Aktien des Tages

Ölmarkt bleibt unter Druck

Paris (www.aktiencheck.de) - Obwohl sich die Ölpreise der Nordseesorte Brent und von West Texas Intermediate seit ihrem Viereinhalbjahrestief Anfang Mai um rund 10 Prozent erholen konnten, bleibt das Marktumfeld angespannt, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die jüngsten Prognosen der US-Energiebehörde EIA und führender Analysten würden weiterhin auf Gegenwind hindeuten: Für das Jahr 2025 würden Durchschnittspreise von rund 65 Dollar pro Barrel Brent-Öl erwartet, was etwa dem aktuellen Niveau entspreche. Dies wäre der niedrigste Jahresdurchschnitt seit mehreren Jahren.

OPEC+ bereite nächste Schritte vor

Die Versuche der OPEC+, das Rohölangebot zu regulieren und so für stabile Preise zu sorgen, würden dadurch geschwächt, dass einige Mitglieder ihre Förderquoten nicht einhalten würden. Die Entscheidung des Kartells, die Produktionskürzungen im Juni stärker als erwartet zurückzunehmen, könnte vor allem auf eines hindeuten: dass beabsichtigt werde, die Fördermengen künftig noch weiter und über einen längeren Zeitraum als bislang kommuniziert auszuweiten. Umso spannender werde zu beobachten sein, wie sich die OPEC+ bei ihrem virtuellen Treffen an diesem Sonntag mit Blick auf ihr weiteres Vorgehen im zweiten Halbjahr positionieren werde. Die zentrale Frage bleibe, ob die bisherigen Kürzungen der Fördermengen Bestand haben würden. Selbst wenn die OPEC+ wider Erwarten neue Kürzungsrunden ankündige, würden weitere Belastungen bleiben. Schwache Nachfrage, hohe Lagerbestände und das unsichere globale Konjunkturumfeld würden weiterhin für Gegenwind sorgen - zusätzliche Kürzungsrunden könnten diese strukturellen Herausforderungen allenfalls abmildern, aber wohl nicht vollständig ausgleichen. (30.05.2025/ac/a/m)

Archivbeitrag vom 30.05.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar