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Deutsche Post Aktie: Prio-Brief wird Ende 2024 eingestellt

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Deutsche Post-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Die Aktie der DHL Group arbeite nach einer weiteren schwachen Handelswoche nun an einer Bodenbildung. Eventuell helfe dabei diese Meldung: Wer es beim Briefversand eilig habe, der müsse in Deutschland ab kommendem Jahr ein Einschreiben versenden. Der sogenannte Prio-Brief werde Ende 2024 eingestellt. Stattdessen sollten teurere Einschreiben ermöglichen, dass eine Sendung besonders schnell ankomme.

Beim Prio-Brief zahle man einen Aufpreis von 1,10 Euro zum normalen Porto und bekomme dafür die Zusicherung, dass er "mit einer höheren Wahrscheinlichkeit" schon am nächsten Werktag ankomme. Der Prio-Brief sei eine Nische, ein großer Erfolg sei er nie gewesen. Die Post habe das Produkt-Aus damit begründet, "dass Briefe nicht mehr die gleiche Eilbedürftigkeit wie vor 20 Jahren haben, als es noch nicht die breite Konkurrenz durch elektronische Medien gab."

Außerdem spiele die Reform des Postgesetzes eine Rolle, die Anfang 2025 greife: Dann würde beim Prio-Brief Umsatzsteuer fällig, beim Einschreiben sei das nicht der Fall. Trotz dieses Steueraspektes sei die Einstellung des Prio-Briefs eine Überraschung. Denn die Postgesetz-Reform sei eigentlich Rückenwind für die Dienstleistung einer schnellen Zustellung.

Bislang sei der Vorteil des Prio-Briefs nur gering, weil der normale Versand in der Regel ohnehin schnell sei: Einer staatlichen Vorschrift zufolge müssten 80 Prozent der heute eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag da sein. Diesen Wert übertreffe die Post. Die meisten Standardbriefe, die 85 Cent kosten würden, seien also am nächsten Tag da - auch ohne Prio-Aufpreis. Das ändere sich: 2025 werde der Zeitdruck für die Post abgeschwächt, dann müsse das Gros der Briefe erst nach drei Tagen ankommen.

Grundsätzlich würde das neue Postgesetz den Prio-Brief für Kunden attraktiver machen. Denn durch die Verlangsamung der Beförderung normaler Briefe würde der Prio-Brief als Spezialprodukt mit schneller Zustellung einen klaren Mehrwert haben: Empfänger hätten ihn schon am nächsten Tag und nicht erst in drei Tagen, wie es die neue Vorschrift vorsehe. Dennoch komme das Aus.

Wer künftig einen eiligen Brief habe, der müsse ein Einschreiben verschicken. Das werde "das Produkt für die schnellere Briefzustellung sein", so die Post. Für den Verbraucher werde es teurer: Der Preisaufschlag betrage bei einem Einwurf-Einschreiben derzeit 2,35 Euro, etwa doppelt so viel wie beim Prio-Brief. Ein als Einwurf-Einschreiben verschickter Standard-Brief koste aktuell 3,20 Euro. Werde er als Prio-Brief aufgegeben, seien es 1,95 Euro. Wie teuer das Einschreiben 2025 kosten werde, sei noch unklar.

Es bleibe dabei: Grundsätzlich würden die mittel- bis langfristigen Aussichten für die DHL Group gut bleiben. Zudem sei die Dividendentitel weiterhin günstig bewertet.

Allerdings ist der Chart deutlich angeschlagen, weshalb sich ein Kauf derzeit nicht aufdrängt, so Thorsten Küfner von "Der Aktionär". Wer bereits investiert ist, sollte den Stoppkurs bei 34,00 Euro im Auge behalten. (Analyse vom 11.11.2024)

Mit Material von dpa-AFX

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Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.

Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group. (11.11.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 11.11.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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