Paris (www.aktiencheck.de) - Munich Re-Aktienanalyse der BNP Paribas:
Mit einer Berg- und Talfahrt reagiert die Aktie der Munich Re (ISIN: DE0008430026, WKN: 843002, Ticker-Symbol: MUV2, NASDAQ OTC-Symbol: MURGF) auf die Vorlage der 9-Monats-Zahlen, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.
Einerseits seien die Ergebnisse gemischt ausgefallen, andererseits habe der scheidende Vorstandschef Joachim Wenning einmal mehr die Jahresprognose zum Versicherungsumsatz gesenkt. Wenning übergebe den Posten am 1. Januar 2026 an den bisherigen Finanzchef Christoph Jurecka.
Im dritten Quartal sei der Versicherungsumsatz, sprich die Prämieneinnahmen, um 6 Prozent auf 14,58 Milliarden Euro gesunken, das habe um mehr als 1 Milliarde Euro unter den Schätzungen der Analysten von 15,7 Milliarden Euro gelegen. Der Konzern habe den Rückgang vor allem auf negative Währungseffekte zurückgeführt.
Dabei sei der Umsatz im Rückversicherungsgeschäft um 9,4 Prozent auf 9,26 Milliarden Euro eingebrochen und habe damit die Erwartungen von 10,2 Milliarden Euro deutlich verfehlt. Das Unternehmen habe gerade in der Sparte Schaden-/Unfall-Rückversicherungen Geschäft aufgegeben, "das nicht mehr den Renditeanforderungen entsprach", also Geschäfte, bei denen es Preisdruck gegeben habe. Hingegen habe der Versicherungsumsatz bei der Erstversicherungstochter Ergo auf 5,31 Milliarden Euro leicht zugelegt. Allerdings sei das operative Ergebnis auf Konzernebene um 161 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro nach oben geschossen und habe damit die Erwartungen von 2,67 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Davon seien 1,7 Milliarden Euro auf das Rückversicherungsgeschäft entfallen. Zu dem guten Ergebnis habe beigetragen, dass die Belastungen aus Großschäden im Bereich Schaden-/Unfall-Rückversicherung auf nur noch 118 Millionen Euro eingebrochen seien, gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, als es etliche Großschäden in den USA gegeben habe. Damit habe sich die Schaden-Kosten-Quote in diesem Bereich erheblich von 89,5 Prozent auf nur noch 62,7 Prozent verbessert. Zudem habe sich der operative Gewinn von Ergo auf 314 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dabei sei das Ergebnis auch durch einen Sondereffekt von 50 Millionen Euro beflügelt worden.
Prognose gesenkt
Bei der Zahlenvorlage habe das Management die Prognose für die Prämieneinnahmen einmal mehr gesenkt. Demnach sollten sie 2025 auf Konzernebene lediglich 61 Milliarden Euro erreichen, nachdem Wenning den Ausblick bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August von 64 Milliarden auf 62 Milliarden Euro gestutzt habe. Zudem würden 61 Milliarden Euro quasi eine Stagnation bedeuten, nachdem 2024 60,8 Milliarden Euro zu Buche gestanden seien.
Grund für die erneute Reduktion sei das schwächer als erwartete Rückversicherungsgeschäft, das Management gehe nur noch von einem Versicherungsumsatz von lediglich 39 Milliarden Euro aus, nachdem die Prognose bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen von 42 Milliarden auf 40 Milliarden Euro gesenkt worden sei. Das Management habe die erneute Senkung mit "Prämienanpassungen, Auswirkungen aus den Erneuerungen und der Wechselkursentwicklung" begründet.
Zur Erinnerung: Nach mehreren Jahren mit kräftigen Preiserhöhungen seien die Preise bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli um 2,5 Prozent gesunken. Bei der Runde im Juli sei vor allem Geschäft in Nord- und Südamerika sowie in Australien erneuert worden. Allerdings solle die Schaden-Kosten-Quote im Bereich Schaden-/Unfall-Rückversicherung 2025 mit 74 Prozent deutlich besser ausfallen als zuvor erwartet (79 Prozent).
Zudem habe Wenning das Ziel bestätigt, 2025 auf Konzernebene einen Gewinn von 6,0 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Dabei seien nach den ersten drei Quartalen 5,2 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Allerdings lägen die Schätzungen der Analysten bei 6,5 Milliarden Euro.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach der Kursschwäche der vergangenen Monate notiere die Aktie nur noch um wenige Prozent über dem 9-Monats-Tief von 520 Euro. Damit liege das 2026er-KGV bei 10,9. Nach Meinung von Haidt könnte die erneute Senkung der Prognose die Stimmung der Aktionäre weiter dämpfen, weshalb das Papier kurzfristig seitwärts tendieren dürfte. Umso wichtiger werde der Kapitalmarkttag am 11. Dezember. Dabei müsse das Management die Analysten überzeugen, dass der Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft allmählich nachlassen könnte, ansonsten könnte das Papier wieder auf Talfahrt gehen. (Analyse vom 11.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (11.11.2025/ac/a/d)
Mit einer Berg- und Talfahrt reagiert die Aktie der Munich Re (ISIN: DE0008430026, WKN: 843002, Ticker-Symbol: MUV2, NASDAQ OTC-Symbol: MURGF) auf die Vorlage der 9-Monats-Zahlen, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.
Einerseits seien die Ergebnisse gemischt ausgefallen, andererseits habe der scheidende Vorstandschef Joachim Wenning einmal mehr die Jahresprognose zum Versicherungsumsatz gesenkt. Wenning übergebe den Posten am 1. Januar 2026 an den bisherigen Finanzchef Christoph Jurecka.
Im dritten Quartal sei der Versicherungsumsatz, sprich die Prämieneinnahmen, um 6 Prozent auf 14,58 Milliarden Euro gesunken, das habe um mehr als 1 Milliarde Euro unter den Schätzungen der Analysten von 15,7 Milliarden Euro gelegen. Der Konzern habe den Rückgang vor allem auf negative Währungseffekte zurückgeführt.
Dabei sei der Umsatz im Rückversicherungsgeschäft um 9,4 Prozent auf 9,26 Milliarden Euro eingebrochen und habe damit die Erwartungen von 10,2 Milliarden Euro deutlich verfehlt. Das Unternehmen habe gerade in der Sparte Schaden-/Unfall-Rückversicherungen Geschäft aufgegeben, "das nicht mehr den Renditeanforderungen entsprach", also Geschäfte, bei denen es Preisdruck gegeben habe. Hingegen habe der Versicherungsumsatz bei der Erstversicherungstochter Ergo auf 5,31 Milliarden Euro leicht zugelegt. Allerdings sei das operative Ergebnis auf Konzernebene um 161 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro nach oben geschossen und habe damit die Erwartungen von 2,67 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Davon seien 1,7 Milliarden Euro auf das Rückversicherungsgeschäft entfallen. Zu dem guten Ergebnis habe beigetragen, dass die Belastungen aus Großschäden im Bereich Schaden-/Unfall-Rückversicherung auf nur noch 118 Millionen Euro eingebrochen seien, gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, als es etliche Großschäden in den USA gegeben habe. Damit habe sich die Schaden-Kosten-Quote in diesem Bereich erheblich von 89,5 Prozent auf nur noch 62,7 Prozent verbessert. Zudem habe sich der operative Gewinn von Ergo auf 314 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dabei sei das Ergebnis auch durch einen Sondereffekt von 50 Millionen Euro beflügelt worden.
Prognose gesenkt
Bei der Zahlenvorlage habe das Management die Prognose für die Prämieneinnahmen einmal mehr gesenkt. Demnach sollten sie 2025 auf Konzernebene lediglich 61 Milliarden Euro erreichen, nachdem Wenning den Ausblick bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August von 64 Milliarden auf 62 Milliarden Euro gestutzt habe. Zudem würden 61 Milliarden Euro quasi eine Stagnation bedeuten, nachdem 2024 60,8 Milliarden Euro zu Buche gestanden seien.
Grund für die erneute Reduktion sei das schwächer als erwartete Rückversicherungsgeschäft, das Management gehe nur noch von einem Versicherungsumsatz von lediglich 39 Milliarden Euro aus, nachdem die Prognose bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen von 42 Milliarden auf 40 Milliarden Euro gesenkt worden sei. Das Management habe die erneute Senkung mit "Prämienanpassungen, Auswirkungen aus den Erneuerungen und der Wechselkursentwicklung" begründet.
Zur Erinnerung: Nach mehreren Jahren mit kräftigen Preiserhöhungen seien die Preise bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli um 2,5 Prozent gesunken. Bei der Runde im Juli sei vor allem Geschäft in Nord- und Südamerika sowie in Australien erneuert worden. Allerdings solle die Schaden-Kosten-Quote im Bereich Schaden-/Unfall-Rückversicherung 2025 mit 74 Prozent deutlich besser ausfallen als zuvor erwartet (79 Prozent).
Zudem habe Wenning das Ziel bestätigt, 2025 auf Konzernebene einen Gewinn von 6,0 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Dabei seien nach den ersten drei Quartalen 5,2 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Allerdings lägen die Schätzungen der Analysten bei 6,5 Milliarden Euro.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach der Kursschwäche der vergangenen Monate notiere die Aktie nur noch um wenige Prozent über dem 9-Monats-Tief von 520 Euro. Damit liege das 2026er-KGV bei 10,9. Nach Meinung von Haidt könnte die erneute Senkung der Prognose die Stimmung der Aktionäre weiter dämpfen, weshalb das Papier kurzfristig seitwärts tendieren dürfte. Umso wichtiger werde der Kapitalmarkttag am 11. Dezember. Dabei müsse das Management die Analysten überzeugen, dass der Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft allmählich nachlassen könnte, ansonsten könnte das Papier wieder auf Talfahrt gehen. (Analyse vom 11.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (11.11.2025/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 11.11.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.