Aktien des Tages

Deutsche Post Aktie: Kein Ende in Sicht - Tarifstreit geht in die vierte Runde

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Deutsche Post-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

In einem freundlichen Marktumfeld habe die DHL-Aktie zuletzt wieder deutlich Boden gut machen können. Indes sei im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post immer noch kein Ende in Sicht. In der dritten Verhandlungsrunde über höhere Entgelte von rund 170.000 Post-Beschäftigten habe es keine Einigung gegeben, habe die Gewerkschaft ver.di in Kassel mitgeteilt.

Zuvor habe die Firma ein Angebot vorgelegt, dem zufolge die Entgelte in einem 27 Monate laufenden Tarifvertrag zunächst um 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent steigen sollten. Beschäftigte, die weniger als 30 Urlaubstage hätten, sollten einen Extra-Urlaubstag bekommen. Der Post zufolge wären das zwei Drittel ihrer Beschäftigten im Brief- und Paketbereich. Das Unternehmen habe seinen Vorschlag "fair und tragfähig" genannt.

Bei ver.di sei man ganz anderer Meinung gewesen. Das Angebot sei "völlig unzureichend", habe ver.di-Vize Andrea Kocsis gesagt. "Die Kolleginnen und Kollegen werden ihre Antwort auf das vorliegende Angebot in den Betrieben geben - auch mit Warnstreiks." Arbeitsniederlegungen solle es aber erst nach der Bundestagswahl geben, um einen reibungslosen Ablauf der Briefwahl zu gewährleisten.

ver.di fordere ein Plus von 7 Prozent in einem zwölf Monate laufenden Tarifvertrag sowie drei Extra-Urlaubstage. Wer ver.di-Mitglied sei, solle sogar vier Extra-Urlaubstage bekommen. Die Gewerkschaft begründe ihre Forderungen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und der höheren Arbeitsbelastung der Postler.

"Wir bedauern, dass wir noch nicht zu einer Einigung in dieser Lohnrunde gekommen sind", habe Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie gesagt und es als positives Zeichen gewertet, dass ver.di das Management zu einer vierten Tarifrunde aufgefordert habe - das deute auf "ein ehrliches Interesse" hin, doch noch am Verhandlungstisch zu einer Einigung zu kommen. Der neue Tarifvertrag müsse wirtschaftlich vertretbar sein, heiße es vom Unternehmen, das auf schrumpfende Briefmengen, sinkende Erlöse und höhere Kosten für Energie und Transport hinweise. Außerdem sei der Investitionsbedarf hoch.

Es bleibe dabei: Die Zeiten für die DHL Group mit dem anhaltenden Tarifkonflikt sowie den Sorgen vor einem Handelskrieg seien nach wie vor herausfordernd. Doch auf dem aktuell relativ günstigen Kursniveau sollten derartige Risiken bereits eingepreist sein.

Wer beim DAX-Titel investiert ist, kann dabeibleiben und die Position weiter mit einem Stoppkurs bei 31,00 Euro nach unten absichern, so Thorsten Küfner von "Der Aktionär" zur Deutsche Post-Aktie. (Analyse vom 14.02.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (14.02.2025/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 14.02.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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