Aktien des Tages

Apple Aktie: In der Zwickmühle zwischen iPhone-Boom und stark steigenden Chip-Preisen

Paris (www.aktiencheck.de) - Apple-Aktienanalyse von BNP Paribas:

Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie des US-Technologieriesen Apple Inc. (ISIN: US0378331005, WKN: 865985, Ticker-Symbol: APC, NASDAQ-Symbol: AAPL) unter die Lupe.

Mit einer Berg‑ und Talfahrt habe die Apple‑Aktie auf die Präsentation der Quartalszahlen am Donnerstagabend, 29. Januar, reagiert und liege damit aktuell in der Nähe des Schlusskurses vom Donnerstag. Dabei seien die Ergebnisse hervorragend gewesen, während auch der Ausblick überraschend gut sei. Dennoch würden sich Investoren wegen einer Sache Sorgen machen.

Im per Dezember beendeten ersten Quartal sei der Umsatz um 15,7 Prozent auf den Rekord von 143,76 Milliarden Dollar gestiegen, das habe deutlich über den Schätzungen der Analysten von 138,4 Milliarden Dollar gelegen.

Wachstumsmotor sei das boomende iPhone‑Geschäft gewesen. Dessen Erlöse seien um 23,3 Prozent auf den Rekord von 85,27 Milliarden Dollar nach oben geschossen und hätten damit die Erwartungen von 78,31 Milliarden Dollar bei Weitem übertroffen.

Dabei hätten sich die neuen iPhone‑17‑Modelle großer Beliebtheit bei Kunden erfreut. "Die Nachfrage nach iPhones war einfach umwerfend", sage Vorstandschef Tim Cook. Damit habe das iPhone‑Geschäft knapp 60 Prozent der Konzernerlöse ausgemacht.

Zudem habe das hochprofitable Service‑Geschäft um 13,9 Prozent auf den Rekord von 30,0 Milliarden Dollar zugelegt und habe damit die Erwartungen genau getroffen.

Bei der Umsatzverteilung nach Regionen sei Großchina, also Festlandchina einschließlich Hongkong und Taiwan, mit einem Sprung um 37,9 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar hervorgestochen, womit die Erwartungen von 21,8 Milliarden Dollar bei Weitem übertroffen worden seien.

Nach etlichen schwierigen Quartalen in China, als die dortigen Kunden auf andere Smartphone‑Marken umgestiegen seien, während die Behörden gleichzeitig den Einsatz ausländischer Produkte eingeschränkt hätten, habe diesmal nicht nur das iPhone‑Geschäft in dem Land floriert.

Außerdem sei die Zahl der weltweit installierten Apple‑Geräte auf mehr als 2,5 Milliarden Einheiten gestiegen, was eine gute Grundlage für anhaltendes Wachstum im Service‑Geschäft sei.

Zudem habe sich die Bruttomarge auf Konzernebene gegenüber dem Vorquartal von 47,2 auf 48,2 Prozent verbessert.

Der Gewinn je Aktie habe gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 2,84 Dollar zugelegt. Dabei hätten Strafzölle das Ergebnis diesmal mit 1,4 Milliarden Dollar belastet.

Überzeugt habe Investoren zudem auch der Ausblick auf das laufende Quartal. Demnach solle der Umsatz um 13 bis 16 Prozent steigen. Das habe deutlich über den Erwartungen von 10 Prozent gelegen. Dabei solle das Service‑Geschäft ähnlich stark wachsen wie im Dezember‑Quartal.

Zudem solle die Bruttomarge 48 bis 49 Prozent erreichen und damit ungefähr auf dem Niveau des Dezember‑Quartals bleiben. Diese Prognose habe bei etlichen Analysten für ziemliches Erstaunen gesorgt, schließlich seien die Preise für Speicherchips in den vergangenen Monaten nach oben geschossen.

Auf der Analystenkonferenz habe Vorstandschef Tim Cook vor den stark gestiegenen Preisen für Speicherchips gewarnt und eingeräumt, dass sie nach dem geringen Effekt im Dezember‑Quartal im laufenden Quartal "größere Auswirkungen" auf die Bruttomarge haben würden. Zudem erwarte das Management, dass die Preise über das laufende Quartal hinaus "signifikant" steigen würden.

Auf der Analystenkonferenz hätten sich zudem etliche Fragen um die Kooperation mit Google gedreht. Dabei werde Apple künftig das KI‑Modell Gemini von Google für die hauseigenen Apple‑Intelligence‑Lösungen nutzen. Allerdings habe sich Cook nicht zu Details des Deals äußern wollen.

Analysten würden für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 11,7 Prozent auf 464,7 Milliarden Dollar prognostizieren.

Dabei solle der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 8,8 Prozent auf 144,8 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde die Marge allerdings deutlich nachgeben, von 32,0 auf 31,2 Prozent.

Nun gelte es zu beobachten, ob und wie sehr Analysten - nach den überraschend starken Quartalszahlen und dem guten Quartalsausblick - in den nächsten Tagen ihre Umsatz‑ und Ebit‑Schätzungen für das Fiskaljahr 2025/26 erhöhen könnten.

Der Börsenwert liege bei 3,8 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto‑Cash‑Bestands von 54,3 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 3,75 Billionen Dollar.

Das entspreche dem 25,9‑Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit. Das zeige, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist sei. Auf Basis der 2026/27er‑Schätzungen (171,1 Milliarden Dollar) gehe das Multiple auf das 21,9‑Fache zurück, was allerdings immer noch eine stolze Bewertung sei.

Und das KGV auf Basis der 2025/26er‑Schätzungen liege bei 28,1.

Nach Einschätzung von Haidt könnte die Apple‑Aktie kurzfristig seitwärts tendieren, weil die Sorgen der Investoren vor möglicherweise weiter steigenden Preisen für Speicherchips anhalten würden. Wenn die Lage bei den Halbleitern allerdings nicht völlig eskalieren sollte, könnte das Apple‑Papier anschließend wieder nach oben drehen, schließlich brumme das wichtige iPhone‑Geschäft derzeit so stark wie schon lange nicht mehr. (Analyse vom 30.01.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (02.02.2026/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 02.02.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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