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Novartis Aktie: Pipeline-Schock! Sind die schlimmsten Nachrichten jetzt vorbei?

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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Nach einer Serie schmerzhafter Rückschläge kommt für Novartis (ISIN: CH0012005267, WKN: 904278, Ticker-Symbol: NOT, SIX SWISS-Symbol: NOVN) plötzlich ein versöhnlicher Analystenton: HSBC hat die Aktie am 10. September 2026 von "reduce" auf das Rating "hold" hochgestuft und zugleich das Kursziel kräftig von 123 USD auf 136 USD angehoben. Verantwortlich für die aktuelle Novartis-Aktienanalyse ist HSBC-Analyst Rajesh Kumar. Die Botschaft ist bemerkenswert: HSBC sieht zwar noch keinen Grund für eine Kaufempfehlung, hält das Verhältnis von Chancen und Risiken nach dem jüngsten Kursrutsch aber für deutlich ausgewogener. Beim aktuellen US-Kurs von 139,77 USD liegt das Kursziel 136 USD allerdings rund 2,7 Prozent unter dem Marktpreis. Das Rating "hold" ist damit keine euphorische Kaufansage – sondern vielmehr das Signal, dass HSBC nach den jüngsten Hiobsbotschaften nicht mehr weiter auf fallende Kurse setzt.

"Der Pfad negativer Katalysatoren ist weitgehend abgearbeitet"

Der wichtigste Satz der HSBC-Aktienanalyse bringt die neue Haltung auf den Punkt. Rajesh Kumar argumentiert sinngemäß: "Der Pfad negativer Katalysatoren ist nach den aufeinanderfolgenden Studienfehlschlägen weitgehend abgearbeitet." Gemeint sind vor allem die Rückschläge bei Pelacarsen und Del-desiran, die das Vertrauen der Anleger in die Pipeline von Novartis innerhalb kürzester Zeit erschüttert haben. Genau hier setzt die Hochstufung an. HSBC glaubt nicht, dass plötzlich sämtliche Probleme gelöst wären. Die Bank geht vielmehr davon aus, dass ein erheblicher Teil der negativen Nachrichten inzwischen bekannt und im Aktienkurs verarbeitet ist. Das verändert die Risikorechnung: Wer zuvor mit weiteren Enttäuschungen argumentierte, muss nun berücksichtigen, dass die Erwartungen bereits deutlich gesunken sind.

Pelacarsen trifft einen der großen Zukunftshoffnungen

Besonders schwer wog der Rückschlag bei Pelacarsen. Das Medikament sollte durch die Senkung von Lipoprotein(a), kurz Lp(a), das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse reduzieren. Die entscheidende Studie konnte diesen erhofften klinischen Nutzen jedoch nicht überzeugend nachweisen. Für Novartis war das mehr als nur ein gewöhnlicher Pipeline-Rückschlag. Der Konzern hatte große Erwartungen an den Herz-Kreislauf-Bereich geknüpft, und Pelacarsen galt als ein potenziell bedeutender zukünftiger Umsatzträger. Das Scheitern erhöhte deshalb den Druck auf andere Entwicklungsprogramme und verstärkte die Sorge, dass Novartis künftige Patentverluste nicht schnell genug kompensieren könnte. HSBC verschließt vor diesem Problem nicht die Augen. Gerade deshalb ist das neue Rating "hold" wichtig: Rajesh Kumar sagt nicht, dass die Pipeline-Risiken verschwunden seien. Er signalisiert vielmehr, dass der Markt inzwischen einen erheblichen Teil davon eingepreist haben könnte.

Del-desiran macht die Lage noch brisanter

Kaum hatten Anleger den Pelacarsen-Schock verdaut, folgte mit Del-desiran der nächste Rückschlag. Der Wirkstoff gegen myotone Dystrophie Typ 1 verfehlte in einer entscheidenden Phase-III-Studie den primären Endpunkt. Für Novartis ist das besonders schmerzhaft, weil Del-desiran im Zuge der rund 12 Mrd. USD schweren Übernahme von Avidity Biosciences ins Portfolio gelangte. Damit geht es nicht nur um ein gescheitertes Medikament, sondern auch um die Frage, ob eine der größten strategischen Akquisitionen des Konzerns den erhofften Wert schaffen kann. Nach mehreren Pipeline-Rückschlägen geriet entsprechend auch die Kapitalallokation des Managements stärker in den Fokus.

HSBC bewertet diese Situation nüchtern. Die Enttäuschungen seien real, doch genau deshalb habe sich das Chance-Risiko-Verhältnis verändert. Rajesh Kumar formuliert die Kernaussage sinngemäß: "Das Risiko-Rendite-Verhältnis ist nun ausgewogener."

Der nächste große Test heißt RECHARGE

Für HSBC richtet sich der Blick nun schnell auf den nächsten Katalysator: die RECHARGE-Studien. Dabei untersucht Novartis Remibrutinib bei Hidradenitis suppurativa, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Die Phase-III-Programme RECHARGE-1 und RECHARGE-2 gehören zu den wichtigen anstehenden Pipeline-Daten des Konzerns.

HSBC erwartet, dass sich die Aufmerksamkeit der Investoren nach den jüngsten Fehlschlägen "rasch auf den nächsten wichtigen Katalysator – die RECHARGE-Studie – verlagern" werde. Genau diese Formulierung von Rajesh Kumar zeigt, warum die aktuelle Novartis-Aktienanalyse trotz aller Probleme konstruktiver ausfällt. Positive Daten könnten das Narrativ verändern. Nach Wochen, in denen fast ausschließlich über gescheiterte Studien gesprochen wurde, hätte Novartis plötzlich wieder die Chance, Vertrauen in seine Forschungsplattform zurückzugewinnen.

Doch HSBC warnt vor fallenden Gewinnschätzungen

Die Hochstufung auf das Rating "hold" bedeutet keineswegs, dass HSBC kurzfristig nur gute Nachrichten erwartet. Rajesh Kumar rechnet vielmehr mit einem weiteren Abwärtszyklus bei den Konsensschätzungen. Analysten könnten ihre Umsatz- und Gewinnprognosen nach den jüngsten Pipeline-Enttäuschungen weiter reduzieren. Das ist ein entscheidender Risikofaktor. Werden die Erwartungen für kommende Jahre gesenkt, kann selbst eine optisch günstigere Bewertung täuschen. Gerade Novartis steht vor der Herausforderung, den Rückgang wichtiger etablierter Produkte durch neue Medikamente zu kompensieren. HSBC sieht deshalb kurzfristig weiterhin Gegenwind. Die entscheidende Veränderung besteht lediglich darin, dass diese Risiken nach dem Kursrückgang nicht mehr automatisch ein "reduce"-Rating rechtfertigen.

Entresto erhöht den Druck auf die Pipeline

Ein weiterer zentraler Punkt der Investmentstory ist Entresto. Das Herzmedikament zählt zu den wichtigsten Umsatzbringern von Novartis, doch Patentabläufe und zunehmender Generikawettbewerb setzen das Geschäft unter Druck. Gerade deshalb sind erfolgreiche neue Medikamente so wichtig. Novartis muss beweisen, dass Produkte wie Kisqali, Kesimpta, Pluvicto, Scemblix und künftige Pipeline-Kandidaten die Lücke schließen können. Scheitern mehrere große Entwicklungsprojekte gleichzeitig, steigt der Druck auf die verbleibenden Wachstumssäulen erheblich. Das erklärt auch, warum HSBC trotz der Hochstufung lediglich beim Rating "hold" landet. Die Bank erkennt zwar, dass die Bewertung nach den Rückschlägen interessanter geworden ist. Für eine echte Kaufempfehlung fehlt aber noch der Beweis, dass die nächste Generation von Wachstumstreibern ausreichend stark ist.

Was für Novartis spricht

Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt Novartis ein hochprofitabler globaler Pharmakonzern mit mehreren etablierten Wachstumsprodukten. Der Konzern verfügt über starke Cashflows, eine breite kommerzielle Infrastruktur und erhebliche finanzielle Möglichkeiten, um Forschung, Entwicklung und Übernahmen zu finanzieren.

Hinzu kommt ein klassischer Börseneffekt: Je niedriger die Erwartungen, desto leichter können bereits durchschnittlich gute Nachrichten positiv überraschen. Nach Pelacarsen und Del-desiran ist die Stimmung deutlich vorsichtiger geworden. Sollte RECHARGE überzeugen oder sollten andere Pipeline-Projekte positive Daten liefern, könnte sich das Sentiment schnell drehen.
Genau darauf basiert die konstruktivere Haltung von HSBC. Die Novartis-Aktienanalyse ist keine Wette auf Perfektion, sondern auf eine Stabilisierung nach einer Serie außergewöhnlich negativer Nachrichten.

Was gegen Novartis spricht

Auf der anderen Seite bleiben die Risiken erheblich. Mehrere Fehlschläge in kurzer Folge werfen Fragen zur Produktivität der Pipeline auf. Gleichzeitig muss Novartis langfristig hohe Wachstumsraten liefern, obwohl wichtige Medikamente ihren Patentschutz verlieren. Hinzu kommt die Bewertung im Verhältnis zum neuen Kursziel. Beim aktuellen US-Kurs von 139,77 USD liegt das HSBC-Kursziel 136 USD bereits unter dem Marktpreis. Rein rechnerisch signalisiert die Aktienanalyse damit kein unmittelbares Aufwärtspotenzial. Anleger zahlen also bereits etwas mehr, als HSBC derzeit für angemessen hält. Für einen nachhaltigen Kursanstieg braucht Novartis deshalb neue operative Beweise – vor allem erfolgreiche Studiendaten und eine glaubwürdige Perspektive für das Wachstum nach 2030.

Fazit: HSBC sagt nicht "kaufen" – aber auch nicht mehr "verkaufen"

Die aktuelle Novartis-Aktienanalyse von HSBC ist vor allem deshalb spannend, weil sie einen Wendepunkt in der Wahrnehmung markieren könnte. Rajesh Kumar hebt das Rating von "reduce" auf "hold" an und erhöht das Kursziel von 123 USD auf 136 USD. Die Bank argumentiert, dass der "Pfad negativer Katalysatoren" nach den Fehlschlägen von Pelacarsen und Del-desiran weitgehend abgearbeitet sei und das Chance-Risiko-Verhältnis nun ausgeglichener erscheine. Das ist noch keine Liebeserklärung an die Novartis-Aktie. Beim aktuellen Kurs von 139,77 USD liegt das Kursziel 136 USD sogar leicht darunter. Doch nach einer Phase, in der praktisch jede neue Nachricht schlechter zu werden schien, ist bereits die Abkehr vom Rating "reduce" ein bemerkenswertes Signal.

Nun richtet sich der Blick auf RECHARGE. Liefert Remibrutinib überzeugende Daten, könnte Novartis zeigen, dass die Pipeline trotz der jüngsten Rückschläge noch Überraschungspotenzial besitzt. Scheitert dagegen auch dieser Hoffnungsträger, dürfte die Diskussion über das langfristige Wachstum erneut mit voller Wucht zurückkehren. Für Anleger lautet die entscheidende Frage daher: Waren Pelacarsen und Del-desiran bereits der Tiefpunkt – oder nur zwei Kapitel einer längeren Problemserie? HSBC entscheidet sich fürs Erste für die Mitte. Rating "hold", Kursziel 136 USD – und damit die vielleicht wichtigste Botschaft: Verkaufen um jeden Preis ist für Rajesh Kumar keine überzeugende Strategie mehr.

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Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 14. September 2026

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (14.09.2026/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 14.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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