Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Oracle-Aktienanalyse von XTB:
Oracle Corp. (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460, Ticker-Symbol: ORC, NYSE-Symbol: ORCL) hat am 10. September nach US-Börsenschluss seine aktuellen Quartalsergebnisse vorgelegt, so die Experten von XTB.
Angesichts wachsender Sorgen - insbesondere bezüglich der Verschuldung des Konzerns - habe das Management Ergebnisse liefern müssen, die die Erwartungen deutlich übertreffen würden. Im vorbörslichen Handel habe die Oracle Aktie um etwa 5 bis 6% zugelegt. Damit habe sie jedoch weiterhin unter dem Eröffnungskurs vom Donnerstag notiert, nachdem das Papier im Vorfeld der Veröffentlichung um bis zu 5,3% nachgegeben habe.
Neben den unternehmensspezifischen Daten würden Anleger im aktuellen Marktumfeld auch verstärkt auf makroökonomische Indikatoren wie den US VPI (Verbraucherpreisindex) blicken, da die allgemeine Inflation und die Zinsentwicklung die Bewertung von Tech-Titeln wie der Oracle Aktie maßgeblich beeinflussen würden.
Umsatz und Gewinn im Detail
Der Umsatz sei im Kontext des Gesamtkonzerns solide ausgefallen. Mit 19,34 Milliarden USD habe Oracle die Prognosen von rund 19,05 Milliarden USD übertroffen, was einem Wachstum von 30% gegenüber dem Vorjahr entspreche. Deutlich stärker hätten sich der Gewinn pro Aktie (EPS) und die Rentabilität präsentiert:
- Non-GAAP EPS: 1,92 USD (Erwartung: 1,73 USD) - ein Anstieg von rund 24 % im Jahresvergleich.
- Steuereffekt: Dieses Ergebnis sei nicht vollkommen organisch zustande gekommen, da der effektive Steuersatz von Oracle von 20,5% auf 16,9% gesunken sei.
Treiber des Erfolgs: Cloud und RPO
Für Anleger der Oracle Aktie seien vor allem die Segmente Cloud und die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) von entscheidender Bedeutung:
- Gesamtes Cloud-Segment sei um 62% auf 11,6 Milliarden USD gewachsen und habe damit am oberen Ende der Management-Prognose gelegen. Das Cloud-Geschäft mache nun mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.
- Cloud Infrastructure (OCI) habe ein enormes Wachstum von 121% im Jahresvergleich verzeichnet - eine erneute Beschleunigung gegenüber den 93% im Vorquartal.
- RPO (Auftragsbestand) sei auf 664 Milliarden USD gestiegen und habe damit einige Prozente über dem Marktkonsens gelegen.
Ein positiver Überraschungseffekt habe sich beim Free Cashflow (FCF) gezeigt: Dieser habe bei minus 5,4 Milliarden USD gelegen, während der Markt ein Minus von fast 9,5 Milliarden USD befürchtet habe. Dies deute darauf hin, dass die Maßnahmen zur Ausgabendisziplin und Kostenkontrolle greifen würden.
Ausbau der Rechenzentren und Cashflow-Struktur
Auf der Analystenkonferenz sei das Management auf die Investitionen am Standort Abilene eingegangen: 6 von 8 Gebäuden seien bereits in Betrieb genommen worden und 75% der Zielkapazität stünden bereit. Im abgelaufenen Quartal sei eine Gesamtkapazität von 850 MW bereitgestellt worden. Komplexer gestalte sich die Analyse der Kapitalflussrechnung:
- 49% des operativen Cashflows würden aus Kundenvorauszahlungen stammen. Das könne Bedenken bezüglich des Kreditrisikos zwar leicht mildern, offenbare aber noch nicht die tatsächliche finanzielle Belastung.
- Die reale Bafinanzierung lasse sich erst exakt bewerten, wenn die aktuellen Investitionen vollständig in Betrieb genommen seien.
Das klarste positive Signal habe die Anhebung der Jahresprognose gesetzt: Der Jahres-EPS werde um 0,05 USD auf 8,10 USD angehoben und beim Umsatz erwarte der Konzern "mindestens" 90 Milliarden USD.
Fazit: Wie sei die Oracle Aktie einzuschätzen?
Die Ergebnisse würden eine Reihe positiver Trends zeigen, die jedoch im Kontext der allgemeinen Marktdynamik und makroökonomischer Einflussfaktoren wie dem US VPI gewichtet werden müssten:
- Die Überraschung beim Free Cashflow falle positiv aus; entscheidend bleibe, ob dieser Trend nachhaltig sei.
- Der Ausbau der Investitionsgüter schreite voran, wenngleich detaillierte qualitative Daten noch fehlen würden.
- Das Wachstum im Cloud-Bereich sei phänomenal, die qualitative Tragfähigkeit lasse sich derzeit jedoch nur schwer abschließend bewerten.
- Der Auftragsbestand sei riesig, allerdings fehlen würden transparente Angaben zur Kundenkonzentration und zu den genauen Zuflusszeitpunkten fehlen.
Für Investoren der Oracle Aktie gelte: Trotz der starken operativen Cloud-Zahlen mahne die unklare Cashburn-Entwicklung weiterhin zur Aufmerksamkeit. (Analyse vom 11.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (11.09.2026/ac/a/n)
Oracle Corp. (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460, Ticker-Symbol: ORC, NYSE-Symbol: ORCL) hat am 10. September nach US-Börsenschluss seine aktuellen Quartalsergebnisse vorgelegt, so die Experten von XTB.
Angesichts wachsender Sorgen - insbesondere bezüglich der Verschuldung des Konzerns - habe das Management Ergebnisse liefern müssen, die die Erwartungen deutlich übertreffen würden. Im vorbörslichen Handel habe die Oracle Aktie um etwa 5 bis 6% zugelegt. Damit habe sie jedoch weiterhin unter dem Eröffnungskurs vom Donnerstag notiert, nachdem das Papier im Vorfeld der Veröffentlichung um bis zu 5,3% nachgegeben habe.
Neben den unternehmensspezifischen Daten würden Anleger im aktuellen Marktumfeld auch verstärkt auf makroökonomische Indikatoren wie den US VPI (Verbraucherpreisindex) blicken, da die allgemeine Inflation und die Zinsentwicklung die Bewertung von Tech-Titeln wie der Oracle Aktie maßgeblich beeinflussen würden.
Umsatz und Gewinn im Detail
Der Umsatz sei im Kontext des Gesamtkonzerns solide ausgefallen. Mit 19,34 Milliarden USD habe Oracle die Prognosen von rund 19,05 Milliarden USD übertroffen, was einem Wachstum von 30% gegenüber dem Vorjahr entspreche. Deutlich stärker hätten sich der Gewinn pro Aktie (EPS) und die Rentabilität präsentiert:
- Non-GAAP EPS: 1,92 USD (Erwartung: 1,73 USD) - ein Anstieg von rund 24 % im Jahresvergleich.
- Steuereffekt: Dieses Ergebnis sei nicht vollkommen organisch zustande gekommen, da der effektive Steuersatz von Oracle von 20,5% auf 16,9% gesunken sei.
Treiber des Erfolgs: Cloud und RPO
Für Anleger der Oracle Aktie seien vor allem die Segmente Cloud und die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) von entscheidender Bedeutung:
- Gesamtes Cloud-Segment sei um 62% auf 11,6 Milliarden USD gewachsen und habe damit am oberen Ende der Management-Prognose gelegen. Das Cloud-Geschäft mache nun mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.
- Cloud Infrastructure (OCI) habe ein enormes Wachstum von 121% im Jahresvergleich verzeichnet - eine erneute Beschleunigung gegenüber den 93% im Vorquartal.
- RPO (Auftragsbestand) sei auf 664 Milliarden USD gestiegen und habe damit einige Prozente über dem Marktkonsens gelegen.
Ein positiver Überraschungseffekt habe sich beim Free Cashflow (FCF) gezeigt: Dieser habe bei minus 5,4 Milliarden USD gelegen, während der Markt ein Minus von fast 9,5 Milliarden USD befürchtet habe. Dies deute darauf hin, dass die Maßnahmen zur Ausgabendisziplin und Kostenkontrolle greifen würden.
Ausbau der Rechenzentren und Cashflow-Struktur
Auf der Analystenkonferenz sei das Management auf die Investitionen am Standort Abilene eingegangen: 6 von 8 Gebäuden seien bereits in Betrieb genommen worden und 75% der Zielkapazität stünden bereit. Im abgelaufenen Quartal sei eine Gesamtkapazität von 850 MW bereitgestellt worden. Komplexer gestalte sich die Analyse der Kapitalflussrechnung:
- 49% des operativen Cashflows würden aus Kundenvorauszahlungen stammen. Das könne Bedenken bezüglich des Kreditrisikos zwar leicht mildern, offenbare aber noch nicht die tatsächliche finanzielle Belastung.
- Die reale Bafinanzierung lasse sich erst exakt bewerten, wenn die aktuellen Investitionen vollständig in Betrieb genommen seien.
Das klarste positive Signal habe die Anhebung der Jahresprognose gesetzt: Der Jahres-EPS werde um 0,05 USD auf 8,10 USD angehoben und beim Umsatz erwarte der Konzern "mindestens" 90 Milliarden USD.
Fazit: Wie sei die Oracle Aktie einzuschätzen?
Die Ergebnisse würden eine Reihe positiver Trends zeigen, die jedoch im Kontext der allgemeinen Marktdynamik und makroökonomischer Einflussfaktoren wie dem US VPI gewichtet werden müssten:
- Die Überraschung beim Free Cashflow falle positiv aus; entscheidend bleibe, ob dieser Trend nachhaltig sei.
- Der Ausbau der Investitionsgüter schreite voran, wenngleich detaillierte qualitative Daten noch fehlen würden.
- Das Wachstum im Cloud-Bereich sei phänomenal, die qualitative Tragfähigkeit lasse sich derzeit jedoch nur schwer abschließend bewerten.
- Der Auftragsbestand sei riesig, allerdings fehlen würden transparente Angaben zur Kundenkonzentration und zu den genauen Zuflusszeitpunkten fehlen.
Für Investoren der Oracle Aktie gelte: Trotz der starken operativen Cloud-Zahlen mahne die unklare Cashburn-Entwicklung weiterhin zur Aufmerksamkeit. (Analyse vom 11.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (11.09.2026/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 11.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.