Aktien des Tages

Boeing Aktie: Streik eskaliert - Verhandlungen abgebrochen und Aktie fällt!

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Boeing-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Martin Mrowka vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von The Boeing Company (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) unter die Lupe.

Boeing habe nach einer ergebnislosen Verhandlungsrunde das jüngste Angebot an seine streikenden Arbeiter zurückgezogen. Die Gewerkschaft International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM), die rund 33.000 US-Beschäftigte des Luft- und Raumfahrt-Konzerns vertrete, habe Forderungen gestellt, die Boeing nicht annehmen könne, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Daher seien weitere Gespräche aus Sicht des Konzerns derzeit sinnlos.

"Die Gewerkschaft hat nicht verhandelbare Forderungen gestellt, die weit über das hinausgehen, was akzeptiert werden kann, wenn wir als Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wollen", habe Stephanie Pope, die Leiterin der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, in einem Brief an die Mitarbeiter geschrieben. "In Anbetracht dieser Position machen weitere Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn, und unser Angebot wurde zurückgezogen."

Die Gewerkschaft ihrerseits habe darauf verwiesen, dass der Flugzeugbauer nicht zu Nachbesserungen bei dem gut zwei Wochen alten Angebot bereit gewesen sei. Boeing habe im vergangenen Monat ein Angebot vorgelegt, das es als "bestes und letztes" Angebot an die Gewerkschaft bezeichnete und das eine Lohnerhöhung von 30 Prozent in den nächsten vier Jahren vorgesehen habe. Die Gewerkschaft fordere jedoch eine 40-prozentige Erhöhung.

Die IAM sei Mitte September in den Streik getreten. Von der Arbeitsniederlegung sei vor allem die Boeing-Produktion rund um Seattle im Nordwesten der USA betroffen gewesen, wo unter anderem das Bestseller-Modell 737 und der Langstrecken-Jet 777 gebaut würden. Vor allem bei der 737 sei Boeing bereits im Verzug mit Lieferungen an viele Fluggesellschaften.

Boeing habe auf den Streik unter anderem mit einem Einstellungsstopp reagiert. Außerdem seien Mitarbeiter beurlaubt und Dienstreisen aufs Nötigste reduziert worden. Die Gewerkschaft habe zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand habe 57 Tage gedauert und den Konzern damals nach Analystenschätzungen rund zwei Milliarden Dollar gekostet.

Am Dienstag nach Börsenschluss sei zudem bekannt geworden, dass die Ratingagentur S&P eine Herabstufung der Bonität des Airbus-Konkurrenten prüfe. Eine schlechtere Bonität würde Kredite verteuern, was die Finanzlage des Konzerns weiter verschärfen könnte.
Die Boeing-Aktie sei am Mittwoch im frühen Handel als schwächster Dow-Jones-Wert um fast vier Prozent auf 149 Dollar abgerutscht und habe ein neues Zwei-Jahres-Tief markiert.

Der amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern komme nicht aus dem Krisen-Strudel. Die vielen Pleiten, Pech und Pannen hätten Boeing in den vergangenen Jahren viel Geld und Reputation gekostet. Finanziell sei der Konzern längst in eine Schieflage geraten, was mit einer großen Kapitalerhöhung ausgeglichen werden solle. Die Eskalation im Streit mit der Gewerkschaft IAM sei kein gutes Signal.

Fazit: Anleger sollten die Boeing-Aktie weiterhin meiden, so Martin Mrowka von "Der Aktionär". (Analyse vom 09.10.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (09.10.2024/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 09.10.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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