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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Die Blase der Anderen"




15.04.21 08:59
Redaktion boerse-frankfurt.de

Hiesige Anleger agieren eher misstrauisch. Für echten Druck angesichts der steigenden Preise seien die Handelsspannen nach Goldbergs Ansicht zu gering.


Zusammenfassung

Während viele internationale Anleger Aktien in einem reifen Bullenmarkt sehen und weniger eine Blase, werden hiesige Anleger misstrauischer. 5 Prozent der von uns befragten professionellen Investoren sind short gegangen, 2 Prozent haben Aktien gekauft. Der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe fällt auf -10 Punkte. Private Anleger bewegen sich kaum, deren Sentiment-Index steht bei neutraleren +4 Punkten. Joachim Goldberg verwundern angesichts der Preise nahe Rekordstand die bearishen Neupositionierungen nicht. 


Der Verhaltensökonom nimmt außerdem an, dass die geringe Preisspanne der vergangenen Woche nicht ausreicht, um Bären auf die Long-Seite zu locken. Er rechnet ab 14.900 und 14.950 Punkten mit Käufen. Andererseits fehle auch der Antrieb für weitere Kurssprünge. Die Lage bleibt aber entspannt. Ab Rekordniveau rechnet Goldberg mit Squeeze-Käufen.


14. April 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). So ruhig wie seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung war das Handelsgeschehen beim DAX noch nicht einmal zwischen Weihnachten und Silvester gewesen. Denn das Börsenbarometer produzierte seit vergangenem Mittwoch gerade einmal eine Handelsspanne von 0,9 Prozent. Nicht viel volatiler ging es beim breit gestreuten S&P 500 US-Aktienindex zu, der aber innerhalb einer Handelsspanne von 1,6 Prozent immerhin vier neue Rekordhochs markierte. Dabei bleibt die Stimmung der internationalen Fondsmanager, was die Konjunkturentwicklung in den USA betrifft, ausgesprochen zuversichtlich, gepaart mit einer hohen Risikobereitschaft. Dies ergab die gestern publizierte Fondsmanager-Umfrage der Bank of America (BofA), bei der sich übrigens 66 Prozent der Befragten in einer späten Phase des Bullenmarktes in den USA wähnen. Indes: Nur 7 Prozent der Vermögensverwalter glauben an eine Blase im US-Aktienmarkt. Eine Blase wird vielmehr anderswo, nämlich hinter der Bitcoin-Hausse vermutet: 74 Prozent der Fondsmanager glauben dort an eine Bubble.


Auf der Suche nach Volatilität


Betrachtet man hingegen die Stimmung hierzulande, so ist weder Optimismus, geschweige denn Euphorie bei den von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren festzustellen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist abermals um 3 Punkte gefallen und liegt nun auf einem Stand von -10. Dabei hat es angesichts der sehr geringen Handelsbandbreite naturgemäß wenig Veränderungen an bestehenden Positionen gegeben. Allerdings hat sich bei dem bislang neutral gestimmten Akteuren etwas bewegt, da sich immerhin 7 Prozent aller Befragten zu einer Neupositionierung entschieden haben. Und 70 Prozent dieser Akteure haben das Bärenlager aufgesucht – angesichts des DAX Standes nur unweit vom Allzeithoch entfernt keine besondere Überraschung. Damit ist der Anteil der Pessimisten mit nunmehr 43 Prozent der Panel-Teilnehmer so hoch wie zuletzt am 14. Oktober vergangenen Jahres.


Bei den Privatanlegern verlief die Entwicklung genau in die andere Richtung, denn die Polarisierung zwischen Bären und Bullen hat sich gegenüber der Vorwoche um jeweils 2 Prozentpunkte zugunsten der neutral eingestellten Anleger verringert. Damit bleibt der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels mit einem Stand von +4 gegenüber der Vorwoche unverändert.


Internationale Anleger halten DAX (noch) die Treue


Die heutige Erhebung zeigt, dass die Handelsbandbreite des Börsenbarometers seit unserer vergangenen Befragung nicht ausgereicht hat, um die Entscheider hinter den bisher überwiegend bearishen Engagements zu Gewinnmitnahmen – mehr als 0,5 Prozent Kursgewinn wären in der Spitze seit der vergangenen Umfrage ohnehin nicht drin gewesen – zu verleiten. Somit hängt der DAX etwas in der Luft, denn erste Nachfrage der heimischen Pessimisten wäre nach wie vor frühestens im Bereich zwischen 14.900 und 14.950 Zählern zu erwarten.


Auf der anderen Seite fehlt allerdings auch der Antrieb, den DAX auf ein neues Allzeithoch zu hieven. Denn die vorgenannte BofA-Umfrage zeigt, dass internationale Investoren – netto 30 Prozent der Investoren gaben dies wie auch schon im Vormonat an – bereits in Aktien der Eurozone ordentlich übergewichtet (so hoch wie zuletzt im August vergangenen Jahres) sind. Mit anderen Worten: Zusätzliche Nachfrage aus dem Ausland ist zurzeit nur schwer zu generieren. Es ist aber genau diese Nachfrage, die Aktien des Euroraums und damit auch die DAX-Werte nun benötigen, um stärkeren Auftrieb zu erfahren. Denn erst, wenn das Börsenbarometer deutlich über dem bisherigen Allzeithoch notiert, würden auch die Pessimisten der vergangenen Wochen dazu genötigt, ihre Engagements im steigenden Markt im Form einer Squeeze zurückzudecken. Unter dem Strich bleiben damit die Vorzeichen für den DAX weiterhin günstig – zumindest solange sich ausländische Investoren nicht in größerem Stile zurückziehen.


14. April 2021, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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