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Ölmarkt: Risikoprämie ist zurück - kurzfristige Entspannung unwahrscheinlich

Paris (www.aktiencheck.de) - Die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung am Ölmarkt hat sich vorerst zerschlagen, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Nachdem der Preis für die Nordsee-Referenzsorte Brent in der zweiten Junihälfte und Anfang Juli angesichts der Aussicht auf eine länger anhaltende Waffenruhe im Nahen Osten bis auf rund 70 Dollar je Barrel gefallen sei, habe sich die Stimmung zuletzt wieder merklich aufgeheizt. Am Donnerstag habe Brent zeitweise an der 100-Dollar-Marke gekratzt und sei damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni gestiegen. US-Öl der Sorte WTI sei binnen einer Woche um rund 15% auf über 90 Dollar je Fass gestiegen. Auslöser für den Preissprung seien die deutlich gestiegenen Risiken in der wichtigsten Förderregion der Welt: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die rund 20% des weltweiten Ölangebots transportiert würden, sei faktisch wieder zum Erliegen gekommen. Hinzu komme, dass die strategischen Reserven der USA derzeit weniger Puffer als in früheren Krisen bieten würden und im Juli auf rund 311,4 Millionen Barrel und damit den niedrigsten Stand seit März 1983 gefallen seien.

Für eine gewisse Entlastung könnte China sorgen. Peking habe Anfang Juli die seit Beginn des Iran-Konflikts geltenden Exportbeschränkungen für raffinierte Ölprodukte gelockert und habe wieder die Ausfuhr von Kraftstoffen erlaubt. Kurzfristig dürften die Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus den Ölpreis weiter stützen. Mittelfristig hingegen sei wieder mit günstigerem Öl zu rechnen, da weitere Produktionsausweitungen außerhalb der Golfregion zu erwarten seien, die den Markt wieder besser versorgen dürften. (24.07.2026/ac/a/m)

Archivbeitrag vom 24.07.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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