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Dolby Laboratories Aktie: Überraschender Vorstandswechsel soll neue Ära einläuten

Paris (www.aktiencheck.de) - Dolby Laboratories-Aktienanalyse von BNP Paribas:

Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie des Entwicklers von Audio- und Videotechnik Dolby Laboratories Inc. (ISIN: US25659T1079, WKN: A0DNCY, Ticker-Symbol: FUO, NYSE-Symbol: DLB) unter die Lupe.

Plötzlicher Vorstandswechsel bei Dolby Laboratories: Das US-Unternehmen habe am 27. August gemeldet, dass der bisherige Vorstandschef Kevin Yeamen per sofort durch Marc Whitten abgelöst werde. Whitten sei ein erfahrener Veteran aus der US-Tech-Industrie und habe in den vergangenen Jahren führende Managerposten unter anderem bei Meta Platforms, Amazon und Microsoft innegehabt.

Der neue Mann an der Unternehmensspitze solle eine neue Ära einläuten, nachdem das Geschäft zuletzt unter Druck gewesen sei. Allerdings habe sein Vorgänger Yeamen bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen eine baldige deutliche Geschäftsbelebung in Aussicht gestellt, woraufhin sich die Aktie nach dem mehrjährigen Abwärtstrend kräftig erholt habe.

Dolby Laboratories sei früher bekannt gewesen als Entwickler von Systemen zur Rauschunterdrückung im analogen Audiobereich, beispielsweise bei Kassetten. Später habe sich das Unternehmen auf die Entwicklung digitaler Tonsysteme für den Kino- und Heimkinobereich fokussiert. Inzwischen biete der Konzern digitale Audio-, Video und Streaming-Technik an, die alljährlich von Milliarden von Kunden genutzt werde. So sei beispielsweise die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko mit der Technik von Dolby übertragen worden.

Im per Juni beendeten dritten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 sei der Umsatz um 3,3% auf 305,0 Millionen Dollar gesunken. Davon seien 282,4 Millionen Dollar auf das Lizenzgeschäft entfallen, das seien 92,6% der Konzernerlöse gewesen.

Dabei sei der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 18,7% auf 38,3 Millionen Dollar gesunken, damit habe die Marge deutlich nachgegeben – von 14,9 auf 12,5%.

Zudem sei der bereinigte Gewinn je Aktie um 11,5% auf 0,69 Dollar gefallen.

Das Management habe eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms um 350 Millionen Dollar angekündigt, womit insgesamt 427 Millionen Dollar zur Verfügung stünden. Im dritten Quartal 2025/26 habe das Unternehmen für 65 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft.

Bei der Zahlenvorlage habe sich das Management dennoch zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt und auf etliche Erfolge bei Geschäftsabschlüssen verwiesen, die das Geschäft künftig ankurbeln sollten. Allerdings habe das Management eingeräumt, dass die stark gestiegenen Speicherchip-Preise den Absatz von Smartphones und Laptops und teilweise auch von Fernsehern und damit indirekt auch das Geschäft von Dolby Laboratories belasten würden.

So komme die Dolby-Technik bei TVs des chinesischen Anbieters Hisense zum Einsatz, bis zum Ende des Kalenderjahrs sollten die TVs des heimischen Konkurrenten TCL sowie von Philips folgen.

Außerdem komme die Dolby-Technik über eine Kooperation mit der Alphabet-Tochter Google und deren Software Android Auto – je nach Kundenwunsch – künftig auch in Fahrzeugen der Hersteller Mercedes, BMW, Renault und Skoda zum Einsatz. Damit habe Dolby inzwischen 40 Kunden unter den Autoproduzenten.

Große Erwartungen habe das Management auch an seine Video- und Streaming-Technologie, nachdem zuletzt Meta Platforms und der chinesische Konzern Alibaba als Kunden gewonnen worden seien. Inzwischen habe Dolby 45 Lizenznehmer in diesem Bereich, unter anderem ByteDance, Roku und Tencent.

Gleichzeitig sei Dolby auch eine Kooperation mit Google eingegangen, wobei man schnell und einfach Werbung in den Services von Google schalten könne. Das solle für zusätzliche Einnahmen bei Dolby sorgen.

Für das vierte Quartal habe das Management einen Umsatz zwischen 362 und 392 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne (377 Millionen Dollar) bedeute einen Anstieg von 22,8% – das habe für Begeisterung bei Investoren gesorgt. Zudem solle ein bereinigter Gewinn je Aktie von 1,13 bis 1,28 Dollar erwirtschaftet werden.

Zudem habe das Vorstandsteam die Umsatzprognose für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 auf 1,41 bis 1,44 Milliarden Dollar eingegrenzt, gegenüber der vorherigen Planung von 1,40 bis 1,45 Milliarden Dollar. Damit bleibe die Mitte der Spanne mit 1,425 Milliarden Dollar konstant, das bedeute ein Wachstum von 5,6%.

Hingegen habe das Management den Ausblick für den bereinigten Gewinn je Aktie leicht auf 4,25 bis 4,40 Dollar gesenkt, statt der zuvor avisierten 4,30 bis 4,45 Dollar.

Analysten würden für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg von 5,3% auf 1,42 Milliarden Dollar prognostizieren. 2026/27 solle es um 3,3% nach oben gehen, allerdings würde sich das Wachstum damit deutlich abschwächen.

Dabei solle das bereinigte Ebit 2025/26 um 14,2% auf 302,5 Millionen Dollar zulegen, gefolgt von einem Plus von 12,2% auf 339,2 Millionen Dollar für 2026/27. Damit würde die Marge jeweils deutlich zulegen, zuerst von 19,6 auf 21,3% für 2025/26, um 2026/27 23,1% zu erreichen.

Nach dem anfänglichen Kurssprung nach der Zahlenvorlage habe die Aktie zuletzt seitwärts tendiert. Damit liege der Börsenwert bei 5,8 Milliarden Dollar. Abzüglich des – laut Haidts Berechnungen – Netto-Cash-Bestands von 739,5 Millionen Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 5,06 Milliarden Dollar.

Das entspreche dem 14,9-Fachen des von Analysten für 2026/27 prognostizierten Ebit. Das sei nach Ansicht von Haidt eine völlig ausreichende Bewertung für ein Unternehmen mit einem seit Jahren überschaubaren Umsatzwachstum, wobei es sich 2026/27 laut den Schätzungen der Analysten deutlich abschwächen solle. Allerdings solle die Marge deutlich verbessert werden.

Und das KGV liege bei 13,5.

Die Entwicklung der Aktie von Dolby Laboratories sollte nach Ansicht von Haidt kurzfristig vor allem von zwei Faktoren beeinflusst werden: Einerseits von dem kräftigen Zinsanstieg in den USA und in vielen anderen Ländern weltweit. Das belaste viele Konsumenten, woraufhin sie sich beim Kauf von Smartphones, Tablets, etc. zurückhalten könnten, was das Geschäft von Dolby belasten würde.

Andererseits könnten nach den Ankündigungen von OpenAI und Anthropic, das Entwicklungstempo ihrer KI-Modelle zu drosseln, die Sorgen der Investoren vor einem möglichen Platzen der Chip-Blase zunehmen. Allerdings wäre ein mögliches Ende der massiven Preissteigerungen bei Speicherchips für viele Konsumenten eine gute Nachricht, würden doch dann Smartphones und Tablets nicht noch teurer werden als ohnehin schon. Das könnte wiederum die Nachfrage danach und damit auch das Geschäft von Dolby stützen.

Vor diesem Hintergrund könnte nach Ansicht von Haidt die Dolby-Aktie kurzfristig seitwärts tendieren, allerdings dürfte ein möglicher weiterer kräftiger Zinsanstieg das Papier unter Druck bringen. (Analyse vom 15.09.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (16.09.2026/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 16.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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