Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Oracle-Aktienanalyse von XTB:
Der US-Software- und Cloud-Konzern Oracle Corp. (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460, Ticker-Symbol: ORC, NYSE-Symbol: ORCL) hat mit seinen Ergebnissen für das erste Geschäftsquartal (Ende 31. August) die Erwartungen der Analysten an der Wall Street spürbar übertroffen, so Jens Klatt, Marktexperte von XTB.
Getrieben von einer enormen Nachfrage nach KI-Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur sei der Umsatz im Vorjahresvergleich um fast 30 Prozent geklettert, woraufhin die Oracle Aktie im nachbörslichen Handel um 4 Prozent zugelegt habe.
Dennoch zeige der Blick auf die Bilanz ein zweischneidiges Schwert: Massiven Wachstumschancen im Cloud-Geschäft stünden rasant gestiegene Investitionsausgaben, hohe Schulden und ein negativer freier Cashflow gegenüber. Da das Papier seit Jahresbeginn trotz des jüngsten Kurssprungs rund 22 Prozent an Wert verloren habe (während der S&P 500 um 11 Prozent gestiegen sei), würden sich viele Anleger fragen: Biete die Oracle Aktie jetzt eine günstige Einstiegsgelegenheit, um antizyklisch Aktien kaufen zu gehen?
Die 3 Key Takeaways zur Oracle Aktie
1. Cloud-Umsätze explodieren & 664 Milliarden USD RPO-Auftragsbestand
- Umsatz- und Gewinn-Beat: Im 1. Geschäftsquartal habe Oracle mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,92 US-Dollar (Konsens: 1,74 USD) und einem Gesamtumsatz von 19,35 Milliarden US-Dollar (Konsens: 19,14 Mrd. USD) die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Der Nettogewinn sei von 2,93 Milliarden auf 4,68 Milliarden US-Dollar (1,56 USD je Aktie) gestiegen.
- Cloud-Infrastruktur verdoppelt: Der Cloud-Umsatz insgesamt sei um 62% auf 11,61 Milliarden US-Dollar gesprungen. Die Sparte Cloud-Infrastruktur habe ihren Umsatz auf 7,4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln können (Konsens: 7,09 Mrd. USD). Dagegen habe der klassische Softwarebereich einen leichten Rückgang um 3 % auf 5,55 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
- Gigantischer Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) seien auf 664 Milliarden US-Dollar (Konsens: 630,6 Mrd. USD) geklettert. Allein im abgelaufenen Quartal habe Oracle zusätzliche KI-Verträge im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar abgechlossen - ohne dass laut CEO Clay Magouyrk dafür zusätzliches Kapital benötigt worden sei. Hinzu komme ein Großauftrag des US-Pentagons über bis zu 7 Milliarden US-Dollar mit einer Laufzeit von zehn Jahren.
2. Anhebung der langfristigen Prognosen für 2027 & Entwarnung bei Rechenzentren
- Starker Q2-Ausblick: Für das laufende 2. Quartal prognostiziere Oracle ein Umsatzwachstum zwischen 30% und 34% sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,85 bis 1,93 US-Dollar (Konsens: 1,89 USD bei 21,20 Mrd. USD Umsatz).
- Erhöhte 2027er-Ziele: Für das Geschäftsjahr 2027 peile der Konzern nun einen Umsatz von mindestens 90 Milliarden US-Dollar (bisheriger Konsens: 89,76 Mrd. USD) und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 US-Dollar an (Konsens: 8,07 USD).
- Keine Bauverzögerungen: Finanzchefin Hilary Maxson habe Bedenken über Verzögerungen beim Bau eines wichtigen Rechenzentrums in New Mexico (aufgrund von Erdgasleitungen und Luftgenehmigungen) zurückgewiesen. Es gebe keine Anhaltspunkte für Abweichungen vom Zeitplan. Allein im 1. Quartal habe Oracle 850 Megawatt an neuer Rechenzentrumskapazität bereitgestellt.
3. Massiver Cash-Demand, hohe Schulden & schwaches YTD-Niveau
- Exponentieller CapEx-Anstieg: Die Investitionsausgaben (CapEx) seien im 1. Quartal von 8,50 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf gewaltige 28,50 Milliarden US-Dollar nach oben geschnellt, um den Rechenzentren-Ausbau für den KI-Boom zu stemmen.
- Belastung der Bilanz: Im Vergleich zu anderen Hyperscalern weise Oracle eine schwächere Liquidität und ein niedrigeres Kreditrating auf. Die Verschuldung belaufe sich aktuell auf 125 Milliarden US-Dollar, während sich der freie Cashflow auf minus 5,4 Milliarden US-Dollar verschlechtert habe (Vorjahr: minus 362 Millionen USD).
- Börsen-Rückstand: Mit einem Jahresverlust von 22% harre die Aktie noch immer deutlich hinter der Entwicklung des breiten S&P 500 (+11%) zurück, was das verhaltene Anlegervertrauen bezüglich der Verschuldung widerspiegele.
Oracle wandele sich im Eiltempo von einem traditionellen Datenbank-Softwareanbieter zu einem Schwergewicht im globalen Cloud- und KI-Infrastrukturmarkt. Die operative Dynamik sei beeindruckend: Eine Verdopplung des Cloud-Infrastruktur-Umsatzes und ein rekordhoher Auftragsbestand von 664 Milliarden US-Dollar würden untermauern, dass Big-Tech-Kunden und staatliche Institutionen wie das Pentagon massiv auf Oracles Rechenkapazitäten setzen würden.
Gleichzeitig verlange die KI-Expansion dem Unternehmen enorm viel Kapital ab. Der sprunghafte Anstieg der Investitionen auf 28,5 Milliarden US-Dollar drücke den freien Cashflow tief ins Minus und erhöhe den Druck auf die ohnehin hohe Schuldenlast von 125 Milliarden US-Dollar.
Für Investoren, die risikobewusst agieren würden und wachstumsstarke Tech-Aktien kaufen möchten, sei der YTD-Kursrückgang von 22 Prozent bei der Oracle Aktie ein interessanter Bewertungsabschlag. Die Erhöhung der langfristigen Ziele für 2027 zeige das Vertrauen des Managements. Das Investment bleibet jedoch volatil, da Oracle seine immensen Rechenzentren-Investitionen in den kommenden Quartalen erfolgreich profitabel monetarisieren müsse, um den negativen Cashflow zügig umzukehren. (Analyse vom 11.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (11.09.2026/ac/a/n)
Der US-Software- und Cloud-Konzern Oracle Corp. (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460, Ticker-Symbol: ORC, NYSE-Symbol: ORCL) hat mit seinen Ergebnissen für das erste Geschäftsquartal (Ende 31. August) die Erwartungen der Analysten an der Wall Street spürbar übertroffen, so Jens Klatt, Marktexperte von XTB.
Getrieben von einer enormen Nachfrage nach KI-Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur sei der Umsatz im Vorjahresvergleich um fast 30 Prozent geklettert, woraufhin die Oracle Aktie im nachbörslichen Handel um 4 Prozent zugelegt habe.
Dennoch zeige der Blick auf die Bilanz ein zweischneidiges Schwert: Massiven Wachstumschancen im Cloud-Geschäft stünden rasant gestiegene Investitionsausgaben, hohe Schulden und ein negativer freier Cashflow gegenüber. Da das Papier seit Jahresbeginn trotz des jüngsten Kurssprungs rund 22 Prozent an Wert verloren habe (während der S&P 500 um 11 Prozent gestiegen sei), würden sich viele Anleger fragen: Biete die Oracle Aktie jetzt eine günstige Einstiegsgelegenheit, um antizyklisch Aktien kaufen zu gehen?
Die 3 Key Takeaways zur Oracle Aktie
1. Cloud-Umsätze explodieren & 664 Milliarden USD RPO-Auftragsbestand
- Umsatz- und Gewinn-Beat: Im 1. Geschäftsquartal habe Oracle mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,92 US-Dollar (Konsens: 1,74 USD) und einem Gesamtumsatz von 19,35 Milliarden US-Dollar (Konsens: 19,14 Mrd. USD) die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Der Nettogewinn sei von 2,93 Milliarden auf 4,68 Milliarden US-Dollar (1,56 USD je Aktie) gestiegen.
- Cloud-Infrastruktur verdoppelt: Der Cloud-Umsatz insgesamt sei um 62% auf 11,61 Milliarden US-Dollar gesprungen. Die Sparte Cloud-Infrastruktur habe ihren Umsatz auf 7,4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln können (Konsens: 7,09 Mrd. USD). Dagegen habe der klassische Softwarebereich einen leichten Rückgang um 3 % auf 5,55 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
- Gigantischer Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) seien auf 664 Milliarden US-Dollar (Konsens: 630,6 Mrd. USD) geklettert. Allein im abgelaufenen Quartal habe Oracle zusätzliche KI-Verträge im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar abgechlossen - ohne dass laut CEO Clay Magouyrk dafür zusätzliches Kapital benötigt worden sei. Hinzu komme ein Großauftrag des US-Pentagons über bis zu 7 Milliarden US-Dollar mit einer Laufzeit von zehn Jahren.
2. Anhebung der langfristigen Prognosen für 2027 & Entwarnung bei Rechenzentren
- Starker Q2-Ausblick: Für das laufende 2. Quartal prognostiziere Oracle ein Umsatzwachstum zwischen 30% und 34% sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,85 bis 1,93 US-Dollar (Konsens: 1,89 USD bei 21,20 Mrd. USD Umsatz).
- Erhöhte 2027er-Ziele: Für das Geschäftsjahr 2027 peile der Konzern nun einen Umsatz von mindestens 90 Milliarden US-Dollar (bisheriger Konsens: 89,76 Mrd. USD) und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 US-Dollar an (Konsens: 8,07 USD).
- Keine Bauverzögerungen: Finanzchefin Hilary Maxson habe Bedenken über Verzögerungen beim Bau eines wichtigen Rechenzentrums in New Mexico (aufgrund von Erdgasleitungen und Luftgenehmigungen) zurückgewiesen. Es gebe keine Anhaltspunkte für Abweichungen vom Zeitplan. Allein im 1. Quartal habe Oracle 850 Megawatt an neuer Rechenzentrumskapazität bereitgestellt.
3. Massiver Cash-Demand, hohe Schulden & schwaches YTD-Niveau
- Exponentieller CapEx-Anstieg: Die Investitionsausgaben (CapEx) seien im 1. Quartal von 8,50 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf gewaltige 28,50 Milliarden US-Dollar nach oben geschnellt, um den Rechenzentren-Ausbau für den KI-Boom zu stemmen.
- Belastung der Bilanz: Im Vergleich zu anderen Hyperscalern weise Oracle eine schwächere Liquidität und ein niedrigeres Kreditrating auf. Die Verschuldung belaufe sich aktuell auf 125 Milliarden US-Dollar, während sich der freie Cashflow auf minus 5,4 Milliarden US-Dollar verschlechtert habe (Vorjahr: minus 362 Millionen USD).
- Börsen-Rückstand: Mit einem Jahresverlust von 22% harre die Aktie noch immer deutlich hinter der Entwicklung des breiten S&P 500 (+11%) zurück, was das verhaltene Anlegervertrauen bezüglich der Verschuldung widerspiegele.
Oracle wandele sich im Eiltempo von einem traditionellen Datenbank-Softwareanbieter zu einem Schwergewicht im globalen Cloud- und KI-Infrastrukturmarkt. Die operative Dynamik sei beeindruckend: Eine Verdopplung des Cloud-Infrastruktur-Umsatzes und ein rekordhoher Auftragsbestand von 664 Milliarden US-Dollar würden untermauern, dass Big-Tech-Kunden und staatliche Institutionen wie das Pentagon massiv auf Oracles Rechenkapazitäten setzen würden.
Gleichzeitig verlange die KI-Expansion dem Unternehmen enorm viel Kapital ab. Der sprunghafte Anstieg der Investitionen auf 28,5 Milliarden US-Dollar drücke den freien Cashflow tief ins Minus und erhöhe den Druck auf die ohnehin hohe Schuldenlast von 125 Milliarden US-Dollar.
Für Investoren, die risikobewusst agieren würden und wachstumsstarke Tech-Aktien kaufen möchten, sei der YTD-Kursrückgang von 22 Prozent bei der Oracle Aktie ein interessanter Bewertungsabschlag. Die Erhöhung der langfristigen Ziele für 2027 zeige das Vertrauen des Managements. Das Investment bleibet jedoch volatil, da Oracle seine immensen Rechenzentren-Investitionen in den kommenden Quartalen erfolgreich profitabel monetarisieren müsse, um den negativen Cashflow zügig umzukehren. (Analyse vom 11.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (11.09.2026/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 11.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.