.10.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen. (07.10.2024/ac/a/a)
Sarina Rosenbusch vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Compagnie Financière Richemont S.A. (ISIN: CH0210483332, WKN: A1W5CV, Ticker-Symbol: RITN, SIX Swiss Exchange-Symbol: CFR) unter die Lupe.
Seit Monaten würden Spekulationen kursieren, ob Richemont endlich einen Käufer für seine verlustbringende E-Commerce-Plattform YNAP gefunden habe. Jetzt sei es offiziell: Mytheresa übernehme. Mit diesem Deal könnte der Münchner Luxus-Onlinehändler zu einem der führenden Player im Luxus-E-Commerce aufsteigen. Für Richemont sei es ein Befreiungsschlag.
Wie The Fashion Law berichte, werde Richemont zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro in eine Kapitalerhöhung für YNAP investieren, um die Verluste der Plattform auszugleichen. Die Übernahme solle im Frühjahr 2025 über die Bühne gehen. Der Verkauf beinhalte Barmittel von YNAP in Höhe von 555 Millionen Euro. Zusätzlich werde Richemont Mytheresa eine revolvierende Kreditlinie von 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Richemont erwarte eine Abschreibung von etwa 1,3 Milliarden Euro und werde im Gegenzug künftig ein Drittel der Anteile an Mytheresa halten.
Richemont habe sein Sorgenkind YNAP, zum dem E-Tailer Yoox, The Outnet, Net-a-Porter und Mr Porter gehören würden, schon länger verkaufen wollen. Ursprünglich sei der Deal im Jahr 2018 als Meilenstein gedacht gewesen, um das Unternehmen und die Luxusbranche zu transformieren. Damals sei YNAP mit 5,3 Milliarden Euro bewertet worden und beträchtliche Umsatzzuwächse sowie eine feste Gewinnspanne vorweisen können. Seitdem sei es bergab gegangen: Die Plattform kämpfe mit sinkenden Umsätzen und schwindenden Gewinnmargen.
Was sei passiert? Ein Hauptgrund sei die mangelnde Kompatibilität zwischen Richemont und YNAP gewesen. Während Richemont Luxusmarken wie Cartier und Van Cleef & Arpels besitze, habe es dem Konzern an technischem Know-how gefehlt, um YNAP effektiv zu betreiben, das im Kern ein Technologieunternehmen sei. Zudem habe Richemont das Wachstum seiner Marken priorisiert und nur begrenzt in YNAP investiert.
Des Weiteren habe Richemont jahrelang versucht, eine Partnerschaft mit Farfetch zu etablieren. Doch im Dezember 2023 sei der geplante Teilverkauf geplatzt, da Farfetch an den südkoreanischen E-Commerce-Giganten Coupang verkauft worden sei. Die Suche nach einem passenden Käufer sei weiter gegangen. Nachdem Finanzinvestoren wie Bain Capital und Permira ihre Angebot zurückgezogen hätten, sei Mytheresa als einziger Bieter noch im Rennen geblieben.
Nach dem Niedergang von Farfetch habe sich Mytheresa als einer der wenigen Akteure im E-Commmerce noch recht wacker halten können. Im Geschäftsjahr 2023/2024 habe die Firma ein Umsatzwachstum von zehn Prozent verzeichnet, Wachstumstreiber sei die USA mit einem Umsatzplus von 25 Prozent gewesen. Allerdings sei bereinigte EBITDA-Marge von 5,0 auf 3,1 Prozent gefallen.
"Durch diese Transaktion strebt Mytheresa an, eine führende globale, digitale Multimarken-Luxusgruppe zu bilden", habe Michael Kliger, der CEO von Mytheresa, erklärt. Die drei Plattformen Mytheresa, Net-a-Porter und Mr. Porter sollten weiterhin eigenständige Luxusmarkenangebote bereitstellen. "Wenn der Deal wie geplant klappt, wird Mytheresa der größte Spieler in diesem Bereich sein", so Cereda. "Und wenn nicht, wird Richemont wahrscheinlich die Verluste tragen müssen."
An der Börse komme die Nachricht gut an. Die Mytheresa-Aktie reagiere mit einem Kurssprung, sei aufgrund des immer noch eingetrübten Chartbilds aber weiterhin nur ein Kandidat für die Watchlist.
Richemont wahre mit dem Deal sein Gesicht. Der Konzern habe sich mit YNAP keinen Gefallen getan und könne mit dem Verkauf die Schließung des gesamten YNAP-Geschäfts und damit zahlreiche Entlassungen vermeiden.
Die Aktie bleibt eine Halteposition und ist zudem Mitglied im "Der Aktionär" Schweiz-Index, so Sarina Rosenbusch. (Analyse vom 07.10.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen. (07.10.2024/ac/a/a)
Archivbeitrag vom 07.10.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.