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Deutsche Grundstücksauktionen Aktie: Rekordhoher Nachverkauf verbessert die Ausgangslage für das zweite Halbjahr

Augsburg (www.aktiencheck.de) - Deutsche Grundstücksauktionen-Aktienanalyse von der GBC AG:

Matthias Greiffenberger und Cosmin Filker, Aktienanalysten der GBC AG, empfehlen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) (ISIN: DE0005533400, WKN: 553340, Ticker-Symbol: DGR) weiterhin zu kaufen.

Die DGA-Gruppe habe im ersten Halbjahr 2026 bei einem nur moderat rückläufigen Objektumsatz eine deutlich schwächere Ergebnisentwicklung verzeichnet. Der Objektumsatz sei um 3,7% auf 36,1 Mio. EUR gesunken, während die bereinigten Nettoeinnahmen wegen des Transaktions- und Provisionsmixes um 7,5% auf 3,55 Mio. EUR zurückgegangen seien. Zugleich hätten höhere Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen belastet. Das Netto-Ergebnis habe sich auf -0,37 Mio. EUR nach -0,04 Mio. EUR im Vorjahr verringert.

Die operative Ausgangslage für das zweite Halbjahr sei besser, als das Halbjahresergebnis vermuten lasse. Bis zur Veröffentlichung des Halbjahresberichts seien aus den Auktionen des ersten Halbjahres 19 Objekte mit einem Volumen von rund 4,7 Mio. EUR nachverkauft worden. Daraus seien bereinigte Nettoeinnahmen von mehr als 0,33 Mio. EUR entstanden. Nach Angaben des Managements würden sich weitere Nachverkäufe mit einem Objektvolumen von rund 2,0 Mio. EUR vor dem Abschluss oder der Verbuchung befinden. Die Nachfrage sei damit vorhanden, benötige wegen längerer Finanzierungs- und Strukturierungsprozesse aber mehr Zeit bis zur Beurkundung.

Der deutsche Immobilienmarkt habe seine langsame Stabilisierung im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. Die im Halbjahresbericht zitierten Daten des Statistischen Bundesamtes würden für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 einen Preisanstieg von 1,4% gegenüber dem Vorjahr und 0,3% gegenüber dem Vorquartal zeigen. Das knappe Wohnungsangebot, die geringe Neubautätigkeit und steigende Mieten würden die Preise stützen. Gleichzeitig würden die Finanzierungskosten deutlich über dem Niveau der Boomjahre bleiben, während geopolitische Risiken, höhere Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheit die Kaufbereitschaft begrenzen würden. Die Erholung verlaufe daher regional und nach Objektqualität sehr unterschiedlich.

Für die DGA sei weniger die absolute Preisentwicklung als die Transaktionsbereitschaft entscheidend. Marktgerechte Startpreise, vollständige Objektunterlagen und eine gesicherte Finanzierung würden bestimmen, wie schnell Einlieferungen in Verkäufe und Provisionen umgewandelt würden. Der starke Nachverkauf nach den Sommerauktionen zeige, dass die Preisfindung grundsätzlich funktioniere. Zugleich bestätige er, dass Käufer für Finanzierung, Gesellschaftsgründung und Beurkundung länger benötigen würden. Damit verlagere sich ein Teil der wirtschaftlichen Leistung in spätere Quartale.

Das erste Halbjahr 2026 sei ergebnisseitig schwächer ausgefallen, als es die stabile Auktionstätigkeit zunächst vermuten lasse. Die DGA-Gruppe habe 637 Immobilien nach 630 Immobilien im Vorjahreszeitraum verkauft, während die Verkaufsquote mit 80,0% nach 80,3% nahezu unverändert geblieben sei. Der Objektumsatz sei jedoch auf 36,1 Mio. EUR nach 37,5 Mio. EUR gesunken, die bereinigten Nettoeinnahmen seien überproportional auf 3,55 Mio. EUR nach 3,84 Mio. EUR zurückgegangen. Die Relation der bereinigten Nettoeinnahmen zum Objektumsatz habe sich entsprechend auf 9,8% nach 10,2% verringert. Ausschlaggebend sei damit weniger ein Nachfrageeinbruch als der Objekt- und Provisionsmix gewesen.

Ein positives Gegengewicht habe die Muttergesellschaft gebildet, die ihren Objektumsatz auf 15,00 Mio. EUR nach 13,00 Mio. EUR gesteigert habe. Auch die Sommerauktionen hätten mit zunächst rund 9,4 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 5,0 Mio. EUR gelegen, jedoch die interne Zielsetzung von mindestens 12,0 Mio. EUR verfehlt. Der anschließend starke Nachverkauf habe einen wesentlichen Teil dieser Lücke geschlossen. Dies spreche dafür, dass die schwächere Entwicklung vor allem auf längere Finanzierungs- und Abwicklungsprozesse zurückzuführen gewesen sei. Ein Teil des vermittelten Volumens sei somit lediglich später realisiert worden.

Gleichzeitig habe sich die Verschiebung des Kundenmixes fortgesetzt. Private und gewerbliche Einlieferer hätten bei der Muttergesellschaft für 13,13 Mio. EUR beziehungsweise 87,5% des Objektumsatzes nach 9,21 Mio. EUR beziehungsweise 70,6% im Vorjahr gestanden. Das Geschäft mit öffentlichen und institutionellen Auftraggebern habe sich dagegen auf 1,58 Mio. EUR nach 3,50 Mio. EUR verringert. Auch auf Gruppenebene seien für den Bund und bundeseigene Gesellschaften zwar 241 Immobilien nach 173 Immobilien verkauft worden, das damit erzielte Volumen sei jedoch auf 3,6 Mio. EUR nach 4,9 Mio. EUR gesunken. Die DGA habe den Ausfall größerer institutioneller Verkäufe damit teilweise durch eine breitere private und gewerbliche Einliefererbasis kompensieren können. Kurzfristig bleibe die Geschäftsentwicklung jedoch stark vom Wert einzelner Lose abhängig.

Ergebnisseitig seien die geringeren Nettoeinnahmen auf eine höhere Kostenbasis getroffen. Das EBITDA habe sich nach Berechnung der Analysten auf rund -0,34 Mio. EUR nach -0,04 Mio. EUR verringert, das EBIT auf -0,36 Mio. EUR nach -0,07 Mio. EUR und das Netto-Ergebnis auf -0,37 Mio. EUR nach -0,04 Mio. EUR. Bei der Muttergesellschaft seien die Umsatzerlöse mit 1,48 Mio. EUR nach 1,47 Mio. EUR nahezu stabil geblieben. Gleichzeitig sei der Personalaufwand auf 0,83 Mio. EUR nach 0,76 Mio. EUR gestiegen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien auf 0,97 Mio. EUR nach 0,87 Mio. EUR gestiegen. Zusätzlich hätten sich die saldierten Ergebnisbeiträge der Tochtergesellschaften auf -0,03 Mio. EUR nach +0,16 Mio. EUR gedreht.

Die Bilanz bleibe trotz des Halbjahresverlusts solide. Das Eigenkapital habe sich gegenüber dem 31. Dezember 2025 von 5,21 Mio. EUR auf 4,84 Mio. EUR verringert. Da die Bilanzsumme stärker auf 5,54 Mio. EUR zurückgegangen sei, habe sich die Eigenkapitalquote von 86,0% auf 87,4% erhöht. Die DGA verfüge weiterhin über keine zinstragenden Finanzverbindlichkeiten. Das kapitalleichte Geschäftsmodell und die hohe Eigenkapitalquote würden damit das Finanzierungsrisiko begrenzen.

Die Liquiditätsreserve habe sich allerdings reduziert. Wertpapiere und liquide Mittel hätten sich zum Stichtag zusammen auf 0,71 Mio. EUR nach 1,23 Mio. EUR zum Jahresende 2025 belaufen. Dem hätten Rückstellungen und kurzfristige Verbindlichkeiten von zusammen rund 0,70 Mio. EUR gegenübergestanden. Gleichzeitig seien 2,71 Mio. EUR in Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen gebunden gewesen.

Die hohen Nachverkäufe nach dem Bilanzstichtag sollten bei planmäßiger Abwicklung zusätzliche Mittelzuflüsse auslösen. Aufgrund der schuldenfreien Struktur sähen die Analysten derzeit jedoch keinen unmittelbaren Finanzierungsbedarf.

Vor dem Hintergrund der schwächeren Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr 2026 hätten die Analysten insbesondere ihre kurzfristigen Prognosen reduziert. Die grundsätzlich erwartete Erholung des Auktionsgeschäfts bleibe jedoch bestehen. Für 2026 würden die Analysten unverändert mit einem Objektumsatz von 87,00 Mio. EUR nach 90,88 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025 rechnen. Der erwartete Rückgang um 4,3% berücksichtige das bislang geringere Volumen größerer Einzeltransaktionen sowie die weiterhin verlängerten Finanzierungs- und Abwicklungsprozesse.

Die Analysten würden ihre Prognose der bereinigten Nettoeinnahmen für 2026 von bislang 9,30 Mio. EUR auf 8,50 Mio. EUR reduzieren. Gegenüber dem Vorjahreswert von 8,05 Mio. EUR entspreche dies dennoch einem Anstieg um 5,6%. Die Relation der bereinigten Nettoeinnahmen zum Objektumsatz sollte sich damit auf rund 9,8% nach 8,9% im Geschäftsjahr 2025 verbessern, bleibe jedoch unter der bisherigen Annahme der Analysten von 10,7%. Damit würden die Analysten dem im ersten Halbjahr schwächeren Objekt- und Provisionsmix Rechnung tragen.

Auch die Ergebnisprognosen hätten die Analysten reduziert. Für 2026 würden sie nun ein EBITDA von 0,31 Mio. EUR nach -0,28 Mio. EUR im Vorjahr und anstelle der bislang prognostizierten 0,82 Mio. EUR erwarten. Beim Jahresüberschuss würden die Analysten mit 0,19 Mio. EUR nach -0,29 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025 und anstelle der bisherigen Prognose von 0,54 Mio. EUR rechnen. Der starke Nachverkauf sollte die Rückkehr in die Gewinnzone ermöglichen. Aufgrund des Halbjahresverlusts und der zeitverzögerten Wirkung der Kostensenkungen bleibe der Ergebnispuffer jedoch begrenzt.

Für 2027 würden die Analysten eine deutlich stärkere operative Erholung erwarten. Der Objektumsatz sollte auf 106,00 Mio. EUR nach 87,00 Mio. EUR im Jahr 2026 steigen. Bei einer Normalisierung des Provisionsmixes würden die Analysten bereinigte Nettoeinnahmen von 11,00 Mio. EUR nach 8,50 Mio. EUR und gegenüber bislang erwarteten 11,30 Mio. EUR prognostizieren. Das EBITDA sollte aufgrund der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells überproportional auf 1,50 Mio. EUR nach 0,31 Mio. EUR steigen. Zuvor hätten die Analysten ein EBITDA von 1,77 Mio. EUR erwartet.

Für 2028 würden die Analysten eine Fortsetzung der Normalisierung unterstellen. Der Objektumsatz sollte auf 115,00 Mio. EUR nach 106,00 Mio. EUR im Jahr 2027 und die bereinigten Nettoeinnahmen auf 12,00 Mio. EUR nach 11,00 Mio. EUR steigen. Das EBITDA würden die Analysten bei 2,48 Mio. EUR nach 1,50 Mio. EUR erwarten, wodurch sich die EBITDA-Marge auf rund 20,7% nach 13,6% erhöhen sollte. Damit würden die langfristigen Schätzungen der Analysten nur leicht unter den bisherigen Prognosen von 12,30 Mio. EUR bei den bereinigten Nettoeinnahmen, 2,55 Mio. EUR beim EBITDA und 1,71 Mio. EUR beim Jahresüberschuss liegen. Die Prognoseanpassung bilde somit vor allem eine langsamere Erholung in den Jahren 2026 und 2027 ab, während die Analysten die langfristige Skalierbarkeit des Geschäftsmodells weiterhin als intakt ansehen würden.

Die Deutsche Grundstücksauktionen AG sei von den Analysten mittels eines dreistufigen DCF-Modells bewertet worden. Angefangen mit den konkreten Schätzungen für die Jahre 2026 - 2028 in Phase 1 erfolge von 2029 bis 2033 in der zweiten Phase die Prognose über den Ansatz von Werttreibern. Dabei würden die Analysten Steigerungen beim Umsatz von 2,0% erwarten. Als Ziel-EBITDA-Marge hätten sie 20,80% angenommen. Die Steuerquote hätten die Analysten mit 31,5% in Phase 2 berücksichtigt. In der dritten Phase werde zudem nach Ende des Prognosehorizonts ein Restwert mittels der ewigen Rente bestimmt. Im Endwert würden die Analysten eine Wachstumsrate von 1,0% unterstellen.

Die gewogenen Kapitalkosten (WACC) der Deutsche Grundstücksauktionen AG würden aus den Eigenkapitalkosten und den Fremdkapitalkosten kalkuliert. Für die Ermittlung der Eigenkapitalkosten seien die faire Marktprämie, das gesellschaftsspezifische Beta sowie der risikolose Zinssatz zu ermitteln.

Der risikolose Zinssatz werde gemäß den Empfehlungen des Fachausschusses für Unternehmensbewertungen und Betriebswirtschaft (FAUB) des IDW aus aktuellen Zinsstrukturkurven für risikolose Anleihen abgeleitet. Grundlage dafür würden die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zerobond-Zinssätze nach der Svensson-Methode bilden.

Der aktuell verwendete Wert des risikolosen Zinssatzes betrage 3,5% (bisher: 3,0%).

Als angemessene Erwartung einer Marktprämie würden die Analysten die historische Marktprämie von 5,50% ansetzen. Diese werde von historischen Analysen der Aktienmarktrenditen gestützt. Die Marktprämie gebe wieder, um wie viel Prozent der Aktienmarkt erwartungsgemäß besser rentiere als die risikoarmen Staatsanleihen.

Gemäß der GBC-Schätzmethode bestimme sich aktuell ein Beta von 1,25.

Unter Verwendung der getroffenen Prämissen würden sich Eigenkapitalkosten von 10,38% kalkulieren (Beta multipliziert mit Risikoprämie plus risikoloser Zinssatz). Da die Analysten eine nachhaltige Gewichtung der Eigenkapitalkosten von 100% unterstellen würden, würden sich gewogene Kapitalkosten (WACC) von 10,38% ergeben.

Aufgrund der angepassten Prognosen und des auf 3,5% (bisher: 3,0%) gestiegenen risikolosen Zinssatzes würden die Analysten ihr Kursziel leicht von 12,85 EUR auf 12,60 EUR reduzieren. Der Roll-Over-Effekt des Kursziels auf den 31.12.2027 habe diesen belastenden Effekten teilweise entgegengewirkt.

Angesichts des weiterhin hohen Kurspotenzials bestätigen, Matthias Greiffenberger und Cosmin Filker, Analysten der GBC AG ihr Rating KAUFEN. (Analyse vom 17.09.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (17.09.2026/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 17.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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