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Kolumnist: Performaxx-Anlegerbrief

Porsche Vz.: Der einstige Highflyer wird wieder interessant




04.02.08 00:30
Performaxx-Anlegerbrief

Eigentlich scheint nicht vieles dafür zu sprechen, Ihnen gerade jetzt einen Automobilhersteller zu empfehlen: der Ölpreis auf Höhenflug, Rezessionsängste in den USA, verhaltene Zulassungszahlen in Europa und eine CO2-Diskussion, die besonders Premium-Hersteller treffen könnte. Von dieser Drohkulisse ist Porsche jedoch weit weniger betroffen, als es der erste Anschein suggerieren mag. Vielmehr eröffnet der Kursverfall von 35 % seit dem Allzeithoch im Oktober 2007 neue Einstiegschancen, denn die langfristigen Wachstumsaussichten der Zuffenhausener Edelschmiede sind weiterhin intakt.


 


Unangefochtene Markenposition


 


Allen Börsenturbulenzen zum Trotz ist und bleibt nämlich der wichtigste Wachstumstreiber von Porsche völlig unangetastet: die mittlerweile fast konkurrenzlose Markenposition. Während die anderen großen Premium-Hersteller BMW und Mercedes zu Lasten ihres Images in die Volumen-Klassen expandiert haben, tummeln sich ansonsten im Luxussportwagen-Segment nur noch Kleinstserienhersteller und Exoten, die nicht annähernd über die Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebskapazitäten wie die Zuffenhausener verfügen. Somit ist Porsche der einzige größere Hersteller, der sich ausschließlich auf exklusive Sportwagen (und SUVs) konzentriert, die zugleich voll alltagstauglich sind und auf ein dichtes Servicenetz zurückgreifen können. Diese Kombination aus Technik, Image und Zuverlässigkeit macht die Zuffenhausener Autos für viele Kunden im Grunde alternativlos und sorgt dafür, dass weder Anschaffungs- noch Benzinpreisänderungen großen Einfluss auf das Nachfrageverhalten der (ohnehin kaufkräftigen) Klientel haben.


 


Wachstum trotz schwächerem Umfeld


 


So erklärt es sich auch, dass Porsche im ersten Halbjahr 2007/08 (bis 31.01.08) selbst in Deutschland seinen Absatz leicht steigern konnte, obwohl die Neuzulassungen hierzulande – vor allem infolge der Mehrwertsteuer-Erhöhung – insgesamt rückläufig waren. Weltweit konnte der Autohersteller in den ersten sechs Monaten sogar 18,7 % mehr Fahrzeuge verkaufen und seinen Umsatz um 14,2 % auf 3,5 Mrd. Euro steigern.


 


Auffällig ist dabei die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts. Stammten noch in 2000 70 % des Umsatzes aus Deutschland und Nordamerika, so waren es im angelaufenen Wirtschaftsjahr nur noch weniger als 50 %. Enorm zugelegt haben indes die dynamisch wachsenden Regionen Russland und China, der asiatisch-pazifische Raum, der Mittlere Osten sowie Afrika, Lateinamerika und Süd-/Osteuropa, die zusammen einen Umsatzanteil von mittlerweile über 20 % auf sich vereinen. Das Entstehen von hohem Wohlstand in zunehmenden Teilen der Welt stellt somit ein ganz wesentliches Wachstumspotenzial für Porsche dar – mit dem gegebenenfalls auch Nachfrageschwächen in gesättigten Märkten wie Europa und Nordamerika kompensiert werden können.


 


Nächster Schub durch den Panamera


 


Ein weiterer substanzieller Wachstumsschub dürfte 2009 anstehen, wenn mit dem Panamera die vierte Porsche-Modellreihe am Markt eingeführt wird. Wir haben keinen Zweifel daran, dass sich auch das 4-türige Sportcoupe einer regen Nachfrage erfreuen wird, denn für viele kaufkräftige Sportwagen-Liebhaber, die regelmäßig mehr als zwei Personen befördern müssen, wird der Panamera wohl den attraktivsten Kompromiss aus Leistungsstärke, Exklusivität und Alltagstauglichkeit darstellen. Porsche plant mit 20 Tsd. verkauften Einheiten pro Jahr, hält jedoch die Kapazitäten für bis zu 30 Tsd. Fahrzeuge vor (zum Vergleich: vom Cayenne werden in 07/08 vorraussichtlich über 40 Tsd. Stück verkauft). Selbst wenn man nur dem konservativen Unternehmensplan folgt, sollte der Panamera bei einem mittleren Verkaufspreis von geschätzten 100 Tsd. Euro schon bald einen Umsatzbeitrag von 2 Mrd. Euro liefern. Das alleine würde die Konzernerlöse um ein Viertel ausweiten.


 


Fallstrick CO2-Grenzwerte?


 


Ungemach scheint indessen von politischer Seite zu drohen. Im Zuge der Klimaschutzbemühungen soll nach dem Willen der europäischen Kommission ab 2012 ein Emissionsgrenzwert von 130 Gramm CO2 je Kilometer gelten und bei Überschreitung mit hohen Strafen geahndet werden. Dies würde gerade die deutschen Premiumhersteller und hier insbesondere Porsche (derzeitiger Flottendurchschnitt: knapp 300 g/km) hart treffen.


 


Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass der Kommissionsvorschlag noch erheblich entschärft werden dürfte. Erst kürzlich hat das europäische Parlament erneut dafür votiert, einen Grenzwert (von dann 125 g/km) erst ab 2015 einzuführen und die Strafen deutlich abzumildern. Zudem ist davon auszugehen, dass die deutsche Bundesregierung mit Blick auf die Bedeutung der hiesigen Premium-Hersteller ihren ganzen Einfluss geltend machen wird, um die (bereits von der Kommission diskutierten) größen- bzw. leistungsabhängigen Differenzierungen bei den Emissionsgrenzen auszuweiten.


 


Somit rechnen wir damit, dass die von Porsche unternommenen Anstrengungen zur CO2-Reduzierung, wie der bereits im Cayenne eingeführte Direkteinspritzer und der in Entwicklung befindliche Hybrid-Antrieb, ausreichen werden, um auch verschärften Emissionsvorschriften gerecht zu werden. Sollte dies – wider Erwarten – nicht reichen, so bliebe Porsche immer noch die (ohnehin wohl angestrebte) mehrheitliche Übernahme von VW, wodurch auch die Emissionsbilanzen beider Unternehmen zusammen bewertet würden.


 


Nicht mehr viel Zukunft eingepreist


 


Ausgehend von den starken Halbjahreszahlen erwarten wir auch für das Gesamtjahr 2007/08 neue Rekordmarken. Selbst wenn man für die kommenden sechs Monate ein abflachendes Wachstum annimmt, sollte der Umsatz auf 8 Mrd. Euro klettern. Bei einer stabilen, um die starken Einmaleffekte des letzten Jahres bereinigten Nettomarge von 22 % ergibt sich daraus eine Gewinntaxe von 1,76 Mrd. Euro bzw. 100 Euro je Aktie. Damit läge das KGV 07/08 bei moderaten 12. Mittelfristig ergeben sich natürlich noch ganz andere Perspektiven. Wenn der Panamera – wie von uns erwartet – ein Erfolg wird, könnte der Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 erstmals die 10 Mrd. Euro-Marke überschreiten und dabei ein Gewinn von rd. 140 Euro je Aktie hängen bleiben, was einem KGV von nur noch 8 entspräche. Fair hingegen erscheint für den profitabelsten und wachstumsstärksten Autohersteller der Welt durchaus ein KGV von 15, womit sich mühelos ein Kursziel von 2.000 Euro rechtfertigen ließe.


 


Fazit


 


Auch wenn sich der Porsche-Kurs vom Wochentief schon wieder um 20 % erholt hat, bleibt die Aktie für mittelfristig ausgerichtete Investoren eine interessante Anlagegelegenheit. Der aktuelle Börsenwert preist die realistischen Erfolgsaussichten des Panamera kaum ein, während die Gefahren der CO2-Debatte überbewertet scheinen. Wir nehmen daher die Porsche-Vorzüge in unsere Empfehlungsliste auf.


 


Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 570 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.


 


Weitere Informationen finden Sie unter:


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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
59,50 € 59,82 € -0,32 € -0,53% 25.02./14:11
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000PAH0038 PAH003 70,66 € 53,60 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
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Berlin 60,30 € +1,21%  08:57
Frankfurt 59,56 € 0,00%  14:05
Stuttgart 59,50 € -0,23%  14:07
Xetra 59,50 € -0,53%  14:11
Düsseldorf 59,48 € -1,00%  13:23
Hamburg 58,88 € -1,17%  10:29
München 58,86 € -1,70%  11:31
Hannover 58,86 € -3,51%  10:18
Nasdaq OTC Other 64,34 $ -7,11%  24.02.20
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