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Boeing: Es kehrt einfach keine Ruhe ein - Aktienanalyse

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Boeing-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Michael Diertl vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie von The Boeing Company (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Es kehre einfach keine Ruhe beim amerikanischen Flugzeugbauer ein. Nachdem Boeing in diesem Jahr schon mehrfach mit Qualitätsproblemen und daraus resultierenden Unfällen zu kämpfen gehabt habe, sei nun auch noch die größte Gewerkschaft in den Streik getreten. Ganz zum Unmut der Aktionäre: Die Papiere seien kurz davor, ein neues Jahrestief zu markieren.

Die rund 33.000 Beschäftigten würden unter anderem das Bestseller-Modell Boeing 737 bauen. Sie hätten mit einer Mehrheit von mehr als 90 Prozent eine Einkommenserhöhung von 25 Prozent über eine Laufzeit von vier Jahren abgelehnt.

Die Gewerkschaft IAM habe ursprünglich eine Erhöhung um 40 Prozent gefordert. In der Abstimmung am Donnerstag sei die erst am Sonntag ausgehandelte Vereinbarung mit einer Mehrheit von 94,6 Prozent abgelehnt worden. Für den Streik hätten 96 Prozent gestimmt. Er habe um Mitternacht (Ortszeit) in der Nacht zum Freitag begonnen, wie die Gewerkschaft mitgeteilt habe.

Das Abkommen habe auch Verbesserungen bei Gesundheitskosten und Ruhestand vorgesehen. Einkommenszuwächse von 25 Prozent habe im vergangenen Jahr auch die Gewerkschaft UAW bei den US-Autoriesen erreicht - nach mehrwöchigen Streikaktionen.

Boeing habe außerdem zugesagt, neue Modelle in den gewerkschaftlich organisierten Werken zu bauen. Das sei eine zentrale Forderung der Gewerkschaft gewesen, nachdem Boeing vor mehr als einem Jahrzehnt ein Werk ohne Gewerkschaftsvertretung im Bundesstaat South Carolina eingerichtet habe, um das Modell 787 Dreamliner zu produzieren.

Boeing kämpfe nach einer Pannenserie mit Problemen und verliere Geld. Unter anderem lasse die Luftfahrtaufsicht FAA die Produktion der 737 nicht ausbauen, bis der Konzern Qualitätskontrollen verbessere. Auslöser für neue Kritik sei ein Zwischenfall im Januar gewesen, bei dem ein Rumpf-Fragment 737-9 im Steigflug herausgebrochen sei. Nach Erkenntnissen der Unfallermittlungsbehörde NTSB hätten an dem Bauteil Befestigungselemente gefehlt. Boeing habe keine Unterlagen zur Installation des Rumpf-Fragments finden können.

Management und Gewerkschaftsführung hätten in den vergangenen Tagen an die Belegschaft appelliert, den Tarif-Deal zu akzeptieren. Der neue Boeing-Chef Kelly Ortberg habe gewarnt, dass ein Streik den Weg aus der Krise erschweren werde. Die Chefin der Verkehrsflugzeug-Sparte, Stephanie Pope habe auf den Schuldenberg von mehr als 60 Milliarden Dollar verwiesen und gesagt, der Konzern sei so weit entgegengekommen wie möglich.

Die Gewerkschaft habe zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand habe 57 Tage gedauert und den Konzern nach Analystenschätzungen rund zwei Milliarden Dollar gekostet. Danach hätten die Beschäftigten Nullrunden oder Kürzungen hingenommen - ein Grund dafür, dass sie jetzt deutlich mehr würden erreichen wollen. Ein Boeing-Arbeiter habe im Gespräch mit dem Wall Street Journal kritisiert, dass das Einstiegsgehalt nach dem neuen Vertrag mit 21 Dollar pro Stunden auf dem Niveau einer lokalen Burger-Kette liege.

Die Probleme bei Boeing würden nicht abreißen - zum Wochenabschluss drohe ein neues Jahrestief.

Anleger halten deshalb weiterhin Abstand und setzen lieber auf die laufende "Aktionär"-Empfehlung Airbus, so Michael Diertl. (Analyse vom 13.09.2024)

mit Material von dpa-AFX

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Börsenplätze Boeing-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Boeing-Aktie:
141,30 EUR -3,92% (13.09.2024, 10:55)

NYSE-Aktienkurs Boeing-Aktie:
162,77 USD +0,89% (12.09.2024)

ISIN Boeing-Aktie:
US0970231058

WKN Boeing-Aktie:
850471

Ticker-Symbol Boeing-Aktie:
BCO

NYSE-Symbol Boeing-Aktie:
BA

Kurzprofil The Boeing Company:

Boeing (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) ist eines der weltweit führenden Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen. Zur Produktpalette von Boeing gehören neben zivilen und militärischen Luftfahrzeugen auch Raketen, Satelliten und integrierte Verteidigungssysteme. (13.09.2024/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 13.09.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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