Aktien des Tages

Micron Technology: Boomende Nachfrage - Geht der Höhenflug der Aktie weiter?

Paris (www.aktiencheck.de) - Micron Technology-Aktienanalyse der BNP Paribas:

Mit einem Kurssprung um rund 10 Prozent nach oben reagiert die Aktie von Micron Technology Inc. (ISIN: US5951121038, WKN: 869020, Ticker-Symbol: MTE, NASDAQ-Symbol: MU) auf die Vorlage der Quartalszahlen am Mittwochabend, dem 17. Dezember, nach Börsenschluss in den USA, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.

Einerseits würden die Ergebnisse zeigen, wie sehr der US-Hersteller von Speicherchips vom KI-Boom profitiere, andererseits habe Vorstandschef Sanjay Mehrotra Investoren mit der Prognose mehr als begeistert.

Im per November beendeten ersten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 sei der Umsatz um 57 Prozent auf den Rekord von 13,64 Milliarden Dollar nach oben geschossen, das habe deutlich über den Schätzungen der Analysten von 13,0 Milliarden Dollar gelegen. Zu dem satten Erlösplus hätten auch kräftige Preiserhöhungen beigetragen, schließlich übersteige die Nachfrage nach Chips das Angebot in der Branche im Allgemeinen und bei Micron im Besonderen. Zudem sei die bereinigte Bruttomarge von 39,5 auf 56,8 Prozent nach oben geschossen. Außerdem habe der bereinigte Gewinn je Aktie um 167 Prozent auf 4,78 Dollar zugelegt, das habe deutlich über den Erwartungen von 3,95 Dollar gelegen. Schlussendlich sei der bereinigte Free Cashflow auf 3,9 Milliarden Dollar explodiert, gegenüber lediglich 112 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Die starke Geschäftsentwicklung schlage auf die Bilanz durch. Per Ende November habe Micron einen Netto-Cash-Bestand von 260 Millionen Dollar gehabt, nachdem im Vorjahreszeitraum noch Nettoschulden von 5,0 Milliarden Dollar zu Buche gestanden hätten.

Sensationelle Prognose

Auf der Analystenkonferenz habe sich Mehrotra sehr zufrieden und bullisch gezeigt und eine hervorragende Prognose abgegeben, schließlich seien Microns Chips "ein essenzieller Ermöglicher von KI". Im Klartext: Die KI-Lösungen bräuchten immer leistungsstärkere HBM-Speicherchips für Server/Rechenzentren und genau diese liefere der US-Konzern.

Demnach solle der Umsatz im zweiten Quartal 2025/26 18,7 Milliarden Dollar (plus/minus 400 Millionen Dollar) erreichen. Das habe meilenweit über den Erwartungen von 14,4 Milliarden Dollar gelegen. Außerdem solle die bereinigte Bruttomarge 68 Prozent (plus/minus 1 Prozent) erreichen. Zudem strebe der Vorstandschef einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,42 Dollar (plus/ minus 0,20 Dollar) an, womit die Erwartungen von 4,71 Dollar bei Weitem übertroffen worden seien.

Mehrotra habe zudem prognostiziert, dass der Markt für HBM-Chips in den nächsten Jahren um durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr wachsen werde, von rund 35 Milliarden Dollar für 2025 auf dann rund 100 Milliarden Dollar im Jahr 2028. Damit würde der Meilenstein von 100 Milliarden Dollar um zwei Jahre früher erreicht, als Micron bislang erwartet habe.

Micron sei für das Kalenderjahr 2026 bei HBM-Chips ausverkauft. Das Unternehmen erwarte zudem neue Rekorde bei Umsatz, Bruttomarge, Gewinn je Aktie und Free Cashflow nicht nur für das zweite Quartal 2025/26, sondern auch für das Fiskaljahr 2025/26 insgesamt, wobei sich das Geschäft im Laufe des Jahres beschleunigen solle. Das sei natürlich Musik in den Ohren der Investoren gewesen.

Das Unternehmen reagiere auf die boomende Nachfrage und habe die Investitionsprognose für das Fiskaljahr 2025/26 von 18 Milliarden auf 20 Milliarden Dollar nach oben geschraubt. Das sei ein Anstieg um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 13,8 Milliarden Dollar.

Wie gehe es weiter mit der Aktie?

Nach dem Kurssprung liege der Börsenwert bei 279,2 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands liege der Enterprise Value (EV) bei rund 279,0 Milliarden Dollar. Das entspreche dem 10,7-Fachen des von Analysten für das im August endende Fiskaljahr 2025/26 prognostizierten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit). Diese Bewertung lasse eigentlich noch Luft nach oben für ein Unternehmen, das sich rasanten Umsatzwachstums und kräftig steigender Margen erfreue. Zudem würde das Multiple zurückgehen, je nachdem, wie stark die Analysten ihre Schätzungen nach oben schrauben würden. Und das 2025/26er-KGV auf Basis der aktuellen Schätzungen liege bei 13,3.

Nach Meinung von Haidt könnte die Aktie kurzfristig noch etwas weiter nach oben tendieren, womit das Rekordhoch vom 10. Dezember bei 263,70 Dollar rapide näher käme. Die weitere Entwicklung dürfte anschließend allerdings davon abhängen, ob die Sorgen der Investoren zunehmen würden, dass die KI-Blase geplatzt sein könnte. Sollte es in den nächsten Wochen beispielsweise schlechte Nachrichten zu Oracle oder zum KI-Sektor insgesamt geben, was Haidt erwarte, sollte das zwangsläufig auch das Micron-Papier belasten. (Analyse vom 18.12.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (19.12.2025/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 19.12.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar