Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Novartis-Aktienanalyse von XTB:
Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, nimmt die Aktie der Novartis AG (ISIN: CH0012005267, WKN: 904278, Ticker-Symbol: NOT, SIX SWISS-Symbol: NOVN) unter die Lupe.
Der Schweizer Pharmagigant Novartis erlebe eine extrem schwierige Handelswoche, wie Marktexperte Jens Klatt analysiere. Ein weiterer Rückschlag in der Medikamentenentwicklung habe die Novartis Aktie am Dienstag schwer belastet und mit einem kräftigen Kursrutsch von mehr als zehn Prozent ans Ende des Schweizer Leitindex SMI katapultiert. Grund für den plötzlichen Abverkauf sei das Verfehlen des primären Studienziels bei der Erforschung eines Wirkstoffs gegen die seltene Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1.
Nach dem vorherigen Misserfolg beim Lizenzprodukt Pelacarsen stehe das Unternehmen nun vor erhöhten Unsicherheiten hinsichtlich seiner langfristigen Wachstumsziele. Für Anleger stelle sich nach dem deutlichen Kursrücksetzer die Frage, ob sich auf dem reduzierten Bewertungsniveau eine günstige Einstiegsgelegenheit biete, um defensive Gesundheits-Aktien kaufen zu gehen. Im Folgenden würden die Experten die wichtigsten Fakten und Analystenstimmen im Detail betrachten.
📌 Die 3 Key Takeaways
📉 Gescheiterte Harbor-Studie löse Kurssturz von über 10% aus
• Verfehltes Hauptziel: In der 54-wöchigen Studie Harbor mit rund 150 Patienten habe der Wirkstoff Del-Desiran den primären Endpunkt (Messung der Zeit zum Öffnen der Hand bei Muskelsteifigkeit) nicht erreichen können.
• Lichtblick in Sekundärdaten: Trotz des Fehlschlags im Hauptziel habe das Medikament in sekundären Endpunkten – etwa bei der Muskelkraft – sowie in ergänzenden Analysen erste Hinweise auf eine klinische Wirksamkeit gezeigt.
• Kursreaktion: Die Aktie habe um über 10% nachgegeben und damit fast ihren gesamten bisherigen Jahresgewinn verloren.
💸 12-Milliarden-Dollar-Übernahme unter Rechtfertigungsdruck
• Teurer Zukauf: Analyst Michael Leuchten von Jefferies betone, dass Novartis den Entwickler Avidity Biosciences für rund 12 Milliarden US-Dollar übernommen habe.
• Klumpenrisiko im Prüfprozess: Der gescheiterte Studienausgang werfe erneut kritische Fragen bezüglich des Prüfprozesses und der M&A-Strategie von Novartis auf.
• Folgerisiken: Investoren würden sich nun auch um den Erfolg von Studien zu Del-Brax, einem weiteren Mittel aus derselben Wirkstoffklasse, sorgen. Zudem wackle das angestrebte mittlere einstellige Umsatzwachstum bis 2030, was den Druck auf weitere Zukäufe erhöhe.
🎯 Analysten würden Erwartungen revidieren und sähen Verzögerungen
• Goldman Sachs sieht Risiken: Analyst James Quigley von Goldman Sachs gehe davon aus, dass sich der Marktstart von Del-Desiran zumindest deutlich verzögern dürfte oder komplett entfalle.
• Mögliche Bewertungsabschläge: Ein vollständiger Wegfall des Medikaments würde die Bewertung von Goldman Sachs um etwa 5% senken. Dennoch belasse Quigley sein Kursziel vorerst bei 113 Schweizer Franken.
• Doppelbelastung: Bereits am Montag habe der Misserfolg mit dem lizenzierten Herzmedikament Pelacarsen die Aktie unter Druck gesetzt, was die Nervosität der Anleger zusätzlich verstärkt habe.
Expertenfazit von Jens Klatt: Jetzt die Novartis Aktie kaufen?
Die jüngsten Studienergebnisse seien für Novartis ein doppelter Rückschlag. Der Fehlschlag bei der Harbor-Studie wiege angesichts des hohen Kaufpreises von 12 Milliarden US-Dollar für Avidity Biosciences besonders schwer und bringe das Management bezüglich der M&A-Strategie in Erklärungsnot. Zudem stünden die Wachstumsziele bis 2030 ohne funktionierende Pipeline-Kandidaten auf wackeligen Beinen.
Aus Investorensicht sei die Novartis Aktie nach dem Kursrutsch von über 10% zwar optisch günstiger geworden, doch die verbleibenden Pipelinerisiken und die Unklarheiten bezüglich der künftigen Wirkstoffzulassungen würden zur Vorsicht mahnen. Wer im Pharmasektor solide Aktien kaufen möchte, sollte zunächst abwarten, bis sich der Kurs stabilisiere und das Management klare Antworten darauf liefere, wie die Lücke in der langfristigen Wachstumsplanung geschlossen werden solle. (Analyse vom 09.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (09.09.2026/ac/a/a)
Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, nimmt die Aktie der Novartis AG (ISIN: CH0012005267, WKN: 904278, Ticker-Symbol: NOT, SIX SWISS-Symbol: NOVN) unter die Lupe.
Der Schweizer Pharmagigant Novartis erlebe eine extrem schwierige Handelswoche, wie Marktexperte Jens Klatt analysiere. Ein weiterer Rückschlag in der Medikamentenentwicklung habe die Novartis Aktie am Dienstag schwer belastet und mit einem kräftigen Kursrutsch von mehr als zehn Prozent ans Ende des Schweizer Leitindex SMI katapultiert. Grund für den plötzlichen Abverkauf sei das Verfehlen des primären Studienziels bei der Erforschung eines Wirkstoffs gegen die seltene Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1.
Nach dem vorherigen Misserfolg beim Lizenzprodukt Pelacarsen stehe das Unternehmen nun vor erhöhten Unsicherheiten hinsichtlich seiner langfristigen Wachstumsziele. Für Anleger stelle sich nach dem deutlichen Kursrücksetzer die Frage, ob sich auf dem reduzierten Bewertungsniveau eine günstige Einstiegsgelegenheit biete, um defensive Gesundheits-Aktien kaufen zu gehen. Im Folgenden würden die Experten die wichtigsten Fakten und Analystenstimmen im Detail betrachten.
📌 Die 3 Key Takeaways
📉 Gescheiterte Harbor-Studie löse Kurssturz von über 10% aus
• Verfehltes Hauptziel: In der 54-wöchigen Studie Harbor mit rund 150 Patienten habe der Wirkstoff Del-Desiran den primären Endpunkt (Messung der Zeit zum Öffnen der Hand bei Muskelsteifigkeit) nicht erreichen können.
• Lichtblick in Sekundärdaten: Trotz des Fehlschlags im Hauptziel habe das Medikament in sekundären Endpunkten – etwa bei der Muskelkraft – sowie in ergänzenden Analysen erste Hinweise auf eine klinische Wirksamkeit gezeigt.
• Kursreaktion: Die Aktie habe um über 10% nachgegeben und damit fast ihren gesamten bisherigen Jahresgewinn verloren.
💸 12-Milliarden-Dollar-Übernahme unter Rechtfertigungsdruck
• Teurer Zukauf: Analyst Michael Leuchten von Jefferies betone, dass Novartis den Entwickler Avidity Biosciences für rund 12 Milliarden US-Dollar übernommen habe.
• Klumpenrisiko im Prüfprozess: Der gescheiterte Studienausgang werfe erneut kritische Fragen bezüglich des Prüfprozesses und der M&A-Strategie von Novartis auf.
• Folgerisiken: Investoren würden sich nun auch um den Erfolg von Studien zu Del-Brax, einem weiteren Mittel aus derselben Wirkstoffklasse, sorgen. Zudem wackle das angestrebte mittlere einstellige Umsatzwachstum bis 2030, was den Druck auf weitere Zukäufe erhöhe.
🎯 Analysten würden Erwartungen revidieren und sähen Verzögerungen
• Goldman Sachs sieht Risiken: Analyst James Quigley von Goldman Sachs gehe davon aus, dass sich der Marktstart von Del-Desiran zumindest deutlich verzögern dürfte oder komplett entfalle.
• Mögliche Bewertungsabschläge: Ein vollständiger Wegfall des Medikaments würde die Bewertung von Goldman Sachs um etwa 5% senken. Dennoch belasse Quigley sein Kursziel vorerst bei 113 Schweizer Franken.
• Doppelbelastung: Bereits am Montag habe der Misserfolg mit dem lizenzierten Herzmedikament Pelacarsen die Aktie unter Druck gesetzt, was die Nervosität der Anleger zusätzlich verstärkt habe.
Expertenfazit von Jens Klatt: Jetzt die Novartis Aktie kaufen?
Die jüngsten Studienergebnisse seien für Novartis ein doppelter Rückschlag. Der Fehlschlag bei der Harbor-Studie wiege angesichts des hohen Kaufpreises von 12 Milliarden US-Dollar für Avidity Biosciences besonders schwer und bringe das Management bezüglich der M&A-Strategie in Erklärungsnot. Zudem stünden die Wachstumsziele bis 2030 ohne funktionierende Pipeline-Kandidaten auf wackeligen Beinen.
Aus Investorensicht sei die Novartis Aktie nach dem Kursrutsch von über 10% zwar optisch günstiger geworden, doch die verbleibenden Pipelinerisiken und die Unklarheiten bezüglich der künftigen Wirkstoffzulassungen würden zur Vorsicht mahnen. Wer im Pharmasektor solide Aktien kaufen möchte, sollte zunächst abwarten, bis sich der Kurs stabilisiere und das Management klare Antworten darauf liefere, wie die Lücke in der langfristigen Wachstumsplanung geschlossen werden solle. (Analyse vom 09.09.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (09.09.2026/ac/a/a)
Archivbeitrag vom 09.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.