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ASE Technology Aktie: Mit massiven Investitionen die starke Nachfrage bedienen

Paris (www.aktiencheck.de) - ASE Technology-Aktienanalyse von BNP Paribas:

Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie des taiwanischen Anbieters von Chip-Montage- und Testdienstleistungen ASE Technology Holding Co Ltd (ISIN: US00215W1009, WKN: A2JH8Q, Ticker-Symbol: 2DQ, NYSE-Symbol: ASX) unter die Lupe.

Wie viele andere Aktien aus dem Chipsektor sei auch jene von ASE Technology in den vergangenen Monaten eine Kursrakete gewesen, ehe das Papier zuletzt deutlich nachgegeben habe. Grund sei die Sorge der Investoren gewesen, dass die Nachfrage nach Speicherchips und damit nach KI-Lösungen in den nächsten Quartalen möglicherweise nicht so stark wachsen könnte wie bislang erwartet, während gleichzeitig der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter wie Moonshot zunehme. Wie gehe es in diesem Umfeld weiter mit dem Papier von ASE, zumal die Vorlage der Halbjahreszahlen am 30. Juli zügig näher rücke?

ASE sei der weltgrößte Anbieter von Chip-Montage- und Testdienstleistungen. Die Halbleiter kämen in verschiedenen Branchen zum Einsatz, allen voran Telekommunikation, Computer sowie der Auto- und sonstigen Industrien.

Im ersten Quartal 2026 sei der Umsatz um 2% gegenüber dem Vorquartal auf 173,7 Mrd. Taiwan-Dollar (5,4 Milliarden US-Dollar) gesunken. Während der KI-Boom das Geschäft beflügelt habe und sich andere Sektoren wie etwa die Automobilindustrie belebt hätten, habe die Nachfrage aus den Bereichen Smartphones und Laptops wegen der stark gestiegenen Preise für Speicherchips deutlich geschwächelt.

Dabei sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene gegenüber dem Vorquartal um 1% auf 17,5 Milliarden Taiwan-Dollar zurückgegangen. Allerdings habe sich die Marge von 9,9 auf 10,1% verbessert.

Zudem habe der bereinigte Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorquartal um 5% auf 3,08 Taiwan-Dollar nachgegeben.

Weil das Management eine noch bessere Geschäftsentwicklung für die nächsten Quartale erwarte, investiere es massiv. Zwar sei der Cashflow aus dem operativen Geschäft auf 36,4 Milliarden Taiwan-Dollar nach oben geschossen, doch da die Investitionen auf 44,1 Milliarden Taiwan-Dollar kräftig gestiegen seien, habe ein Free Cashflow von minus 7,7 Milliarden Taiwan-Dollar zu Buche gestanden, also ein deutlicher Cash-Abfluss.

Bei der Zahlenvorlage am 29. April habe das Management eine überzeugende Prognose abgegeben. Demnach solle der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 7 bis 9% steigen.

Dabei solle die Ebit-Marge gegenüber dem Vorquartal um 50 bis 120 Basispunkte verbessert werden.

Zudem habe das Management die Investitionsprognose für das Gesamtjahr erhöht, nachdem 2025 2,1 Milliarden US-Dollar in den Bau von Gebäuden und Anlagen sowie 3,4 Milliarden US-Dollar in Maschinen geflossen seien.

Nun habe das Management die Investitionsprognose für Gebäude/Anlagen für 2026 auf 3,0 Milliarden US-Dollar aufgestockt, statt sie auf dem 2025er-Niveau von 2,1 Milliarden Dollar stabil zu halten. Zudem sollten 5,5 Milliarden US-Dollar in Maschinen fließen, statt der zuvor avisierten 4,9 Milliarden Dollar. Damit wolle das Unternehmen seine gute Marktposition festigen und die Kapazitäten ausweiten. Damit würden die Investitionen insgesamt von 5,5 Milliarden US-Dollar für 2025 auf 8,5 Milliarden US-Dollar für 2026 nach oben schießen.

Auf mehrmalige Fragen von Analysten habe das Management eingeräumt, dass daher der Free Cashflow im Gesamtjahr negativ sein dürfte. Zudem habe das Management signalisiert, dass die Investitionen 2027 weiter deutlich steigen könnten.

Analysten würden für 2026 einen Umsatzanstieg um 22,8% auf 792,6 Milliarden Taiwan-Dollar prognostizieren, 2027 solle es um 21,1% auf 960,1 Milliarden Taiwan-Dollar nach oben gehen, womit das starke Wachstum anhalten würde.

Dabei solle das Ebit 2026 um 86,5% auf 94,7 Milliarden Taiwan-Dollar nach oben schießen, gefolgt von einem Sprung von 49,8% auf 141,8 Milliarden Taiwan-Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge jeweils kräftig verbessern, von 7,9% auf 11,9% für 2026, gefolgt von 14,8% für 2027. Von derartigen Zahlen habe das Management von ASE früher nicht einmal träumen können.

Selbstverständlich seien die Schätzungen allerdings mit enormer Unsicherheit behaftet, schließlich könne niemand seriös vorhersagen, ob und wie lange der KI-Hype noch anhalten könnte, was die Preise auch in anderen Bereichen nach oben treibe.

Nach dem Kursrutsch liege der Börsenwert bei 2,66 Billionen Taiwan-Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 143,0 Milliarden Taiwan-Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 2,8 Billionen Taiwan-Dollar.

Das entspreche dem 19,8-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Die sehr hohe Bewertung zeige, welch enormes Wachstum in der Aktie eingepreist sei.

Und das 2027er-KGV liege bei 23,2.

Nach Ansicht Haidts könnte die Talfahrt der Aktie von ASE Technology kurzfristig weitergehen, weil sich die Aussichten für die Chip-/KI-Unternehmen zuletzt etwas eingetrübt hätten. Die weitere Kursentwicklung dürfte dann von der Quartalssaison der US-Hyperscaler abhängen, die am Mittwoch, dem 22. Juli, von Alphabet eröffnet werde. Und schlussendlich würden dann die Zahlen von ASE am 30. Juli rapide näher rücken. (Analyse vom 20.07.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (21.07.2026/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 21.07.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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