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Commerzbank wäre eine kleinere Kapitalerhöhung besser gewesen?




26.04.11 16:11
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" raten Anlegern sich erst wieder ab Mitte Mai mit der Commerzbank-Aktie zu beschäftigen.

Die Commerzbank könne bzw. wolle nun große Teile des staatlichen Rettungsschirmes deutlich früher als erwartet zurückzahlen. Das könnte man zuerst mal als eine gute Nachricht interpretieren: Operativ laufe es leicht besser als erwartet. Das sei die Basis dafür, dass die Rückzahlung überhaupt möglich werde.

Das sei gut für die Kunden, weil sich die Kapitalstruktur der zweitgrößten deutschen Bank dramatisch verbessere (Kernkapitalquote sei bisher nur bei gut drei Prozent gewesen). Die Einlagen der Kunden seien damit wieder sehr sicher.

Das sei auch gut für die Bürger und den Staat, die das Geld auf Heller und Pfennig zurückbekommen würden, das sie im Rahmen des Rettungspakets im Zuge der Finanzkrise zur Verfügung gestellt hätten - wenn auch ohne Zinsen.

Überhaupt nicht gut sei es aber für die bisherigen Aktionäre, die die großen Verlierer der Kapitalmaßnahmen seien. Der ohnehin seit einem Jahr trotz freundlichen Aktienmärkten dahinsiechende Kurs der Aktie sei infolge der gigantischen Kapitalerhöhung nach einem kurzen anfänglichen Freudensprung sogar massiv unter Druck gekommen. Nach und nach seien die Details der Kapitalerhöhung durchgesickert, die eine massive Kapitalverwässerung verursachen würden.

Dieser Tage werde viel über die Modalitäten der Kapitalerhöhung diskutiert. Über die Comen, die Conditional Mandatory Exchangeable Notes, die eine Pflichtumtauschanleihe darstellen würden. Die Anteile an dieser Spezialanleihe würden Mitte Mai in echte Commerzbank-Aktien umgetauscht.

Die Konstruktion sei im Detail relativ kompliziert und noch immer seien nicht alle Details bekannt. Dennoch seien die Folgen nun gut abschätzbar: Der faire Wert dieser Comen liege bei etwa 4,50 Euro. Bezugsberechtigt seien alle Anleger, die am 6. April Commerzbank-Aktien im Depot gehabt hätten. Dadurch, dass die Kapitalerhöhung einen Umfang von 11 Milliarden Euro habe, der den bisherigen Wert der Commerzbank (Marktkapitalisierung ca. 7,5 Milliarden Euro) weit übersteige, würden Anleger sehr viele neue Commerzbank-Aktien bekommen.

Da viele aber ohnehin unzufrieden mit der Entwicklung der Aktie sein dürften, kommt es zu folgender Überlegung: Wenn ich neue Aktien zu 4,50 Euro eingebucht bekomme, die ich gar nicht unbedingt haben möchte, verkaufe ich doch meine alten Aktien nach dem Stichtag 6. April sofort - solange ich für diese noch deutlich mehr bekommen als die genannten 4,50 Euro, so die Experten vom "Geldanlage-Report". Arbitragehandel nenne sich das und dieser bringe die Aktie derzeit unter Druck.

Ärgerlich für Altaktionäre sei der enorme Umfang der Kapitalerhöhung und damit verbunden der niedrige Bezugspreis. Damit die Commerzbank überhaupt genug Zeichner finde, habe der Bezugspreis offenbar deutlich tiefer als erwartet gestaltet werden müssen. Auch dem Gesamtmarkt werde dabei einiges an Liquidität entzogen, was übrigens auch ein Grund für den zuletzt eher schwachen deutschen Aktienmarkt sein könnte, zumal es noch einige weitere Kapitalerhöhungen gegeben habe.

Aber zurück zur Commerzbank: Nach Abschluss der Kapitalmaßnahmen dürfte sich die Zahl der ausstehenden Aktien auf sage und schreibe 4,3 Milliarden erhöhen. Aktuell seien es gerade mal 1,34 Milliarden. Das führe natürlich dazu, dass die zuletzt publizierten Gewinnschätzungen je Aktie obsolet seien. Unter dem Strich werde eine Verwässerung des Gewinns pro Aktie von 52 Prozent eintreten.

Anschaulicher formuliert: Bei der Verteilung des Gewinnkuchens auf die einzelnen Aktien würden Aktionäre künftig um 52 Prozent kleinere Stücke bekommen. Ihr Anteil am Unternehmen falle also um mehr als die Hälfte, sofern sie die neuen Aktien nicht zeichnen würden. Der Gewinn je Aktie sei vor der Kapitalerhöhung für 2011 auf 0,57 Euro und für 2012 auf 1,37 Euro geschätzt worden. Nun würden für 2011 nur noch mit 0,17 Euro und für 2012 mit 0,66 Euro gerechnet.

Der Aufwärtstrend im operativen Geschäft und in der Folge die zu erwartenden Gewinnsteigerungen der Commerzbank, würden also nicht weiter helfen, weil sie nicht bei dem Aktionär ankommen würden.

Damit sei die Commerzbank ein gutes Beispiel dafür, warum die Experten Aktien mit hoher Verschuldung in ihren Premium-Briefen mit Musterdepots, zum Beispiel dem Trend Trader, meiden würden wie der Teufel das Weihwasser. Befreundete Trader würden sogar soweit gehen, dass sie die Aktie eines Unternehmens, das eine Kapitalerhöhung ankündige, sofort verkaufen würden. Es sei denn der Kurs der Kapitalerhöhung liege deutlich über dem aktuellen Börsenkurs, was aber sehr selten vorkomme.

Normalerweise gelte: Kapitalerhöhungen würden zumindest kurzfristig den Aktienkurs hemmen, so dass das darin gebundene Kapital keine Rendite bringe. Am besten sei es daher, nur Aktien von Unternehmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad und ausreichend hoher Liquidität zu erwerben, so dass die operative Expansion mit eigenen Mitteln gestemmt werden könne.

Eine kleinere Kapitalerhöhung wäre sicher verträglicher gewesen für die Kursentwicklung. Allerdings hätte die Commerzbank dann ab diesem Jahr hohe Zinsen an den Staat wegen der erhaltenen Staatshilfen bezahlen müssen. Experten hätten den Betrag auf ca. 1,5 Milliarden Euro taxiert. Wenn nun aber eine schnelle Rückzahlung erfolge, verbleibe ein Großteil dieses Betrages im Unternehmen, was natürlich für die Aktionäre als Eigentümer besser sei. So gesehen würden die Aktionäre auch von der Rückzahlung profitieren.

Aber halt, erst zukünftig. Wer sich einen Dank dafür erhofft habe, weil er der Commerzbank in schwierigen Zeiten als Aktionär treu zur Seite gestanden habe, der schaue in die Röhre.

Trotzdem würden die Experten bezweifeln, dass die Bankmanager um Commerzbank-Chef Martin Blessing bei der Entscheidung über die Höhe der Kapitalerhöhung in erster Linie das Wohl der Aktionäre im Sinn gehabt hätten. Der Staatseinstieg habe für die Manager nämlich noch einen anderen unangenehmen Nebeneffekt gehabt. Die Gehaltsobergrenze für wichtige Bankmanager sei solange der Staat bei der Commerzbank im Boot ist auf 500.000 Euro begrenzt. Das sei zwar ohnehin auch schon in 2010 durch Bonizahlungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich umgangen worden.

Künftig könne nun aber auch der nicht variable Gehaltsbestandteil wieder nach Belieben nach oben gefahren werden. Die Rechtfertigung laute: Nur mit einer hohen Gehaltszahlung könne das Unternehmen die Spitzenleute aus der Branche rekrutieren, die das Unternehmen in seiner schwierigen Lage besonders brauche.

Bleibe zu hoffen, dass davon dann irgendwann auch die Aktionäre profitieren würden. Wer seit Anfang der 90er-Jahre Commerzbank-Aktionär sei, habe heute nämlich immer noch keinen Cent an Kurssteigerungen verdient. Im Gegenteil: 1991 habe der Kurs noch bei über 10 Euro gelegen. Das eingesetzte Kapital sei damit also um über 50 Prozent geschrumpft, zumindest wenn man die Dividendenzahlungen außer Acht lasse.

Die Commerzbank-Aktie biete bis zum Abschluss der Kapitalmaßnahmen wenig Kurspotenzial. Anleger sollten sich erst wieder ab Mitte Mai mit der Aktie beschäftigen.

Wer bereits investiert ist, für den macht auf dem aktuellen Kursniveau von 4,43 Euro ein Verkauf der Commerzbank-Aktie auch keinen Sinn mehr, so die Experten vom "Geldanlage-Report". Ab Mai könnte sich wieder Aufwärtspotenzial ergeben, speziell vor dem Hintergrund der auf 2012er-KGV-Basis niedrigen fundamentalen Bewertung der Aktie. (Analyse vom 22.04.2011) (26.04.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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