Aktien des Tages

Fresenius Medical Care Aktie: Fundamentale Daten und der längerfristige Ausblick für Investoren

Im Artikel
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Fresenius Medical Care-Aktienanalyse von XTB:

Jens Chrzanowski, Leiter der XTB Niederlassung Deutschland, nimmt die Aktie der Fresenius Medical Care AG (FMC) (ISIN: DE0005785802, WKN: 578580, Ticker-Symbol: FME) in einer aktuellen Marktanalyse unter die Lupe.

Der längerfristige Ausblick für Investoren

In dieser Analyse und Prognose würden die Experten von XTB jede Woche eine Aktie unter fundamentalen Gesichtspunkten und Aspekten bewerten. Dies bedeute konkret, dass der Fokus nicht in einer kurz- und mittelfristigen Betrachtung liege, sondern in einer langfristigen. Gegenstand der Analyse seien fundamentale Daten des Unternehmens. Diese würden für die nächsten Jahre - bis 2028/2029 - projiziert. Somit könnten insbesondere langfristig orientierte Anleger ihre eigene Wahrnehmung abgleichen und diese Analysen für ihre langfristigen Entscheidungen als eine Basis heranziehen.

Wo stehe die Fresenius Medical Care-Aktie

Der Geschäftsfokus von FMC liege in der Dialyse, ein Therapieansatz bei Patienten mit chronischen Nierenversagen. Das sei zum einen ein Kompetenzmerkmal, zum anderen aber auch eine Abhängigkeit, da FMC nur in diesem einen Geschäftsfeld tätig sei. Das Unternehmen habe sich in den letzten Jahren von Bereichen getrennt, die nicht zum Kerngeschäft gehören würden. Von der aktuellen US-Zollpolitik erwarte das Management aktuell keine besonders großen Effekte, wobei FMC insbesondere in den USA nur auf stagnierende Behandlungen verweisen könne. Hintergrund sei hier zum einen die schwere Grippesaison zu Jahresbeginn, die zu Ausfällen geführt habe, als auch auf die Nachwirkungen der Corona Pandemie.

Bis Ende 2025 wolle der Konzern seine Sparrunden beendet haben. Durch das Kostensenkungsprogramm sollten nachhaltige Einsparungen von insgesamt 750 Mio. EUR realisiert werden. Gestartet worden sei das Programm 2023, nachdem das Unternehmen im Zuge der Corona Pandemie in Schwierigkeiten gekommen sei.

Chartcheck - Betrachtung im Wochenchart:

Die Aktie habe sich vom Tief Ende Oktober 2022 zwar deutlicher erholen und bis Mitte Juli 2023 aufwärts laufen können. Es sei im Rahmen dieser mehrmonatigen Aufwärtsbewegung an die 49,59 EUR gegangen. Das Wertpapier habe das Level aber nicht halten können und große Teile der Gewinne nachfolgend abgegeben. Nach der Stabilisierung im Oktober 2023 sei es mehr oder weniger bis November 2024 in einer Box seitwärts gegangen. Erst dann habe sich die Aktie lösen und über die 40-EUR-Marke laufen können. Im Wochenchart sei gut erkennbar, dass sich der Anteilsschein in den letzten fünf Wochen deutlich und vor allem dynamisch habe erholen können.

Nachdem die Aktie im Rahmen der Seitwärtsphase im Bereich der SMA20 (aktuell bei 45,78 EUR) / SMA50 (aktuell bei 41,32 EUR) seitwärts gelaufen sei, sei es zu Jahresbeginn aufwärts an die SMA200 (aktuell bei 43,56 EUR) gegangen. An dieser Linie habe sich das Papier dann über Wochen abgearbeitet. Erst nach einem kleinen Rücksetzer an die SMA50 sei es mit Schwung über die SMA200 als auch über die SMA20 gegangen. Über dieser Durchschnittslinie habe sich die Aktie jetzt festsetzen können.

Mit der Bewegung in den letzten Handelswochen sei das Wochenchart bullisch zu interpretieren. Solange sich die Aktie über der SMA20 halten könne, solange könnte es weiter aufwärts in Richtung der 63,50 EUR bzw. bis an die 71,10 EUR gehen.

Sollten sich Rücksetzer einstellen, so könnten diese sich zunächst im Bereich der SMA20 erholen können. Halte diese Unterstützung auf Wochenbasis nicht, so könnte darunter die SMA200 noch einen weiteren Support bieten. Diese Durchschnittslinie sei in den letzten Handelswochen ein hartes Brett gewesen, denkbar sei, dass diese Linie jetzt eine gute Unterstützung sein könnte.


Aktuelle Einschätzung Wochenchart, Prognose: bullisch

Chartcheck - Betrachtung im Tageschart:

Der Anteilsschein habe bis Ende Juli zurückgesetzt. Es sei Anfang August bei 32,50 EUR eine Stabilisierung und zunächst moderate Erholung gelungen. Im September / Oktober habe die Aktie in einer Box von 3 EUR konsolidiert. Nach einem weiteren, diesmal kleineren Rücksetzer Ende Oktober habe sich das Wertpapier im weiteren Handelsverlauf dynamisch und vor allem deutlich erholen können. Anfang Dezember sei es zu einer weiteren Konsolidierung gekommen, Ende Januar habe der nächste Aufwärtsschub eingesetzt. Das Jahreshoch sei Ende Januar bei 48,31 EUR formatiert worden. Dieses Hoch sei nachfolgend im Februar wieder abverkauft worden. Das Papier habe bis Mitte März zurückgesetzt und sich dann wieder in Richtung der 46-EUR-Marke erholen können. Anfang April habe sich Schwäche breitgemacht und auch die Vola habe zugenommen. Die Aktie habe bei 39,43 EUR das Jahrestief formatiert und sich nachfolgend wieder bis an die 44,80-EUR-Marke erholen können, dort aber wieder nachgegeben, um dann mit Schwung aufwärtszulaufen.

Im Tageschart sei erkennbar, dass die SMA200 (aktuell bei 41,80 EUR) Anfang November das letzte Mal angelaufen worden sei. Diese Durchschnittslinie sei in der KW 15/2025 erneut angelaufen worden. Die Lunte der Tageskerze sei unter diese Linie gelaufen, der Kerzenkörper habe sich darüber halten können. Die folgenden Erholungsbewegungen hätten zunächst an der SMA20 (aktuell bei 47,49 EUR) / SMA50 (aktuell bei 45,52 EUR) ihr Ende gefunden. Anfang Mai sei es mit Schwung über die SMA50 gegangen. Die Aktie habe sich mittlerweile verbindlich über der SMA20 festsetzen können.

Das Chartbild sei damit ebenso uneingeschränkt bullisch zu interpretieren. Sollte sich das Papier per Tagesschluss über der SMA20 halten können, solange könnte es weiter aufwärts in Richtung der Anlaufziele gehen, die in der Wochenbetrachtung gewürdigt worden seien.

Rücksetzer könnten sich zunächst bis in den Bereich der SMA20 einstellen. Sollte es die Aktie bei einem Anlaufen der Linie nicht schaffen, einen Richtungswechsel abzubilden, so könnte darunter die SMA50 noch einen weiteren Support bieten.


Aktuelle Einschätzung Tageschart, Prognose: bullisch

Unternehmensprofil

FMC sei ein weltweit führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Dialysetechnik. Das Produktspektrum umfasse Dialysegeräte und das damit verbundenen Einweg-Zubehör, Dialysemedikamente sowie Labordienstleistungen, sowie Produkte entlang der Wertschöpfungskette der Dialyse. Unterstützt würden dabei die hauptsächlichen Behandlungsverfahren die Hämodialyse und die Peritonealdialyse. Der Konzern sei mit Produktionsstätten auf allen Kontinenten vertreten und betreue weltweit Patienten in eigenen Dialysekliniken.

Die Aktionärsstruktur des Konzerns

Die Aktionärsstruktur des Konzerns sei konzentriert. Institutionelle Anleger würden über 60 Prozent der Anteile halten, die Else-Kröner-Stiftung komme auf einen Anteil von 27%. Die meisten Aktionäre kämen aus Deutschland, gefolgt von Anteilseignern aus den USA. 10 Prozent der Aktionäre kämen aus Großbritannien.

Wichtige Bewertungskennzahlen des FMC Konzerns 2020 bis 2024




Im Vergleich zu 2020 habe sich der Umsatz zwar erhöht, in den letzten drei Jahren habe der Umsatz stagniert. 2024 seien 19.338 Mio. EUR umgesetzt worden, gut 1,5 Mrd. EUR mehr als 2020. Dies entspreche einer Steigerung von gut 8 Prozent.



Der Umsatz je Mitarbeiter sei zwar leicht angestiegen, müsse aber als unterdurchschnittlich konstatiert werden.



Das operative Ergebnis 2024 sei zwar mit gut 1,6 Mrd. EUR positiv, die Entwicklung aber unbefriedigend. Gegenüber 2020 habe der Konzern 2024 gut 566 Mio. EUR weniger operatives Ergebnis ausgewiesen. Im Chart sei erkennbar, dass das Ergebnis von 2020 bis 2023 rückläufig gewesen und erst 2024 wieder leicht angestiegen sei.



Beim Ergebnis vor Steuern sei eine sukzessive Abnahme erkennbar. Die Kennzahl habe sich im Betrachtungszeitraum zwischen 2020 und 2024 fast halbiert. Von 2023 auf 2024 sei der Gewinn vor Steuern erstmalig im Betrachtungszeitraum minimal gesteigert worden.



Die Eigenkapitalquote sei im Betrachtungszeitraum ebenfalls sukzessive abgeschmolzen und habe 2024 31,2 Prozent betragen.



Das Fremdkapital habe 2021 und 2022 über 20 Mrd. EUR gelegen, aber 2024 deutlicher abgebaut werden können. Die Verschuldung gegenüber 2020 sei um 1,56 Mrd. EUR reduziert worden.



Das KGV habe 2024 bei 24,09 gelegen - damit sei die Aktie nicht unbedingt preiswert, zumal sich diese Kennzahl in den letzten zwei Jahren deutlich verschlechtert habe.

Die wesentlichen Kennzahlen 2024 bis 2020


Aussichten und Prognose 2025 bis 2029


Einschätzung Perspektive 2025 bis 2029

Der Umsatz solle sich im Betrachtungszeitraum bis 2029 um gut 6,3 Mrd. EUR erhöhen, die Dividende auf 2 EUR pro Aktie ansteigen. Die Dividendenrendite verharre im Betrachtungszeitraum zwischen 3 Prozent und 4 Prozent. Das Eigenkapital solle weiter auf 19,8 Mrd. EUR bis 2029 steigen. Der Gewinn vor Steuern solle von 2029 bei 2.513,7 Mio. EUR liegen; gegenüber 2024 wäre das dies eine Erhöhung um den Faktor 1,7.

Gemäß der Einschätzung der Experten von XTB sei die Fresenius Medical Care-Aktie, auf Basis der Fundamentaldaten, ein Wertpapier, das in den letzten Jahren nicht unbedingt zu den Favoriten von Anlegern gehört habe. Die Kennzahlen hätten sich im letzten Jahr zwar etwas verbessert, was auf die Sparmaßnahmen zurückzuführen sei, es müsse sich aber zeigen, wie nachhaltig sich dies in den kommenden Jahren niederschlage. Das Papier könnte aber in den kommenden Wochen von den besseren Geschäftsergebnissen profitieren, wobei es bis zum Allzeithoch noch ein weiter Weg sei.

"Die Aktie ist unserer Meinung nach ein Papier, das auf die Watchlist gesetzt werden kann. Bei einem Monatsschluss über der 58 EUR-Marke, der bestätigt werden muss, könnte sich die Aktie charttechnisch weiterentwickeln", so Jens Chrzanowski, Leiter der XTB Niederlassung Deutschland, in seiner aktuellen Marktanalyse. Dann könnte der Anteilsschein durchaus als Depotergänzung in Betracht gezogen werden. (Analyse vom 21.05.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (21.05.2025/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 21.05.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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