Aktien des Tages

Aktienmarkt-Ausblick 2025: "Dem DAX droht ein holpriger Jahresstart"

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach dem von Rekordständen geprägten Börsenjahr 2024 rechnen viele Akteure 2025 mit einem weniger freundlichen Verlauf an den Aktienmärkten, so die Deutsche Börse AG.

Gerade der Start könnte demnach holprig werden. "Den Märkten droht ein turbulenter Jahresauftakt", prognostiziere die LBBW mit Blick auf das "Wiederaufflammen der US-Haushaltsproblematik". Bis zum Ende des ersten Quartals dürfte der DAX nach Ansicht von Researchleiter Berndt Fernow auf 19.000 Punkte fallen und sich erst im zweiten Halbjahr wieder erholen. Geopolitische Konflikte, eine höhere Inflation und weniger Zinssenkungen in den USA sollten das Aufwärtspotenzial allerdings selbst dann begrenzen. "Ein Handelskrieg mit China würde die Komplexität der Gemengelage noch erhöhen". Der LBBW-Analyst sehe den DAX daher Ende des kommenden Jahres lediglich bei 20.000 Punkten.

Der Blick in die zweite Reihe kann sich lohnen

Auch der seit 17 Jahren selbstständige Finanzjournalist Olaf Hordenbach sei für den deutschen Leitindex alles andere als euphorisch. "Unter dem Strich werden wir Ende 2025 froh sein, wenn der DAX sein Niveau halten konnte, viel mehr ist nicht zu erwarten." Dem Aktienmarktexperten, der vor einem Jahr den Sprung über die Marke von 20.000 Punkte im DAX in Aussicht gestellt habe, fehle hierzulande die Wachstumsfantasie, die neben den fallenden Leitzinsen "die Aktien nach vorne treiben" könnte. Spannend finde er trotzdem "einige sehr interessante Industriewerte" aus dem MDAX und dem SDAX, "die nicht so sehr am Export hängen, die daher von Trumps Handelszöllen nicht direkt betroffen sind und die bei den wichtigen Themen der Zeit mitspielen".
Deutsche Outperformance in "5er-Jahren"

Die am 20. Januar offiziell beginnende zweite Amtszeit des neuen US-Präsidenten spiele auch im "Wellenreiter-Jahresausblick 2025" eine wichtige Rolle. "Die Schattenseite der Politik mit steigenden Inflationserwartungen wird die Investoren zu Beginn seiner Amtszeit stressen", befürchte Robert Rethfeld und rechne schon Anfang des neuen Jahres mit einer "Korrektur, die nahezu im gesamten ersten Quartal anhält". Allerdings könnten der DAX sowie vor allem der MDAX und der SDAX wegen der "am Boden liegenden Stimmung" 2025 relative Stärke zeigen.
"Die Serie der Outperformance Deutschlands in einem 5er Jahr setzt sich damit fort", verweise Rethfeld auf das vor allem 2005 und 2015 zu beobachtende Muster. Die Underperformance der deutschen Mid- und Smallcaps dürfte "dank einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und neuer politischer Impulse" im kommenden Jahr ihr Ende finden. Die zuletzt zunehmende Übernahmeaktivität in diesem Segment deute bereits darauf hin, "dass strategische Investoren attraktive Einstiegsniveaus erkennen".

21.500 Punkte als Jahresendziel

Die DZ BANK sei für den DAX auf Sicht von zwölf Monaten optimistisch. Das Jahresendziel von 21.500 Punkten impliziere einen Kursanstieg im hohen einstelligen Bereich. Nach einem "holprigen" Start mit einem Kursziel von 19.500 Punkten zur Jahresmitte "sollten sich Aktien- und Finanzmärkte an den neuen US-Präsidenten nach und nach gewöhnt haben". Sören Hettler aus dem Research-Team gehe davon aus, dass dann "andere Themen, darunter Unternehmensgewinne, Geldpolitik und Künstliche Intelligenz, wieder in den Vordergrund rücke"". Allerdings sei angesichts geopolitischer Unsicherheiten und dem zu erwartenden erratischen Führungsstil Trumps mit mehr Volatilität an den Aktienmärkten zu rechnen.

"Keine übertriebenen Renditeerwartungen"

Aus technischer Sicht sei die Lage nach Ansicht von HSBC nicht so positiv wie im Vorjahr. Chartexperte Jörg Scherer bezeichne die Situation zum Jahreswechsel als "diffus und zweischneidig" und warne daher vor übertriebenen Renditeerwartungen. Positiv werte er die "grundsätzliche Aufwärtstendenz" bei den meisten Aktienindices, die beim DAX grundsätzlich Kursziele im Bereich von 21.000 Punkten erlaube.

Ein Selbstläufer dürfte das aber nicht werden. "Trotz des intakten Haussetrends nimmt die Fallhöhe für die Bullen zu." Mit der geringen Marktbreite in Deutschland und dem sehr hohen Optimismus der Anlegerinnen und Anleger nenne der technische Analyst zwei zu beachtende Warnsignale. Im Falle einer gerade zu Jahresbeginn möglichen Korrektur sollten investierte Anlegerinnen und Anleger das Vorjahreshoch bei 17.000 Punkten beachten, "welches es im Sinne eines strategischen Stop-Loss in Zukunft nicht mehr zu unterschreiten gilt". (30.12.2024/ac/a/m)

Archivbeitrag vom 30.12.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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