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Cantourage Aktie: Regulatorik belastet, strukturelles Wachstum bleibt intakt

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Cantourage-Aktienanalyse von der Montega AG:

Ingo Schmidt, Aktienanalyst der Montega AG, rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie der Cantourage Group SE (ISIN: DE000A3DSV01, WKN: A3DSV0, Ticker-Symbol: HIGH).

Die am 30.10. veröffentlichten Q3-Zahlen würden verdeutlichen, dass Cantourage seinen Wachstumskurs im europäischen Medizinalcannabis-Markt trotz eines anspruchsvollen regulatorischen Umfelds fortsetze. Nach neun Monaten habe das Unternehmen einen Umsatz von 74,9 Mio. EUR (+148% yoy) und ein EBITDA von 3,9 Mio. EUR erzielt. Damit bleibe die Profitabilität in Q2 und Q3 sowohl hinter dem starken Q1-Ergebnis von 3,1 Mio. EUR als auch den Vorjahreswerten (Q2/24: 1,0 Mio. EUR, Q3/24: 1,4 Mio. EUR) zurück. Die EBITDA-Marge reduziere sich in 9M/25 auf 5,2% (9M/24: 6,9%). Der temporäre Ergebniseinbruch sei im Wesentlichen auf den Abbau von Lagerbeständen im Vorfeld der erwarteten regulatorischen Änderungen im deutschen Markt zurückzuführen. Dieser Prozess sei dem Unternehmen zufolge inzwischen weitgehend abgeschlossen und schaffe Raum für eine Normalisierung der Margenentwicklung in den kommenden Quartalen.

Der diskutierte Gesetzesentwurf mit potenziellen Einschränkungen bei Telemedizin, Versandhandel und Dokumentationspflichten erhöhe die Komplexität im deutschen Markt spürbar. Cantourage reagiere darauf mit gezielten Investitionen in Infrastruktur, Compliance und Logistik, um die Lieferfähigkeit langfristig sicherzustellen. Diese Anpassungen hätten kurzfristig zu höheren Aufwendungen geführt, dürften sich jedoch mittelfristig positiv auf die Prozessstabilität auswirken. Parallel forciere das Unternehmen die Diversifizierung seines Produktportfolios: Der Fokus verschiebe sich zunehmend auf standardisierte Wirkstoffe für individuell verschriebene Rezepturen, die regulatorisch resilienter seien und strukturell höhere Margen bieten würden. Dadurch verringere sich die Abhängigkeit vom volumengetriebenen Blütengeschäft.

International bleibe Cantourage klar auf Wachstumskurs. In Großbritannien setze sich die starke Entwicklung mit hohen Wachstumsraten fort, wenngleich der Ergebnisbeitrag aufgrund anhaltender Markteintrittskosten noch begrenzt sei. Auch in Polen würden sich erste Erholungstendenzen zeigen, und die geplanten Markteintritte in Spanien und Italien würden zusätzliche Expansionspotenziale eröffnen. Diese Internationalisierung stärke die Resilienz des Geschäftsmodells und schaffe eine breitere Basis für zukünftige Ertragssteigerungen.

Auf Basis der neuen Informationen passe Schmidt seine Prognosen an: Für 2025 erwarte er weiterhin ein deutliches Umsatzwachstum auf rund 93 Mio. EUR, reduziere jedoch seine EBITDA-Prognose, um den Abbau der Vorräte und andere regulatorische Belastungen im Inland zu reflektieren. Mittelfristig rechne Schmidt mit einer deutlichen Margenerholung, sobald die Produktdiversifizierung und die Auslandsmärkte stärker greifen würden.

Cantourage bleibe trotz temporärer Ergebnisvolatilität gut positioniert, um am strukturellen Wachstum des europäischen Medizinalcannabis-Marktes zu partizipieren. Die regulatorischen Anpassungen in Deutschland würden langfristig die Eintrittsbarrieren erhöhen und die Marktposition etablierter Anbieter festigen. Mit dem klareren Fokus auf margenstärkere Produkte und internationale Märkte wachse die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Die Margenentwicklung dürfte sich nach Einschätzung des Analysten nach Abschluss der Lagerbereinigungen und Umsetzung der strategischen Maßnahmen sukzessive normalisieren.

Ingo Schmidt, Analyst der Montega AG, bestätigt sein "kaufen"-Votum für die Cantourage-Aktie, reduziert das Kursziel jedoch von 10,00 EUR auf 6,00 EUR, um der temporären Ergebnisvolatilität im Zuge regulatorischer Anpassungen und operativer Übergangsmaßnahmen Rechnung zu tragen. (Analyse vom 12.11.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (12.11.2025/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 12.11.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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