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Ionis Pharmaceuticals Aktie: Pelacarsen scheitert - Kursziel runter, Optimismus bleibt

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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Ein klinischer Rückschlag trifft Ionis Pharmaceuticals Inc. (ISIN: US4622221004, WKN: A2ACMZ, Ticker-Symbol: ISI, NASDAQ-Symbol: IONS) - doch Morgan Stanley wirft die langfristige Investmentthese keineswegs über Bord. Analyst Michael Ulz senkt in seiner Aktienanalyse vom 8. September 2026 das Kursziel von 110 auf 104 USD, bestätigt gleichzeitig aber das Rating "overweight". Das ist eine bemerkenswerte Kombination: Morgan Stanley reagiert auf eine konkrete Enttäuschung, bleibt für die Ionis Pharmaceuticals-Aktie insgesamt jedoch ausgesprochen optimistisch. Beim aktuellen NASDAQ-Kurs von 55,87 USD liegt das Kursziel 104 USD satte 86,1 % höher. Während die Aktie aktuell weitere 1,5 % verliert, signalisiert Michael Ulz damit: Der Pelacarsen-Rückschlag kostet Wert – zerstört aber nicht die gesamte Wachstumsstory.

Der Grund für die Kürzung: Pelacarsen enttäuscht

Auslöser für die Anpassung bei Morgan Stanley ist Pelacarsen, ein von Ionis Pharmaceuticals entwickelter und an Novartis lizenzierter Wirkstoff gegen erhöhtes Lipoprotein(a). Die große HORIZON-Phase-3-Studie von Novartis erreichte ihren primären Endpunkt nicht. Für einen Wirkstoff mit erheblichem kommerziellem Potenzial ist das ein schwerer Rückschlag. Ulz reagiert konsequent: Morgan Stanley nimmt die erwarteten Pelacarsen-Umsätze aus seinem Bewertungsmodell heraus. Die belegte Kernaussage der Aktienanalyse lautet damit sinngemäß: Nach dem Verfehlen des primären Endpunkts der HORIZON-Phase-3-Studie berücksichtigt Morgan Stanley keine Pelacarsen-Umsätze mehr im Modell. Das erklärt, warum Michael Ulz das Kursziel von 110 auf 104 USD reduziert. Bemerkenswerter ist allerdings, was nicht passiert: Morgan Stanley stuft Ionis Pharmaceuticals nicht ab. Das Rating "overweight" bleibt bestehen.

104 USD trotz Pelacarsen-Ausfall: Das ist die eigentliche Botschaft

Genau hier wird die Morgan-Stanley-Aktienanalyse spannend. Ein bedeutender Pipelinewert verschwindet aus dem Modell, doch das Kursziel 104 USD bleibt fast doppelt so hoch wie der aktuelle Aktienkurs. Michael Ulz signalisiert damit indirekt, dass seine positive Einschätzung von Ionis Pharmaceuticals nicht an einem einzigen Wirkstoff hängt. Vom aktuellen Kurs von 55,87 USD bis zum Kursziel 104 USD fehlen 48,13 USD. Das entspricht rund 86,1 % Aufwärtspotenzial. Selbst nach der Kürzung von 110 auf 104 USD gehört Morgan Stanley damit klar zum bullischen Lager.

Warum Pelacarsen so wichtig war

Pelacarsen sollte erhöhte Konzentrationen von Lipoprotein(a), kurz Lp(a), adressieren. Hohe Lp(a)-Werte gelten als genetisch bedingter kardiovaskulärer Risikofaktor. Ein erfolgreicher Outcome-Nachweis hätte entsprechend einen großen potenziellen Patientenmarkt eröffnet. Das Problem: In der Medikamentenentwicklung reicht es nicht, einen Biomarker überzeugend zu verändern. Am Ende muss eine große klinische Studie zeigen, dass sich daraus ein relevanter gesundheitlicher Nutzen für Patienten ergibt. Genau an dieser entscheidenden Hürde enttäuschte HORIZON. Für Ionis Pharmaceuticals bedeutet das weniger potenzielle wirtschaftliche Erlöse aus der Novartis-Partnerschaft. Deshalb muss Michael Ulz den Wert dieses Programms in seiner Aktienanalyse reduzieren.

Morgan Stanley sagt trotzdem "Overweight"

Die wichtigste Frage lautet deshalb: Warum hält Morgan Stanley am Rating "overweight" fest? Die Antwort liegt in der Breite der Ionis-Plattform. Ionis Pharmaceuticals ist kein klassisches Biotech-Unternehmen, dessen gesamte Bewertung an einem einzigen Medikament hängt. Der Konzern hat über Jahrzehnte eine Plattform für RNA-basierte Medikamente aufgebaut und daraus eine breite Pipeline entwickelt. Die Antisense-Technologie zielt darauf, die Produktion bestimmter krankheitsrelevanter Proteine auf Ebene der RNA zu beeinflussen. Dadurch können theoretisch Zielstrukturen adressiert werden, die mit konventionellen Medikamenten schwierig zu erreichen sind. Für Michael Ulz bleibt damit trotz Pelacarsen ein erhebliches Portfolio an kommerziellen und klinischen Chancen übrig. Das Rating "overweight" zeigt, dass Morgan Stanley diesen verbleibenden Wert deutlich oberhalb der aktuellen Börsenbewertung sieht.

Ionis will vom Lizenzgeber zum eigenen Pharmakonzern werden

Strategisch besonders wichtig ist die Transformation des Geschäftsmodells. Ionis Pharmaceuticals war historisch stark von Partnerschaften mit großen Pharmakonzernen geprägt. Dieses Modell reduziert Entwicklungs- und Vermarktungsrisiken, begrenzt aber gleichzeitig den Anteil am wirtschaftlichen Erfolg eines Medikaments. Inzwischen baut Ionis zunehmend eine eigene kommerzielle Infrastruktur auf. Das verändert das Renditeprofil erheblich: Erfolgreiche eigene Produkte können deutlich höhere Umsätze und Margen liefern als reine Lizenzzahlungen. Die Kehrseite ist klar. Vertrieb, Markteinführungen und späte klinische Entwicklung kosten viel Geld. Ionis Pharmaceuticals muss deshalb beweisen, dass die Transformation nicht nur strategisch attraktiv, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich ist.

Donidalorsen wird zum wichtigen Test

Ein zentraler Baustein der Investmentstory ist Donidalorsen zur Behandlung des hereditären Angioödems. Für Ionis ist dieses Programm nicht nur wegen seines medizinischen Potenzials wichtig, sondern auch strategisch: Eigene erfolgreiche Produkte könnten zeigen, dass aus der Forschungsplattform ein kommerziell schlagkräftiges Biopharmaunternehmen entstehen kann. Je erfolgreicher solche Markteinführungen verlaufen, desto weniger abhängig wird die Bewertung von einzelnen Partnerprogrammen wie Pelacarsen. Genau diese Diversifikation ist nach dem HORIZON-Rückschlag wichtiger denn je.

Olezarsen liefert eine weitere Wachstumssäule

Auch Olezarsen gehört zu den entscheidenden Programmen von Ionis Pharmaceuticals. Das Medikament adressiert schwere Fettstoffwechselstörungen und unterstreicht, wie breit die RNA-Technologie des Unternehmens eingesetzt werden kann. Für Anleger kommt es jetzt zunehmend auf die kommerzielle Umsetzung an. Klinischer Erfolg allein reicht nicht mehr. Ärzte müssen die Medikamente verschreiben, Patienten müssen Zugang erhalten und Kostenträger müssen die Therapien erstatten. Gelingt Ionis dieser Übergang erfolgreich, könnte das Unternehmen von einem Pipeline-Biotech zu einem stärker berechenbaren kommerziellen Biopharmaunternehmen heranwachsen.

Chance 1: Das Kursziel 104 USD lässt enormen Spielraum

Die offensichtlichste Chance ist die Bewertung. Bei 55,87 USD liegt die Ionis Pharmaceuticals-Aktie rund 46 % unter dem Kursziel 104 USD von Morgan Stanley. Um das Ziel zu erreichen, müsste die Aktie rund 86 % steigen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein solcher Anstieg garantiert ist. Es zeigt aber, wie groß die Differenz zwischen der aktuellen Börsenbewertung und der Einschätzung von Michael Ulz ausfällt. Der Markt bewertet derzeit erhebliche Risiken – Morgan Stanley sieht dagegen trotz Pelacarsen genügend verbleibenden Pipelinewert.

Chance 2: Eine Plattform statt einer Ein-Produkt-Wette

Die technologische Plattform ist einer der größten Vorteile von Ionis Pharmaceuticals. Ein klinischer Fehlschlag ist schmerzhaft, muss aber nicht automatisch die gesamte Technologie infrage stellen. Unterschiedliche Wirkstoffe richten sich gegen unterschiedliche Zielproteine und Krankheiten. Eine breite Pipeline verteilt das Risiko auf mehrere Programme. Jeder zusätzliche klinische oder kommerzielle Erfolg kann wiederum zeigen, dass die Plattform reproduzierbar neue Medikamente hervorbringen kann. Genau deshalb ist das bestätigte Rating "overweight" von Morgan Stanley so bemerkenswert: Michael Ulz scheint den Wert der verbleibenden Plattform weiterhin hoch einzuschätzen.

Chance 3: Eigene Vermarktung erhöht den wirtschaftlichen Hebel

Wenn Ionis Pharmaceuticals Medikamente selbst vermarktet, behält das Unternehmen einen größeren Anteil des Umsatzes. Das erhöht das Risiko, aber auch den möglichen Gewinn. Bei erfolgreichen Produkteinführungen könnten die Erlöse deshalb deutlich stärker wachsen als in einem reinen Lizenzmodell. Gleichzeitig würde eine zunehmende Zahl eigener Produkte die Abhängigkeit von Meilensteinzahlungen großer Pharmapartner reduzieren.
Für eine langfristige Neubewertung wäre genau diese Entwicklung entscheidend.

Chance 4: Weitere Pipeline-Erfolge können Pelacarsen überkompensieren

Biotech-Bewertungen verändern sich häufig sprunghaft. Ein fehlgeschlagenes Programm kann Milliarden an Börsenwert vernichten, während positive Phase-3-Daten oder erfolgreiche Markteinführungen ebenso schnell neuen Wert schaffen können. Für Ionis Pharmaceuticals kommt es deshalb darauf an, dass andere Programme liefern. Mehrere positive Katalysatoren könnten den verlorenen Pelacarsen-Wert langfristig überkompensieren. Das Kursziel 104 USD zeigt, dass Morgan Stanley offenbar erheblichen Wert außerhalb dieses Programms sieht.

Risiko 1: HORIZON erinnert an die Härte der Biotech-Branche

Der Pelacarsen-Rückschlag ist gleichzeitig eine Warnung. Selbst biologisch überzeugende Wirkstoffe können in großen klinischen Studien scheitern. Zwischen einem verbesserten Biomarker und einem messbaren klinischen Nutzen liegt eine entscheidende Hürde. Für Anleger bedeutet das: Auch andere Pipelineprogramme besitzen Entwicklungsrisiken. Ein hoher theoretischer Pipelinewert darf niemals mit sicherem zukünftigem Umsatz verwechselt werden.

Risiko 2: Die kommerzielle Transformation kostet Geld

Der Aufbau eines eigenen Pharmageschäfts erfordert erhebliche Investitionen. Vertriebsteams, medizinische Außendienste, Marktzugang und laufende Forschung verursachen hohe Kosten. Sollten Produkte langsamer als erwartet wachsen, könnte Ionis länger hohe Verluste und Cash-Abflüsse verzeichnen. Das würde den Zeitpunkt verschieben, zu dem die operative Transformation auch in nachhaltigen Gewinnen sichtbar wird.

Risiko 3: Weitere Studienfehlschläge könnten das Vertrauen beschädigen

Ein einzelner Fehlschlag lässt sich bei einer breiten Pipeline verkraften. Mehrere Rückschläge in kurzer Folge wären problematischer. Dann könnte der Markt nicht mehr nur einzelne Wirkstoffe, sondern die Erfolgswahrscheinlichkeit der gesamten Plattform kritischer bewerten. Für die Ionis Pharmaceuticals-Aktie werden kommende klinische Daten deshalb besonders wichtig. Jeder Erfolg kann Vertrauen zurückbringen, jeder weitere Rückschlag würde die Risikoprämie erhöhen.

Risiko 4: Das hohe Kursziel ist kein Versprechen

Ein Aufwärtspotenzial von rund 86 % klingt spektakulär. Gerade bei Biotech-Unternehmen ist ein Analystenkursziel jedoch stark von Annahmen über klinische Erfolgswahrscheinlichkeiten, zukünftige Umsätze und Diskontsätze abhängig. Ändert sich nur eine dieser Annahmen, kann sich der faire Wert deutlich verschieben. Die Reduzierung des Morgan-Stanley-Kursziels von 110 auf 104 USD nach HORIZON demonstriert genau diesen Mechanismus.

Warum die Kürzung auf 104 USD fast bullish wirkt

Was Anleger jetzt beobachten müssen

In den kommenden Quartalen rücken die kommerzielle Entwicklung der eigenen Produkte, weitere klinische Daten und der Cash-Verbrauch in den Mittelpunkt. Besonders wichtig wird sein, ob Ionis Pharmaceuticals seine wachsende Produktpalette erfolgreich vermarkten und gleichzeitig die Entwicklung der Pipeline finanzieren kann. Positive Daten aus anderen Programmen könnten die Aufmerksamkeit schnell vom Pelacarsen-Rückschlag weglenken. Enttäuschungen würden dagegen zeigen, dass der Bewertungsabschlag der Aktie nicht unbegründet ist.

Fazit: Pelacarsen fällt aus – Morgan Stanley bleibt bei "Overweight"

Die neue Ionis Pharmaceuticals-Aktienanalyse von Morgan Stanley enthält auf den ersten Blick eine schlechte Nachricht: Analyst Michael Ulz senkt das Kursziel von 110 auf 104 USD. Der Grund ist eindeutig. Nach dem Verfehlen des primären Endpunkts der HORIZON-Phase-3-Studie entfernt Morgan Stanley die Pelacarsen-Umsätze aus seinem Bewertungsmodell. Doch die zweite Botschaft ist wesentlich optimistischer: Michael Ulz bestätigt das Rating "overweight". Beim aktuellen NASDAQ-Kurs von 55,87 USD liegt das Kursziel 104 USD rund 86,1 % höher. Morgan Stanley sieht damit selbst nach dem klinischen Rückschlag enormes theoretisches Aufwärtspotenzial.

Die Investmentthese verschiebt sich nun stärker auf die übrige Pipeline, die eigenen kommerziellen Produkte und die langfristige Qualität der Antisense-Plattform. Genau darin liegen zugleich Chance und Risiko: Gelingt die Transformation zum kommerziellen Biopharmaunternehmen, könnte die heutige Bewertung rückblickend niedrig erscheinen. Folgen weitere klinische Rückschläge, würde der Markt die Pipeline dagegen noch stärker diskontieren. Die Morgan-Stanley-Aktienanalyse ist deshalb kein Ignorieren des Pelacarsen-Problems. Michael Ulz zieht mit dem niedrigeren Kursziel 104 USD eine klare Konsequenz – hält mit dem Rating "overweight" aber ebenso klar daran fest, dass Ionis Pharmaceuticals weit mehr wert sein könnte als die aktuell 55,87 USD je Aktie.

Wenn Ihre Freunde bei "Antisense" nur an Unsinn denken, teilen Sie diesen Artikel – vielleicht steigt wenigstens deren Biotech-Wissen schneller als der nächste klinische Endpunkt.

Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 9. September 2026

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (09.09.2026/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 09.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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