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AIXTRON: Starke Auftragslage, Umsatz und Gewinn über Erwartungen - Aktienanalyse




28.07.22 17:38
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - AIXTRON-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Michael Schröder vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der AIXTRON SE (ISIN: DE000A0WMPJ6, WKN: A0WMPJ, Ticker-Symbol: AIXA, NASDAQ OTC-Symbol: AIXXF) unter die Lupe.

AIXTRON profitiere weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung energieeffizienter Elektronikchips und Leistungs-Halbleitern. Folge: Im zweiten Quartal sei der höchste Auftragseingang seit 2011 verzeichnet worden, Umsatz und Gewinn hätten über den Erwartungen gelegen. Die Jahresprognosen seien bestätigt worden. Die Aktie notiere weiter knapp unter ihrem Jahreshoch.

Der Umsatz sei im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut die Hälfte auf 102,5 Millionen Euro gewachsen. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich auf 17,2 Millionen Euro verdreifacht. Unter dem Strich stehe ein Überschuss von 17,3 Millionen Euro nach 7,7 Millionen vor einem Jahr. Damit sehe Unternehmenschef Felix Grawert den Konzern auf Kurs zu den Jahreszielen.

Er kalkuliere mit Erlösen von 450 bis 500 Millionen Euro. Als operatives Ergebnis sollten davon 21 bis 23 Prozent hängen bleiben. Die Erwartungen stünden erneut unter dem Vorbehalt, dass globale Krisensituationen weiter keine signifikanten Auswirkungen auf die Entwicklung des Geschäfts hätten.

Beim Auftragseingang peile der Vorstandschef 520 bis 580 Millionen Euro an. Hier stünden nach sechs Monaten fast 283 Millionen Euro in den Büchern. Insgesamt hätten sich die Aufträge für Anlagen damit zuletzt auf gut 314 Millionen Euro summiert. Der größte Teil davon solle noch in diesem Jahr an die Kunden gehen, wie es weiter geheißen habe. Analystin Olivia Honychurch vom Investmenthaus Jefferies sehe AIXTRON auf Kurs, zumindest das obere Ende der Zielspannen zu erreichen, da wesentlichen Geschäftstreiber der letzten Monate noch an Schwung gewinnen dürften.

"Aktionär"-Leser würden wissen: AIXTRON sei ein Profiteur von Trends wie Energieeffizienz, Alternative Energien, Digitalisierung und Elektromobilität. Dabei komme dem Unternehmen der wachsende Einsatz sogenannter Verbindungshalbleiter zugute. AIXTRON stelle Anlagen her, die hauchdünne Schichten aus zwei Elementen auf spezielle Träger auftragen würden - Verbindungshalbleiter entstünden. Diese würden eine effizientere Energieleitung ermöglichen und hohe Temperaturen aushalten, was unter anderem für Schnellladetechnik große Vorteile biete. Aber auch Anlagen im Bereich Optoelektronik seien gefragt, angesichts des Wachstums von 3D-Sensorik.

Wie schon zum Jahresstart sei auch im zweiten Quartal die Nachfrage nach Anlagen zur Produktion effizienter Leistungselektronik auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) hoch gewesen. SiC-Bauteile würden unter anderem in Computer-Servern eingesetzt und böten auch Potenzial für die Verwendung in Hybrid- oder Elektrofahrzeugen.

Während AIXTRON bei GaN-Anlagen bereits eine marktbeherrschende Stellung habe, peile das Management dies perspektivisch auch bei den SiC-Anlagen an, habe jüngst Analyst Martin Marandon-Carlhian vom Investmenthaus Oddo BHF gesagt. Demnach sei das SiC-System von AIXTRON deutlich produktiver als das des Hauptwettbewerbers Tokyo Electron.

Und auch das Interesse an Anlagen zur Herstellung von Micro-LED sei hoch. Hier habe es die erste Order für Anlagen zur Volumenproduktion der Chips gegeben, die auf Bildschirmen und Displays stärkere Kontraste und kräftigere Farben ermöglichen würden. Sie würden als günstigere Alternative zu Oleds gelten. Experten würden hier viel Potenzial sehen. So habe Jefferies-Analystin Honychurch schon im späten Frühjahr, als Endkunden der Micro-Led, die dann von dessen Zulieferer AMS Osram kommen dürften, den iPhone-Konzern Apple vermutet.

Zunächst gehe es wohl nur um die Apple Watch, die im zweiten Halbjahr 2024 herauskommen werde, habe Honychurch gesagt. Ein mögliches MicroLed-iPhone, das ab dem zweiten Halbjahr 2026 denkbar sei, könnte für AIXTRON perspektivisch einen zusätzlichen Milliardenumsatz bedeuten, da dafür deutlich mehr Anlagen des Maschinenbauers gebraucht würden.

Im Zuge des Aufbaus der Produktionskapazitäten dürften in den kommenden Monaten weitere Bestellungen des Kunden eintrudeln, so Grawert in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Gespräche mit anderen potenziellen Kunden seien in unterschiedlichen Stadien. Insgesamt gehe der Konzernchef davon aus, dass 2023 ein bedeutender Umsatzanteil mit solchen Micro-LED-Anlagen generiert werde. Ein Trend, der sich 2024 fortsetzen sollte.

Die Auftragslage stimme die Unternehmensführung denn auch zuversichtlich, dass das Geschäftsvolumen in den kommenden Quartalen weiter anziehen werde. Daher seien die Vorräte weiter aufgestockt worden, was beim freien Mittelzufluss Spuren hinterlassen habe. So habe sich der Free Cashflow im zweiten Quartal auf vier Millionen Euro belaufen - fast 80 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Dabei scheine AIXTRON weiterhin von den Lieferkettenproblemen und dem Teilemangel, der viele Branchen seit Monaten belaste, kaum etwas zu spüren. Bereits im Mai habe Finanzchef Christian Danninger betont, dass "Lieferanten frühzeitig auf unser erwartetes Wachstum" vorbereitet worden seien. Das ermögliche es, Anlagen wie geplant zu liefern.

Gleichzeitig plane das Management gegen Ende 2022/ Anfang 2023 weitere Preiserhöhungen, um die steigenden Rohstoff, Energie- und Arbeitskosten auszugleichen, wie es in der Telefonkonferenz nach der Zahlenvorlage geheißen habe.

Mit der sich kontinuierlich verbessernden Wettbewerbsqualität dürfte AIXTRON im mehrjährigen Investitionszyklus eine führende Rolle einnehmen. Könne der Vorstand die hohe Nachfrage erfolgreich monetarisieren, dürfte die Aktie ihren Aufwärtstrend nachhaltig fortsetzen. Mit dem Sprung über das Jahreshoch bei 28,18 Euro würde das passende technische Kaufsignal generiert. (Analyse vom 28.07.2022)

Mit Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Aixtron befinden sich im AKTIONÄR Depot und im Real-Depot von DER AKTIONÄR.

Börsenplätze AIXTRON-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs AIXTRON-Aktie:
26,19 EUR +1,91% (28.07.2022, 17:37)

XETRA-Aktienkurs AIXTRON-Aktie:
26,13 EUR +0,77% (28.07.2022, 17:22)

ISIN AIXTRON-Aktie:
DE000A0WMPJ6

WKN AIXTRON-Aktie:
A0WMPJ

Ticker-Symbol AIXTRON-Aktie:
AIXA

NASDAQ OTC-Symbol AIXTRON-Aktie:
AIXXF

Kurzprofil AIXTRON SE:

Die AIXTRON SE (ISIN: DE000A0WMPJ6, WKN: A0WMPJ, Ticker-Symbol: AIXA, NASDAQ OTC-Symbol: AIXXF) ist ein führender Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde 1983 gegründet und hat seinen Sitz in Herzogenrath (Städteregion Aachen) sowie Niederlassungen und Repräsentanzen in Asien, den USA und Europa.

Die Produkte der Gesellschaft werden weltweit von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- oder organischen Halbleitermaterialien genutzt. Diese Bauelemente werden in einer Vielzahl innovativer Anwendungen, Technologien und Industrien eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise LED- und Displaytechnologie, Datenspeicherung und -übertragung, Energiemanagement und -umwandlung, Kommunikation, Signal- und Lichttechnik sowie viele weitere anspruchsvolle High-Tech-Anwendungen. (28.07.2022/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A0WMPJ6 A0WMPJ 28,16 € 14,33 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
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