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Clean Energy, SPACs und Krypotassets: Investmenttrends mit Nebenwirkungen




01.03.21 13:45
Euroswitch

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Die Wechselwirkung billigen Geldes mit aktuellen Entwicklungen im Investorenverhalten haben in den letzten Monaten Marktsegmente begünstigt, die teilweise irrationale Bewertungen angenommen haben, so die Experten von der Vermögensmanagement EuroSwitch! GmbH.

"Ob nun Clean Energy, SPACs, also Special Purpose Acquisition Companies, oder Kryptoassets, jedes Segment für sich hat das Potenzial signifikanter Einbrüche, die durchaus Ansteckungsgefahren für den Gesamtmarkt begründen können. Insofern ist die erhöhte Aufmerksamkeit und verbale Intervention der Notenbanken zu begrüßen, obwohl die Institutionen angesichts dieser völlig neuen Marktteilnehmer mit anderen Informationsmedien und Entscheidungsprozessen vor großen Herausforderungen stehen", so Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch.

Allerdings bestehe die Hoffnung, dass mit den jüngsten Kurskorrekturen genügend Luft aus den Bereichen entwichen sei, um sich zu normalisieren, ohne andere Marktbereiche zu gefährden. "Mehr denn je fühlen wir uns in unserem Ansatz bestätigt, nach strukturellem Wachstum und hoher Qualität zu suchen, ohne uns vom Momentum in einigen Marktbereichen irritieren zu lassen", sage Böckelmann.

Der Megatrend Klimawandel gehöre für den Investmentexperten nicht mehr zu den pauschal attraktiven Themen, nachdem die Kombination aus politischer und medialer Aufmerksamkeit und in der Folge immer mehr Geldanlagen in ETFs zu Übertreibungen bei der Wertentwicklung geführt hätten. "Mittlerweile ist der hohe Anteil an ETFs in diesen sehr engen thematischen Gebieten als marktschädlich zu bezeichnen. Immer mehr Privatanleger stürzen sich über diese Finanzvehikel in grüne Investmentthemen wie saubere, erneuerbare und nachhaltige Energien", erkläre Böckelmann. Dabei würden Gelder in immer dieselben Aktientitel fließen, ohne dass eine besondere Differenzierung zwischen den Titeln vorgenommen werde. Das dot.com vor 20 Jahren könnte das Grün von heute sein.

"In der Frühphase dieser Technologie sind Gewinner wie Verlierer dieses technologischen Wettbewerbs gleichermaßen im Portfolio vertreten - der passive Investor kauft alles aus dem Bereich, so wie man z.B. während der Technologieblase um 2000 alle Internet-Suchmaschinen gekauft hat. Am Ende aber blieb faktisch nur Google (Alphabet (ISIN US02079K3059/ WKN A14Y6F)) übrig", so Böckelmann.

Es sei nachvollziehbar, in Zeiten real negativer Renditen nach Anlageformen zu suchen, die mehr Rendite versprächen, und SPACs würden keine Ausnahme darstellen. "Allerdings wird es befremdlich, wenn gleich hunderte dieser Vehikel an die Börse gehen, nicht nur über die Emissionen sehr viel Geld einsammeln, sondern dann auch noch an der Börse rasant mit dem mehrfachen ihrer Geldeinlagen gehandelt werden. Es gibt Anleger, die zwei bis drei Euro für einen Euro SPAC-Einlage zahlen in der Hoffnung oder Erwartung, das Vehikel würde den Geldeinsatz schnell vervielfachen", so Böckelmann. Die Entwicklung eines SPAC-Index und die Auflage mehrere ETFs, mit denen im Gießkannenverfahren Gelder über diese Vehikel gestreut werden könnten, sehe der Investmentexperte kritisch. "Da nicht jedes SPAC erfolgreich sein wird, einige vermutlich nicht überleben werden, sind schwere Enttäuschungen nur eine Frage der Zeit."

Bitcoin und andere Kryptoassets als Währungen zu bezeichnen, sei gefährlich. "Während man bei den Kryptos den Zahlungsverkehr nicht ausschließen kann, so verbietet allein die Schwankungsintensität die Qualifikation als vertrauenswürdiges Wertaufbewahrungsmittel", erläutere Böckelmann. Für Gold (ISIN XC0009655157/ WKN 965515) gebe es eine 2000 Jahre bewährte gesellschaftliche Konvention, diesen Rohstoff als werthaltig zu betrachten. Gold finde Verwendung in der digitalen Industrie und als Schmuck und diene als Krisenversicherung.

Kryptoassets hingegen hätten den Vorteil der finanz- und rechtssystemunabhängigen dezentralen Verwahrung, die aber auch Nachteil sei. Die Verfahren seien unreguliert und unkontrolliert. Außerdem verdeutliche der enorme Strombedarf zur Herstellung von Bitcoin den Widerspruch, in dem die oft jungen Kryptoanleger leben würden. Die jüngsten Kursschwankungen infolge von Tweets prominenter Unternehmer wie dem Tesla (ISIN US88160R1014/ WKN A1CX3T)-Gründer Elon Musk würden den Verdacht zusätzlich nähren, die Wertentwicklungen seien mehr oder weniger Resultat einer Follower-Kultur im Internet.

"Die US-Notenbank FED spricht im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen bereits von einer Gamification einiger Marktsegmente. Normalerweise wäre das zu ignorieren, aber im Februar hat der vorhandene Bitcoin-Gegenwert 1.000 Mrd. US-Dollar kurzzeitig überschritten und damit ca. 10% des Welt-Goldbestandes erreicht. Dieses Volumen ist schier zu groß um es seitens der Behörden ignorieren zu können, andererseits ist fraglich, ob ein behördliches Interesse an Schutzmechanismen für diese Anleger besteht", fasse Böckelmann zusammen. (01.03.2021/ac/a/m)







 
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