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Henkel Aktie: Klebstoffe stützen Henkel - Konsumgeschäft belastet

Wien (www.aktiencheck.de) - Henkel-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Andreas Schiller, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Vorzugsaktie der Henkel AG & Co. KGaA (ISIN: DE0006048432, WKN: 604843, Ticker-Symbol: HEN3, NASDAQ OTC-Symbol: HENOF) weiterhin zu kaufen.

Der Konzernumsatz habe sich auf 5,24 Mrd. EUR belaufen, was einem organischen Wachstum von -1,0% entspreche. Die Erwartungen der Analyst:innen von im Schnitt 5,28 Mrd. EUR hätten dabei nicht erreicht werden können. Die Preise seien im Schnitt um 1,4% erhöht worden, bei einem Mengenrückgang von 2,4%. Mit Blick auf die Unternehmensbereiche habe das Segment Adhesive Technologies ein organisches Umsatzwachstum von 1,1% erzielt, getragen von den Geschäftsfeldern Mobility & Electronics. Der Unternehmensbereich Consumer Brands habe einen Umsatzrückgang von 3,5% hinnehmen müssen, was vor allem auf die schwache Performance des Bereichs Laundry & Home Care zurückzuführen sei.

Henkel positioniere sich stark als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit. Es würden kontinuierlich neue Lösungen entwickelt, um ökologische und soziale Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden.

Obwohl Henkel dem Sektor des defensiven Konsums zugerechnet werde, weise die Klebstoffsparte (Adhesives) einen zyklischen Charakter auf. Zudem generiere Henkel den Großteil seiner Umsätze in Europa, wo auf die kommenden Jahre riesige öffentliche Investitionsprogramme angekündigt worden seien - vor allem im Ausbau der militärischen Sicherheit. Henkels Klebstoffe kämen unter anderem in Militärflugzeugen, Panzern, Schiffen, Drohnen und Elektroniksystemen zum Einsatz. Besonders relevant seien hochfeste Klebstoffe, Schutzbeschichtungen, Dichtungen und Spezialmaterialien mit hoher Temperaturresistenz.

Der Verkauf des Handelsmarkengeschäfts in Nordamerika sei abgeschlossen worden, womit das Portfolio-Optimierungsprogramm im Bereich Consumer Brands erfolgreich beendet worden sei.

Verglichen mit anderen Value-Unternehmen weise Henkel noch eine relativ kurze Dividendenhistorie auf. Mittlerweile liege die Ausschüttungsquote jedoch bei rund 50%, wobei die geschätzte Dividende in der Höhe von rund 2,13 EUR eine Dividendenrendite von 3,1% impliziere, was insbesondere in Anbetracht weiter sinkender Zinsen wieder zunehmend an Bedeutung gewinne.

Relativ zur eigenen Bewertungshistorie handle Henkel derzeit 24% unter dem Median der vergangenen fünf Jahre und habe damit deutlich an Bewertung abgebaut. Bei einem historischen Vergleich der letzten zehn Jahre würde der Discount bereits 41% betragen. Auch relativ zum breiten Markt und zum Sektor falle der Abschlag mittlerweile recht deutlich aus.

Die Prognose sei vom Unternehmen bestätigt worden. Für das Gesamtjahr 2025 werde weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 1,5% bis 3,5% erwartet, getragen von Adhesive Technologies (2,0% bis 4,0%) und Consumer Brands (1,0% bis 3,0%). Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte im niedrigen bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Restrukturierungskosten von 200 Mio. EUR bis 250 Mio. EUR und Investitionen von 650 Mio. EUR bis 750 Mio. EUR seien eingeplant.

Im ersten Quartal 2025 habe Henkel ein leicht rückläufiges organisches Umsatzwachstum verzeichnet, insbesondere im Bereich Consumer Brands. Hauptursachen seien eine verhaltene Konsumnachfrage sowie Lieferkettenprobleme gewesen. Trotz dieser Herausforderungen habe das Unternehmen seine Profitabilität stabil halten können - vor allem dank einer soliden Entwicklung im Klebstoffgeschäft und konsequentem Kostenmanagement. Der Verkauf des nordamerikanischen Handelsmarkengeschäfts unterstreiche zudem Henkels strategischen Fokus auf margenstärkere Markenprodukte. Die Aktie biete im Vergleich zur eigenen Historie ein attraktives Aufwärtspotenzial, insbesondere wenn sich das Konsumumfeld verbessere und die strategischen Maßnahmen - wie der Rückzug aus margenschwachen Bereichen - greifen würden.

Andreas Schiller, Analyst der RBI, bestätigt seine Kaufempfehlung, reduziert aber das Kursziel von EUR 90,00 auf EUR 80,00. Letzteres basiere auf einem Multiple-Ansatz, die Zahlen auf Konsens- und eigenen Schätzungen. Der relative Bewertungsansatz berücksichtige eine historisch faire Bewertung im Vergleich zur eigenen 5-Jahres-Historie sowie zum Gesamtmarkt und Sektor. (Analyse vom 13.06.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (13.06.2025/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 13.06.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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