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Kolumnist: Performaxx-Anlegerbrief

Capella Capital: Mittendrin statt nur dabei!




23.07.07 00:30
Performaxx-Anlegerbrief

Mit Capella Capital bereichert seit April dieses Jahres eine Beteiligungsgesellschaft mit innovativem Konzept den Open Market der Frankfurter Börse. Der Clou des Geschäftsmodells ist, dass den Capella-Aktionären eine direkte vorbörsliche Beteiligung an den eingegangenen Investments verschafft wird – dazu gleich mehr. Mit einem Kursplus von gut 50 % seit der Listingaufnahme hat das Unternehmen jedenfalls bereits einen regelrechten Kavalierstart hingelegt.


 


(Fast) Alles für die Aktionäre


 


Im Zentrum der Geschäftstätigkeit von Capella steht ein Spin-off-Konzept, mit dem wachstumsorientierten Unternehmen ein günstiger und unkomplizierter Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet wird. Hierfür übernimmt Capella üblicherweise zum Nennwert 20 % an einer neuen Gesellschaft, während die restlichen Anteile von dem Kunden gegen Sachanlage des eigenen Unternehmens übernommen werden. Im nächsten Schritt transferiert Capella den Großteil der übernommenen Aktien in Form einer Sachdividende an die eigenen Aktionäre und behält selbst lediglich einen Restposten von 3 bis 5 %. Zeitnah zur Ausschüttung erfolgt die Listingaufnahme.


 


Der zentrale Unterschied zu anderen Listings und damit auch der wichtigste Vorteil dieses Verfahrens für den Kunden ist der auf diese Weise erreichbare hohe Streubesitz, der vom Start weg einen vergleichsweise liquiden Handel und somit eine relativ verlässliche Preisbildung ermöglicht. Allein diese Aussicht dürfte ausreichend viele Jungunternehmer die „Kröte“ schlucken lassen, ein Fünftel ihres Unternehmens zum Nennwert abzugeben. Um den Liquiditätsvorteil noch zu maximieren, wird für die neu zu gründenden Unternehmen regelmäßig auf die niederländische Rechtsform der „Naamloze Vennootschap“ (N.V.) zurückgegriffen, die eine sehr kleine Stückelung der Aktien (1 Cent) ermöglicht; das fördert nach dem Börsengang schon rein optisch eine Bewertung über dem Nennwert.


  


Hoher Renditehebel

 


Da der eigene Kapitaleinsatz sehr beschränkt bleibt (Beteiligung zum Nennwert), enthält das Konzept von Capella einen enormen Renditehebel, von dem  hauptsächlich die eigenen Aktionäre in Form der Sachdividenden profitieren sollen. Deren Gewinn resultiert hierbei aus der Bewertungsdifferenz zwischen dem durch Capella bezahlten Nennwert und dem für die neuen Aktien anschließend am Markt erzielbaren Verkaufskurs. Welche Renditemöglichkeiten damit verbunden sind, haben die Sachausschüttungen des ehemaligen Mutterunternehmens von Capella, Navigator Equity Solutions, verdeutlicht: Innerhalb nur eines Jahres erhielten die Aktionäre über Sachdividenden Anteile an 3 Unternehmen (Bioenergy Systems, Nanoventure und Capella selbst), deren Wert zu aktuellen Kursen die aktuelle Marktkapitalisierung von Navigator mehr als 60 % übersteigt.


 


Apropos Navigator: Sowohl bei der Kontaktanbahnung als auch bei der Auswahl der Kandidaten wird der Capella-Vorstand aktiv vom Aufsichtsrat unterstützt, in dem das Führungsteam der Münchener Unternehmensberatung Ascendo Management vertreten ist. Diese Gesellschaft, aus der auch Vorstand Fischer stammt, ist die treibende Kraft sowohl hinter Capella als auch hinter deren ehemaligem Mutterunternehmen Navigator. Durch den Rückgriff auf die Ascendo-Ressourcen steht Capella nicht nur ein breites betriebswirtschaftliches Wissen zur Verfügung, sondern auch ein weit verzweigtes Kontakt- und Partnernetzwerk. Dadurch ist es möglich, die eigenen Strukturen äußerst schlank und kostenminimal zu gestalten. So ist Vorstand Fischer der einzige Angestellte, der zudem ausschließlich über sein eigenes Aktienpaket am Unternehmenserfolg partizipiert.


 


Gut gefüllte Deal-Pipeline

 


Obwohl Capella ihre Tätigkeit erst im April aufgenommen hat, konnte bereits Ende Juni die erste Beteiligung eingegangen werden, die nach neusten Meldungen noch bis Ende Juli an die Capella-Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Es handelt sich hierbei um die Archea Biogas N.V., einen Komplettanbieter von Biogasanlagen. Im letzten Jahr hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben 17 Projekte mit einer Gesamtleistung von 4,3 MW durchgeführt. Zukünftig wird mit einem deutlichen Anstieg gerechnet. Mit Stichtag 20. Juli sollen nun die von Capella übernommenen Aktien (die restlichen 80 % werden vom Management gehalten) größtenteils an die eigenen Aktionäre transferiert werden.


 


Darüber hinaus befinden sich nach Unternehmensangaben bereits weitere Deals in Vorbereitung, so dass für das laufende Jahr mit mindestens einer weiteren Sachdividendenausschüttung zu rechnen ist. Die Bandbreite der sich derzeit in Prüfung befindlichen Gesellschaften erstreckt sich vom Immobiliensektor, über technikorientierte Anlagenbauer bis zu Beteiligungsunternehmen und Franchiseanbietern. Dabei geht das Capella-Management davon aus, die anvisierten Transaktionen aus dem gegebenen Kapitalbestand heraus finanzieren zu können und schließt eigene Kapitalmaßnahmen für die nächsten Monate aus.


 


Nur wenig Erwartungen eingepreist

 


Bei einem Unternehmen, das seine Geschäftserfolge großenteils sofort an die Aktionäre auskehrt, rückt anstelle des KGV die Dividendenrendite als Bewertungskennzahl in den Vordergrund. Nun ist es im jetzigen Stadium schwer abzuschätzen, wie viele Sachausschüttungen Capella künftig durchführen können wird und welchen Wert die Börsenneulinge beim Erstlisting erzielen werden. Daher stellen wir die umgekehrte Frage: Wie viel Ausschüttungsvolumen ist erforderlich, um den aktuellen Börsenwert von 14 Mio. Euro attraktiv erscheinen zu lassen?


 


Die platte Antwort: Nicht viel! Selbst wenn man als Ausgleich für das prinzipiell höhere (Liquidations-)Risiko einer Sachausschüttung eine Dividendenrendite von 10 % p.a. fordert, würde Capella diese bereits bei einer jährlichen Dividende im Gegenwert von 1,4 Mio. Euro erreichen. Das entspräche bei 15 % Ausschüttungsquote einem Listingvolumen von rd. 9 Mio. Euro, also beispielsweise 3 Unternehmen zu je 3 Mio. Euro Börsenwert. Dass eine derartige Erwartung realistisch, wenn nicht konservativ ist, zeigt der Vergleich zur ehemaligen Capella-Mutter Navigator, die ihren Aktionären innerhalb eines Jahres Sachausschüttungen (gemessen am ersten Kurs) von 6,5 Mio. Euro oder rd. 30 % der eigenen Marktkapitalisierung zukommen ließ.


 


Fazit

 


Mit der Capella-Aktie erhalten risikobereite Anleger ein hochinteressantes Instrument, um sich kurz vor dem Listing direkt an jungen Wachstumsunternehmen zu beteiligen. Zwar hat der Capella-Kurs bereits einen kräftigen Satz nach oben gemacht, doch auch auf dem derzeitigen Niveau birgt die Aktie noch erhebliches Potenzial – sowohl im eigenen Kurs, als auch in dem der ausgeschütteten Beteiligungen.


 


Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 749 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.


 


Weitere Informationen finden Sie unter www.performaxx-anlegerbrief.de/neuanmeldung.php.


 


 



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