Paris (www.aktiencheck.de) - Alphabet-Aktienanalyse von BNP Paribas:
Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Alphabet-C-Aktie (ISIN: US02079K1079, WKN: A14Y6H, Ticker-Symbol: ABEC, NASDAQ-Symbol: GOOG) unter die Lupe.
Mit einem Kurseinbruch von rund 4% habe die Alphabet-Aktie auf die Vorlage der Quartalszahlen am Mittwochabend, dem 22. Juli, nach Börsenschluss in den USA reagiert. Während die Ergebnisse leicht über den Erwartungen gelegen hätten, seien Investoren enttäuscht gewesen, dass Vorstandschef Sundar Pichai und Finanzchefin Anat Ashkenazi die Investitionsprognose für das Gesamtjahr erneut nach oben geschraubt hätten. Das verstärke die Sorge der Investoren, ob sich die massiven Investitionen jemals rechnen würden.
Im zweiten Quartal sei der Umsatz von Alphabet um 24% auf 119,80 Milliarden Dollar gestiegen. Das habe leicht über den Schätzungen der Analysten von 117,02 Milliarden Dollar gelegen.
Wachstumsmotor sei einmal mehr das Cloud-Geschäft gewesen, dessen Wachstum sich aufgrund der boomenden Nachfrage nach KI-Lösungen auf sensationelle 81,8% beschleunigt habe, womit Erlöse von 24,77 Milliarden Dollar zu Buche gestanden hätten. Damit seien die Erwartungen von 22,46 Milliarden Dollar deutlich übertroffen worden.
Zudem habe sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Cloud-Geschäft auf 8,8 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht, damit sei die Marge von 20,7 auf 35,6% nach oben geschossen.
Außerdem sei der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft gegenüber dem Vorquartal um 54 Milliarden Dollar auf 514 Milliarden Dollar geklettert. Mehr als die Hälfte davon solle innerhalb von zwei Jahren zu Umsatz werden.
Zudem habe das Suchmaschinen-/Werbegeschäft der Tochter Google davon profitiert, dass Alphabet immer mehr KI-Lösungen darin integriert habe. Dabei seien die Erlöse in diesem Bereich um 16,8% gegenüber dem Vorjahr auf 63,27 Milliarden Dollar gestiegen. Damit seien die Erwartungen von 63,28 Milliarden Dollar quasi genau getroffen worden.
Außerdem sei das Ebit auf Konzernebene um 30,4% auf 40,77 Milliarden Dollar geklettert, womit die Erwartungen von 40,55 Milliarden Dollar leicht übertroffen worden seien. Damit habe sich die Marge von 32,4 auf 34,0% verbessert.
Hingegen habe die Entwicklung beim Cashflow alles andere als erfreulich ausgesehen: Zwar sei jener aus dem operativen Geschäft kräftig gestiegen, auf 39,1 Milliarden Dollar. Weil sich allerdings die Investitionen auf 44,9 Milliarden Dollar verdoppelt hätten, habe ein Free Cashflow von minus 5,9 Milliarden Dollar zu Buche gestanden, also ein deutlicher Cash-Abfluss. Hingegen habe Alphabet in keinem der Quartale der Jahre 2024 und 2025 einen negativen Free Cashflow gehabt.
Auf der Analystenkonferenz habe sich das Management mit den Ergebnissen zufrieden gegeben und betont, dass es noch aggressiver investieren werde, um die starke Nachfrage zu befriedigen.
Daher habe das Vorstandsteam die Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, statt der zuvor geplanten 180 bis 190 Milliarden Dollar. Die Mitte der neuen Spanne bedeute einen Sprung um 113,2% gegenüber dem 2025er-Wert (91,4 Milliarden Dollar). Die Anhebung der Investitionsprognose habe Investoren aber überhaupt nicht gefallen.
Das Management habe zudem eingeräumt, dass der Free Cashflow aufgrund der massiven Investitionen unter Druck bleiben werde, zumal sie 2027 gegenüber 2026 "signifikant" steigen sollten.
Nach dem Kursrutsch nach der Zahlenvorlage liege der Börsenwert bei 4,02 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 144,3 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 3,88 Billionen Dollar.
Das entspreche dem 18,5-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Das sei eine sehr hohe Bewertung, wenngleich Alphabet weiterhin mit einem starken Umsatzwachstum und einer Verbesserung der ohnehin sensationellen Marge glänze.
Und das 2027er-KGV liege bei 22,4.
Haidts Meinung nach könnte die Talfahrt der Alphabet-Aktie zumindest kurzfristig weitergehen, schließlich habe sich nach der Erhöhung der Investitionsprognose die Stimmung der Investoren weiter verschlechtert, denn der Free Cashflow könnte auf absehbare Zeit negativ bleiben. Wie passe das zu einem Börsenwert von 4,02 Billionen Dollar? In diesem Umfeld würden Investoren es eher honorieren, wenn einer der Hyperscaler die Investitionsprognose beibehalten oder sogar senken würde. (Analyse vom 23.07.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (24.07.2026/ac/a/n)
Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Alphabet-C-Aktie (ISIN: US02079K1079, WKN: A14Y6H, Ticker-Symbol: ABEC, NASDAQ-Symbol: GOOG) unter die Lupe.
Mit einem Kurseinbruch von rund 4% habe die Alphabet-Aktie auf die Vorlage der Quartalszahlen am Mittwochabend, dem 22. Juli, nach Börsenschluss in den USA reagiert. Während die Ergebnisse leicht über den Erwartungen gelegen hätten, seien Investoren enttäuscht gewesen, dass Vorstandschef Sundar Pichai und Finanzchefin Anat Ashkenazi die Investitionsprognose für das Gesamtjahr erneut nach oben geschraubt hätten. Das verstärke die Sorge der Investoren, ob sich die massiven Investitionen jemals rechnen würden.
Im zweiten Quartal sei der Umsatz von Alphabet um 24% auf 119,80 Milliarden Dollar gestiegen. Das habe leicht über den Schätzungen der Analysten von 117,02 Milliarden Dollar gelegen.
Wachstumsmotor sei einmal mehr das Cloud-Geschäft gewesen, dessen Wachstum sich aufgrund der boomenden Nachfrage nach KI-Lösungen auf sensationelle 81,8% beschleunigt habe, womit Erlöse von 24,77 Milliarden Dollar zu Buche gestanden hätten. Damit seien die Erwartungen von 22,46 Milliarden Dollar deutlich übertroffen worden.
Zudem habe sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Cloud-Geschäft auf 8,8 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht, damit sei die Marge von 20,7 auf 35,6% nach oben geschossen.
Außerdem sei der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft gegenüber dem Vorquartal um 54 Milliarden Dollar auf 514 Milliarden Dollar geklettert. Mehr als die Hälfte davon solle innerhalb von zwei Jahren zu Umsatz werden.
Zudem habe das Suchmaschinen-/Werbegeschäft der Tochter Google davon profitiert, dass Alphabet immer mehr KI-Lösungen darin integriert habe. Dabei seien die Erlöse in diesem Bereich um 16,8% gegenüber dem Vorjahr auf 63,27 Milliarden Dollar gestiegen. Damit seien die Erwartungen von 63,28 Milliarden Dollar quasi genau getroffen worden.
Außerdem sei das Ebit auf Konzernebene um 30,4% auf 40,77 Milliarden Dollar geklettert, womit die Erwartungen von 40,55 Milliarden Dollar leicht übertroffen worden seien. Damit habe sich die Marge von 32,4 auf 34,0% verbessert.
Hingegen habe die Entwicklung beim Cashflow alles andere als erfreulich ausgesehen: Zwar sei jener aus dem operativen Geschäft kräftig gestiegen, auf 39,1 Milliarden Dollar. Weil sich allerdings die Investitionen auf 44,9 Milliarden Dollar verdoppelt hätten, habe ein Free Cashflow von minus 5,9 Milliarden Dollar zu Buche gestanden, also ein deutlicher Cash-Abfluss. Hingegen habe Alphabet in keinem der Quartale der Jahre 2024 und 2025 einen negativen Free Cashflow gehabt.
Auf der Analystenkonferenz habe sich das Management mit den Ergebnissen zufrieden gegeben und betont, dass es noch aggressiver investieren werde, um die starke Nachfrage zu befriedigen.
Daher habe das Vorstandsteam die Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, statt der zuvor geplanten 180 bis 190 Milliarden Dollar. Die Mitte der neuen Spanne bedeute einen Sprung um 113,2% gegenüber dem 2025er-Wert (91,4 Milliarden Dollar). Die Anhebung der Investitionsprognose habe Investoren aber überhaupt nicht gefallen.
Das Management habe zudem eingeräumt, dass der Free Cashflow aufgrund der massiven Investitionen unter Druck bleiben werde, zumal sie 2027 gegenüber 2026 "signifikant" steigen sollten.
Nach dem Kursrutsch nach der Zahlenvorlage liege der Börsenwert bei 4,02 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 144,3 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 3,88 Billionen Dollar.
Das entspreche dem 18,5-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Das sei eine sehr hohe Bewertung, wenngleich Alphabet weiterhin mit einem starken Umsatzwachstum und einer Verbesserung der ohnehin sensationellen Marge glänze.
Und das 2027er-KGV liege bei 22,4.
Haidts Meinung nach könnte die Talfahrt der Alphabet-Aktie zumindest kurzfristig weitergehen, schließlich habe sich nach der Erhöhung der Investitionsprognose die Stimmung der Investoren weiter verschlechtert, denn der Free Cashflow könnte auf absehbare Zeit negativ bleiben. Wie passe das zu einem Börsenwert von 4,02 Billionen Dollar? In diesem Umfeld würden Investoren es eher honorieren, wenn einer der Hyperscaler die Investitionsprognose beibehalten oder sogar senken würde. (Analyse vom 23.07.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (24.07.2026/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 24.07.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.