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Kolumnist: Performaxx-Anlegerbrief

Bijou Brigitte: Quo vadis, Bijou?




02.07.07 00:30
Performaxx-Anlegerbrief

Fast fünf Jahre gehörte die Aktie des Modeschmuckfilialisten unserem Langfristdepot an, bevor im Mai 2007 die letzte Teilposition ausgestoppt wurde. Unter Berücksichtigung aller Nach- und Verkäufe konnten Sie dabei eine satte Performance von über 1.200 % einfahren. Dennoch hat die über lange Zeit lupenreine Wachstumsgeschichte des Hamburger Unternehmens in letzter Zeit ein paar Kratzer abbekommen, woraufhin sich der Börsenwert von der Spitze weg fast halbierte.


 


Bijou wächst weiter, aber langsamer

 


Mit diesem deftigen Kursrücksetzer reagierte die Börse auf die sich verdichtenden Anzeichen eines verlangsamten Wachstumstempos. Nachdem Bijou 2005 noch ein Umsatzplus um 35 % vermelden konnte, sank der Zuwachs 2006 auf 15,4 %. Auch die Ertragssteigerung lag mit 10,3 % deutlich unter dem Vorjahreswert (52, 6 %).


 


Als Wachstumsbremse erwies sich dabei insbesondere der flächenbereinigte Umsatz, der 2006 um 0,7 % schrumpfte, während er im Vorjahr noch um stramme 14 % zulegte. Das liegt einerseits sicherlich an der Tatsache, dass sich die Artikelmenge auf einer gegebenen Verkaufsfläche nicht beliebig steigern lässt. Andererseits weist das Unternehmen aber auch auf einen verschärften Wettbewerbsdruck hin, der von anderen Schmuckketten sowie von Trendmodeketten wie H&M, Zara oder Mango ausgehen dürfte.


 


Davon unbeirrt hat das Bijou-Management seinen Kurs der Filialexpansion im abgelaufenen Geschäftsjahr konsequent fortgesetzt und das Filialnetz um 119 auf 931 Läden ausgebaut. Expansionsschwerpunkt war abermals das europäische Ausland, auf das mittlerweile 62 % der Filialen und 58 % der Umsätze entfallen. Größte Standorte sind neben Deutschland mit 351 Läden Spanien (255), Italien (94) und die Niederlande (67). Darüber hinaus werden Filialen in Frankreich und Portugal (jeweils 39), Österreich (24), Polen (22), der tschechischen Republik (18), Ungarn (14) und Griechenland (6) betrieben. In all diesen Auslandsmärkten arbeitet Bijou bereits profitabel. Lediglich der Eintritt in den US-Markt ist noch mit Anlaufverlusten verbunden. Die beiden Pilotfilialen in Florida wurden jedoch nach Auskunft des Vorstands „begeistert“ angenommen.


 


Noch genug weiße Flecken auf der Karte

 


Die Eröffnung neuer Läden soll auch in den kommenden Jahren der entscheidende Wachstumstreiber bleiben. Das untermauert schon die letztjährige Erweiterung der Hamburger Konzernzentrale um Vertriebs- und Lagerflächen, die nunmehr auf 1.500 Läden ausgelegt sind. Der Fokus der weiteren Expansion wird zunächst auf Frankreich und Italien liegen. Darüber hinaus soll der Eintritt in den britischen Markt mit zwei Testfilialen im Großraum London erfolgen. Auch in den USA sollen nach dem offenbar erfolgreichen Start weitere Fachgeschäfte ihre Pforten öffnen.


 


Bleibt die Frage, ob die Zielvorgabe des Managements, jährlich etwa 100 neue Filialen zu eröffnen, auch auf mittlere Sicht realistisch erscheint. Rein rechnerisch gibt es dafür zumindest noch genug weiße Flecken auf der Landkarte: Folgt man der Unternehmensangabe, wonach sich auf etwa 200.000 Einwohner eine Filiale rechnet, so böten allein die EU und die USA mit ihren rd. 780 Mio. Einwohnern ein überschlägiges Potenzial von 3.900 Läden, also mehr als das 4-fache des aktuellen Filialbestands. Andere aufstrebende Wirtschaftsregionen wie Russland, Südostasien oder Indien sind dabei noch gar nicht einbezogen.


 


Allerdings sollte auch berücksichtigt werden, dass Bijou einen Gutteil der naheliegenden, lukrativen Standorte bereits erschlossen hat. Ein zunehmender Teil der künftigen Expansion wird daher mit größeren Unwägbarkeiten verbunden sein, wie beispielsweise einer schärferen Konkurrenzsituation (etwa in den angelsächsischen Ländern), erhöhten logistischen Anforderungen sowie instabileren wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen (insb. in den Emerging Markets). Daher wird es in den kommenden Monaten und Jahren entscheidend darauf ankommen, ob es dem Management gelingt, bei der Expansion in weiter entfernte und schwierigere Märkte sowohl das Wachstumstempo als auch das hohe Profitabilitätsniveau beizubehalten.


 


Bewertung lässt Spielräume ... nach oben und unten

 


Im 1. Quartal 2007 hat sich das Wachstum mit 10 Filialeröffnungen und einem Umsatzplus von  8,5 % zumindest ein Stück weiter verlangsamt. Der flächenbereinigte Umsatz und der Gewinn gingen sogar leicht um 3,3 % bzw. 5,8 % zurück. Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand aber weiterhin 80 Neueröffnungen an, so dass ein Umsatz von 385 Mio. Euro und ein steigender Gewinn von 85 Mio. Euro bzw. 10,50 Euro je Aktie realistisch erscheint.


 


Damit weist die Bijou-Aktie derzeit ein KGV von 13 auf, was sowohl Luft nach oben als auch unten lässt. Anstelle einer konkreten Prognose wollen wir Ihnen daher anhand drei modellhafter Szenarien aufzeigen, wie sich der Kurs je nach Geschäftsverlauf entwickeln dürfte.


 


Gelingt es dem Unternehmen, weiterhin eine jährliche Umsatzsteigerung von etwa 30 Mio. Euro (entspricht ca. 80-100 Neueröffnungen bei flächenbereinigt konstantem Umsatz) sowie eine konstant hohe Nettomarge von ca. 23 % zu erzielen, so hätte die Aktie gemäß unserem Ertragswertmodell Aufwärtspotenzial bis 170 Euro. Das aktuelle Kursniveau hingegen preist ein Szenario ein, in dem beispielsweise die Umsatzsteigerung auf jährlich 20 Mio. Euro (oder 50-60 neue Filialen) und die Nettomarge auf 20 % absinkt. Ein darunter liegendes Wachstum oder gar Umsatz- und Ertragsrückgänge würden folglich weitere Kursverluste rechtfertigen. 


 


Fazit

 


Nehmen Sie bei Bijou Brigitte zunächst eine abwartende Position ein, bis sich der weitere Wachstumspfad des Unternehmens hinreichend konkret abzeichnet. Wer investiert ist, kann die Aktie bei einer Dividendenrendite um 5 % aber ruhig weiter halten, solange sich die fundamentalen Aussichten nicht deutlich eintrüben.


 


Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 770 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.


 


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