Paris (www.aktiencheck.de) - Amazon-Aktienanalyse der BNP Paribas:
Mit einem Kurssprung nach oben von rund 12 Prozent reagiert die Aktie von Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, NASDAQ-Symbol: AMZN) auf die Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstagabend, dem 30. Juli, so Finanzjournalist Egmond Haidt in einer aktuellen Veröffentlichung bei BNP Paribas.
Investoren würden das rasante Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services (AWS) feiern, das darauf hindeute, dass der Hyperscaler die boomende Nachfrage nach KI-Lösungen monetarisieren könne. Da sähen Investoren darüber hinweg, dass das Unternehmen einen negativen Free Cashflow gehabt habe und dennoch die Investitionsprognose für das Gesamtjahr angehoben habe.
Im zweiten Quartal sei der Umsatz von Amazon um 20 Prozent auf 200,61 Milliarden Dollar gestiegen, das habe deutlich über den Schätzungen der Analysten von 197,01 Milliarden Dollar gelegen. Zu dem starken Wachstum habe auch beigetragen, dass Amazon den Prime Day, der 2025 im dritten Quartal stattgefunden habe, diesmal auf den Juni vorgezogen habe.
Wachstumsmotor sei einmal mehr das Cloud-Geschäft AWS gewesen, dessen Erlöse im zweiten Quartal um 36,8 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen seien. Das sei das fünfte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung des Wachstums bei AWS und zugleich dem stärksten Wachstum seit 18 Quartalen, also seit dem vierten Quartal 2021, gewesen. Das habe weit über den Erwartungen von 40,57 Milliarden Dollar gelegen, was ein Plus von 31 Prozent bedeute.
Dabei sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von AWS um 63,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Damit habe sich die Marge dramatisch verbessert, von 32,9 auf 39,4 Prozent, und habe damit in der Nähe des Rekordhochs gelegen, wohingegen Analysten lediglich 33,5 Prozent vorhergesagt hätten.
Zudem sei das EBIT auf Konzernebene um 43,2 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Damit habe sich die Marge deutlich verbessert - von 11,4 auf 13,7 Prozent - und damit einen neuen Rekord erreicht. Zu dem starken Gewinnanstieg hätten auch zwei Sondereffekte von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar beigetragen, dabei hätten sich die Rückzahlungen aus US-Strafzöllen auf rund 600 Millionen Dollar belaufen.
Vorstandschef Andy Jassy habe zudem darauf hingewiesen, dass das KI- und das Chipgeschäft im vergangenen Quartal jeweils einen annualisierten Jahresumsatz von mehr als 25 Milliarden Dollar erreicht hätten, während die Wachstumsraten jeweils prozentual dreistellig gewesen seien.
Da hätten die Investoren über die nach Meinung von Egmond Haidt wenig erfreuliche Entwicklung beim Cashflow hinweggesehen. Zwar sei jener aus dem operativen Gewinn kräftig gestiegen, auf 45,4 Milliarden Dollar, allerdings seien die Investitionen um 68,4 Prozent auf 54,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf von Anlagen und Maschinen von 1,1 Milliarden Dollar habe ein Free Cashflow von minus 7,7 Milliarden Dollar zu Buche gestanden.
Investitionsprognose angehoben
Auf der Analystenkonferenz habe sich Jassy mit den Ergebnissen sehr zufrieden gegeben und betont, dass der Boom im Cloud-Geschäft anhalten werde, weil die Nachfrage nach KI-Lösungen weiter florieren werde und der Konzern zahlreiche Aufträge nicht nur für 2027, sondern inzwischen bereits für 2028 habe.
Für das zweite Quartal 2026 habe das Management einen Konzernumsatz von 197,0 bis 202,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, was ein Wachstum von 9 bis 12 Prozent bedeuten würde. Bereinigt um den "Prime Day"-Effekt würde das Wachstum rund 4 Prozentpunkte höher ausfallen. Gleichzeitig belaste der Anstieg des Dollar das Wachstum um 0,8 Prozentpunkte. Die Mitte der Spanne (199,5 Milliarden Dollar) liege deutlich unter den Erwartungen von 203,9 Milliarden Dollar. Zudem solle das EBIT auf 22,5 bis 26,5 Milliarden Dollar klettern. Die Mitte der Spanne (24,5 Milliarden Dollar) verfehle die Schätzungen von 25,1 Milliarden Dollar leicht.
Außerdem habe Jassy die Investitionsprognose für das Gesamtjahr auf 220 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, gegenüber den zuvor geplanten 200 Milliarden Dollar. Grund seien die gestiegen Preise für Speicherchips. Die neue Prognose bedeute einen Anstieg der Investitionen um herbe 71,4 Prozent.
So sähen die Schätzungen aus
Analysten würden für 2026 einen Umsatzanstieg um 15,0 Prozent auf 824,58 Milliarden Dollar prognostizieren. 2027 solle es um 13,2 Prozent auf 933,64 Milliarden Dollar nach oben gehen. Dabei solle das EBIT 2026 um 30,4 Prozent auf 104,3 Milliarden Dollar nach oben schießen, gefolgt von einem Plus von 26,8 Prozent auf 132,19 Milliarden Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge vom Rekord von 11,2 auf 12,7 Prozent für 2026 verbessern, gefolgt von 14,2 Prozent für 2027.
Nun gelte es zu beobachten, wie sehr Analysten ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 in den nächsten Tagen nach oben schrauben würden.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung nach der Zahlenvorlage habe sich die Aktie rapide dem Rekordhoch vom 6. Mai bei 275 Dollar genähert. Damit liege der Börsenwert bei 2,85 Billionen Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 5,9 Milliarden Dollar (per Dezember 2025 habe Amazon noch einen Netto-Cash-Bestand von 57,4 Milliarden Dollar gehabt) liege der Enterprise Value (EV) bei 2,86 Billionen Dollar. Amazon habe in den vergangenen Monaten massiv Schulden gemacht, um den rasanten Anstieg der Investitionen zu finanzieren.
Das entspreche dem 21,6-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten EBIT. Die sehr hohe Bewertung zeige, welch kräftiges Wachstum in der Aktie eingepreist sei. Allerdings überzeuge der Hyperscaler mit einem starken Umsatzwachstum, während die EBIT-Marge auf neue Rekordhochs steigen solle.
Nach Meinung von Egmond Haidt könnte die Amazon-Aktie kurzfristig weiter steigen und möglicherweise sogar auf neue Rekordhochs klettern, schließlich habe sich nach der anhaltenden Beschleunigung des Wachstums im Cloud-Geschäft AWS die Stimmung der Investoren deutlich verbessert. Da sähen sie zumindest kurzfristig über den negativen Free Cashflow und die Erhöhung der Investitionsprognose hinweg.
Allerdings würde der Gegenwind für die Amazon-Aktie und viele sehr hoch bewertete US-Technologie-Aktien weiter zunehmen, falls die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen weiter steigen sollten. Denn in diesem Umfeld werden die wie erwartet stark steigenden Gewinne der Tech-Firmen umso stärker abdiskontiert, so Finanzjournalist Egmond Haidt in einer aktuellen Veröffentlichung bei BNP Paribas. (Analyse vom 31.07.2026)
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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (03.08.2026/ac/a/n)
Mit einem Kurssprung nach oben von rund 12 Prozent reagiert die Aktie von Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, NASDAQ-Symbol: AMZN) auf die Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstagabend, dem 30. Juli, so Finanzjournalist Egmond Haidt in einer aktuellen Veröffentlichung bei BNP Paribas.
Investoren würden das rasante Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services (AWS) feiern, das darauf hindeute, dass der Hyperscaler die boomende Nachfrage nach KI-Lösungen monetarisieren könne. Da sähen Investoren darüber hinweg, dass das Unternehmen einen negativen Free Cashflow gehabt habe und dennoch die Investitionsprognose für das Gesamtjahr angehoben habe.
Im zweiten Quartal sei der Umsatz von Amazon um 20 Prozent auf 200,61 Milliarden Dollar gestiegen, das habe deutlich über den Schätzungen der Analysten von 197,01 Milliarden Dollar gelegen. Zu dem starken Wachstum habe auch beigetragen, dass Amazon den Prime Day, der 2025 im dritten Quartal stattgefunden habe, diesmal auf den Juni vorgezogen habe.
Wachstumsmotor sei einmal mehr das Cloud-Geschäft AWS gewesen, dessen Erlöse im zweiten Quartal um 36,8 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen seien. Das sei das fünfte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung des Wachstums bei AWS und zugleich dem stärksten Wachstum seit 18 Quartalen, also seit dem vierten Quartal 2021, gewesen. Das habe weit über den Erwartungen von 40,57 Milliarden Dollar gelegen, was ein Plus von 31 Prozent bedeute.
Dabei sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von AWS um 63,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Damit habe sich die Marge dramatisch verbessert, von 32,9 auf 39,4 Prozent, und habe damit in der Nähe des Rekordhochs gelegen, wohingegen Analysten lediglich 33,5 Prozent vorhergesagt hätten.
Zudem sei das EBIT auf Konzernebene um 43,2 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Damit habe sich die Marge deutlich verbessert - von 11,4 auf 13,7 Prozent - und damit einen neuen Rekord erreicht. Zu dem starken Gewinnanstieg hätten auch zwei Sondereffekte von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar beigetragen, dabei hätten sich die Rückzahlungen aus US-Strafzöllen auf rund 600 Millionen Dollar belaufen.
Vorstandschef Andy Jassy habe zudem darauf hingewiesen, dass das KI- und das Chipgeschäft im vergangenen Quartal jeweils einen annualisierten Jahresumsatz von mehr als 25 Milliarden Dollar erreicht hätten, während die Wachstumsraten jeweils prozentual dreistellig gewesen seien.
Da hätten die Investoren über die nach Meinung von Egmond Haidt wenig erfreuliche Entwicklung beim Cashflow hinweggesehen. Zwar sei jener aus dem operativen Gewinn kräftig gestiegen, auf 45,4 Milliarden Dollar, allerdings seien die Investitionen um 68,4 Prozent auf 54,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf von Anlagen und Maschinen von 1,1 Milliarden Dollar habe ein Free Cashflow von minus 7,7 Milliarden Dollar zu Buche gestanden.
Investitionsprognose angehoben
Auf der Analystenkonferenz habe sich Jassy mit den Ergebnissen sehr zufrieden gegeben und betont, dass der Boom im Cloud-Geschäft anhalten werde, weil die Nachfrage nach KI-Lösungen weiter florieren werde und der Konzern zahlreiche Aufträge nicht nur für 2027, sondern inzwischen bereits für 2028 habe.
Für das zweite Quartal 2026 habe das Management einen Konzernumsatz von 197,0 bis 202,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, was ein Wachstum von 9 bis 12 Prozent bedeuten würde. Bereinigt um den "Prime Day"-Effekt würde das Wachstum rund 4 Prozentpunkte höher ausfallen. Gleichzeitig belaste der Anstieg des Dollar das Wachstum um 0,8 Prozentpunkte. Die Mitte der Spanne (199,5 Milliarden Dollar) liege deutlich unter den Erwartungen von 203,9 Milliarden Dollar. Zudem solle das EBIT auf 22,5 bis 26,5 Milliarden Dollar klettern. Die Mitte der Spanne (24,5 Milliarden Dollar) verfehle die Schätzungen von 25,1 Milliarden Dollar leicht.
Außerdem habe Jassy die Investitionsprognose für das Gesamtjahr auf 220 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, gegenüber den zuvor geplanten 200 Milliarden Dollar. Grund seien die gestiegen Preise für Speicherchips. Die neue Prognose bedeute einen Anstieg der Investitionen um herbe 71,4 Prozent.
So sähen die Schätzungen aus
Analysten würden für 2026 einen Umsatzanstieg um 15,0 Prozent auf 824,58 Milliarden Dollar prognostizieren. 2027 solle es um 13,2 Prozent auf 933,64 Milliarden Dollar nach oben gehen. Dabei solle das EBIT 2026 um 30,4 Prozent auf 104,3 Milliarden Dollar nach oben schießen, gefolgt von einem Plus von 26,8 Prozent auf 132,19 Milliarden Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge vom Rekord von 11,2 auf 12,7 Prozent für 2026 verbessern, gefolgt von 14,2 Prozent für 2027.
Nun gelte es zu beobachten, wie sehr Analysten ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 in den nächsten Tagen nach oben schrauben würden.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung nach der Zahlenvorlage habe sich die Aktie rapide dem Rekordhoch vom 6. Mai bei 275 Dollar genähert. Damit liege der Börsenwert bei 2,85 Billionen Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 5,9 Milliarden Dollar (per Dezember 2025 habe Amazon noch einen Netto-Cash-Bestand von 57,4 Milliarden Dollar gehabt) liege der Enterprise Value (EV) bei 2,86 Billionen Dollar. Amazon habe in den vergangenen Monaten massiv Schulden gemacht, um den rasanten Anstieg der Investitionen zu finanzieren.
Das entspreche dem 21,6-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten EBIT. Die sehr hohe Bewertung zeige, welch kräftiges Wachstum in der Aktie eingepreist sei. Allerdings überzeuge der Hyperscaler mit einem starken Umsatzwachstum, während die EBIT-Marge auf neue Rekordhochs steigen solle.
Nach Meinung von Egmond Haidt könnte die Amazon-Aktie kurzfristig weiter steigen und möglicherweise sogar auf neue Rekordhochs klettern, schließlich habe sich nach der anhaltenden Beschleunigung des Wachstums im Cloud-Geschäft AWS die Stimmung der Investoren deutlich verbessert. Da sähen sie zumindest kurzfristig über den negativen Free Cashflow und die Erhöhung der Investitionsprognose hinweg.
Allerdings würde der Gegenwind für die Amazon-Aktie und viele sehr hoch bewertete US-Technologie-Aktien weiter zunehmen, falls die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen weiter steigen sollten. Denn in diesem Umfeld werden die wie erwartet stark steigenden Gewinne der Tech-Firmen umso stärker abdiskontiert, so Finanzjournalist Egmond Haidt in einer aktuellen Veröffentlichung bei BNP Paribas. (Analyse vom 31.07.2026)
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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (03.08.2026/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 03.08.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.