Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Deutsche Post-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) unter die Lupe.
Die Erlöse bei der DHL würden zum Jahreswechsel einen kleinen Schub erhalten. Denn die Bundesnetzagentur beabsichtige, der Post bei Briefen eine Preisanhebung von rund 10,5 Prozent zu erlauben. Zuletzt habe sich der Briefversand 2022 um 4,6 Prozent verteuert, Anfang des kommenden Jahres folge der nächste Anstieg.
Wie hoch genau das Porto der jeweiligen Briefart sein werde, sei noch unklar, das entscheidet im nächsten Schritt die Post. Grund für die Porto-Anhebung seien gestiegene Kosten, die der Logistiker schultern müsse. Als sogenannter Universaldienstleister sei das Unternehmen verpflichtet, überall in Deutschland Sendungen zuzustellen - also auch am einsamen Bauernhof, wo der Zusteller recht viel Fahrtzeit brauche.
Der bis zu 20 Gramm schwere Standardbrief koste im Inlandsversand derzeit 85 Cent, der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief 1 Euro und die Postkarte 70 Cent, hinzu kämen noch andere Briefarten. Branchenkennern zufolge könnte der Standardbrief künftig 95 Cent kosten. 2012 seien es nur 55 Cent gewesen, danach sei es Schritt für Schritt nach oben gegangen.
Es könnte aber auch etwas mehr oder weniger sein, denn die Post könne das Porto der Briefarten unterschiedlich stark anheben. Nach dem Willen der Bundesregierung solle der Versand eines Standardbriefs nicht teurer werden als ein Euro.
In der Summe aller prognostizierten Sendungen dürfe die Teuerung maximal 10,5 Prozent betragen. Ende des Jahres solle die Netzagentur das neue Porto genehmigen, die neuen Preise würden zwei Jahre gelten. Alte Briefmarken würden gültig bleiben, für ein höheres Porto müsse eine Ergänzungsmarke aufgeklebt werden.
Angesichts der hohen Inflation und des damit verbundenen Kostenanstiegs habe die Post im Jahr 2023 versucht, das Briefporto vorzeitig erhöhen zu dürfen. Damals habe sich die Firma aber eine Abfuhr von der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, geholt. Mit Ablauf des regulären Porto-Zeitraums dürfe der Gelbe Riese nun doch noch an der Preisschraube drehen. Der Bonner Logistiker sei längst ein internationaler Großkonzern, sein Stammgeschäft als deutscher Brieftransporteur spiele nur noch eine Nebenrolle.
Nach der sogenannten beabsichtigten Entscheidung der Behörde könnten sich nun Marktteilnehmer zu Wort melden, danach wolle die Bundesnetzagentur den Erhöhungsspielraum final beschließen. Es wäre eine faustdicke Überraschung, sollte sich an dem Vorschlag noch grundlegend etwas ändern. Die Post möchte das Briefporto stärker anheben als die Bundesnetzagentur es ihr erlauben wolle, wie aus einer Reaktion des Konzerns hervorgehe. Man habe die Entscheidung der Behörde "mit Verwunderung zur Kenntnis genommen", so ein Firmensprecher. "Ergebnis und Annahmen lassen sich angesichts zu erwartender Lohnsteigerungen, schrumpfender Briefmengen und hoher Investitionsbedarfe schwer nachvollziehen."
Er verweise unter anderem darauf, dass das Porto für einen Standardbrief 43 Prozent unter dem europäischen Durchschnittswert liege. "Die Deutsche Post wird die Entscheidung der Bundesnetzagentur jetzt gründlich prüfen und der Behörde ihre Sicht der Dinge darlegen."
Indes habe J.P. Morgan die Aktie der DHL Group auf "overweight" mit einem Kursziel von 49 Euro belassen. Die Aktie stehe zudem auf der "Analyst Focus List" der US-Bank. Die geplante Erlaubnis der Bundesnetzagentur, bei Briefen die Preise zum Jahreswechsel um rund 10,5 Prozent anzuheben, sei eine positive Nachricht für den Logistikkonzern, habe Analystin Alexia Dogani am Mittwoch in einer ersten Reaktion geschrieben. Sie fühle sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass sich das operative Ergebnis (EBIT) der Bonner im Post- und Paketgeschäft 2025 auf eine Milliarde Euro erholen werde.
Auch wenn die DHL Group das Porto gerne etwas stärker angehoben hätte, sei die gestrige Nachricht letztlich eher positiv zu werten.
Der DAX-Titel bleibt nach wie vor eine attraktive Depotbeimischung für Dividendenjäger (Stoppkurs. 34,00 Euro), so Thorsten Küfner von "Der Aktionär". (Analyse vom 26.09.2024)
Mit Material von dpa-AFX
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group. (26.09.2024/ac/a/d)
Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) unter die Lupe.
Die Erlöse bei der DHL würden zum Jahreswechsel einen kleinen Schub erhalten. Denn die Bundesnetzagentur beabsichtige, der Post bei Briefen eine Preisanhebung von rund 10,5 Prozent zu erlauben. Zuletzt habe sich der Briefversand 2022 um 4,6 Prozent verteuert, Anfang des kommenden Jahres folge der nächste Anstieg.
Wie hoch genau das Porto der jeweiligen Briefart sein werde, sei noch unklar, das entscheidet im nächsten Schritt die Post. Grund für die Porto-Anhebung seien gestiegene Kosten, die der Logistiker schultern müsse. Als sogenannter Universaldienstleister sei das Unternehmen verpflichtet, überall in Deutschland Sendungen zuzustellen - also auch am einsamen Bauernhof, wo der Zusteller recht viel Fahrtzeit brauche.
Der bis zu 20 Gramm schwere Standardbrief koste im Inlandsversand derzeit 85 Cent, der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief 1 Euro und die Postkarte 70 Cent, hinzu kämen noch andere Briefarten. Branchenkennern zufolge könnte der Standardbrief künftig 95 Cent kosten. 2012 seien es nur 55 Cent gewesen, danach sei es Schritt für Schritt nach oben gegangen.
Es könnte aber auch etwas mehr oder weniger sein, denn die Post könne das Porto der Briefarten unterschiedlich stark anheben. Nach dem Willen der Bundesregierung solle der Versand eines Standardbriefs nicht teurer werden als ein Euro.
In der Summe aller prognostizierten Sendungen dürfe die Teuerung maximal 10,5 Prozent betragen. Ende des Jahres solle die Netzagentur das neue Porto genehmigen, die neuen Preise würden zwei Jahre gelten. Alte Briefmarken würden gültig bleiben, für ein höheres Porto müsse eine Ergänzungsmarke aufgeklebt werden.
Angesichts der hohen Inflation und des damit verbundenen Kostenanstiegs habe die Post im Jahr 2023 versucht, das Briefporto vorzeitig erhöhen zu dürfen. Damals habe sich die Firma aber eine Abfuhr von der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, geholt. Mit Ablauf des regulären Porto-Zeitraums dürfe der Gelbe Riese nun doch noch an der Preisschraube drehen. Der Bonner Logistiker sei längst ein internationaler Großkonzern, sein Stammgeschäft als deutscher Brieftransporteur spiele nur noch eine Nebenrolle.
Nach der sogenannten beabsichtigten Entscheidung der Behörde könnten sich nun Marktteilnehmer zu Wort melden, danach wolle die Bundesnetzagentur den Erhöhungsspielraum final beschließen. Es wäre eine faustdicke Überraschung, sollte sich an dem Vorschlag noch grundlegend etwas ändern. Die Post möchte das Briefporto stärker anheben als die Bundesnetzagentur es ihr erlauben wolle, wie aus einer Reaktion des Konzerns hervorgehe. Man habe die Entscheidung der Behörde "mit Verwunderung zur Kenntnis genommen", so ein Firmensprecher. "Ergebnis und Annahmen lassen sich angesichts zu erwartender Lohnsteigerungen, schrumpfender Briefmengen und hoher Investitionsbedarfe schwer nachvollziehen."
Er verweise unter anderem darauf, dass das Porto für einen Standardbrief 43 Prozent unter dem europäischen Durchschnittswert liege. "Die Deutsche Post wird die Entscheidung der Bundesnetzagentur jetzt gründlich prüfen und der Behörde ihre Sicht der Dinge darlegen."
Indes habe J.P. Morgan die Aktie der DHL Group auf "overweight" mit einem Kursziel von 49 Euro belassen. Die Aktie stehe zudem auf der "Analyst Focus List" der US-Bank. Die geplante Erlaubnis der Bundesnetzagentur, bei Briefen die Preise zum Jahreswechsel um rund 10,5 Prozent anzuheben, sei eine positive Nachricht für den Logistikkonzern, habe Analystin Alexia Dogani am Mittwoch in einer ersten Reaktion geschrieben. Sie fühle sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass sich das operative Ergebnis (EBIT) der Bonner im Post- und Paketgeschäft 2025 auf eine Milliarde Euro erholen werde.
Auch wenn die DHL Group das Porto gerne etwas stärker angehoben hätte, sei die gestrige Nachricht letztlich eher positiv zu werten.
Der DAX-Titel bleibt nach wie vor eine attraktive Depotbeimischung für Dividendenjäger (Stoppkurs. 34,00 Euro), so Thorsten Küfner von "Der Aktionär". (Analyse vom 26.09.2024)
Mit Material von dpa-AFX
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group. (26.09.2024/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 26.09.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.