Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Die Aktie der BASF SE (ISIN: DE000BASF111, WKN: BASF11, Ticker-Symbol: BAS, NASDAQ OTC-Symbol: BFFAF) bekommt erneut Gegenwind von JPMorgan. In der aktuellen BASF-Aktienanalyse vom 11. September 2026 bestätigt die US-Bank ihr Rating "underweight" und bleibt damit bei einer der skeptischeren Einschätzungen für den deutschen Chemiekonzern. Analyst Chetan Udeshi sieht trotz einzelner positiver Signale weiterhin keinen überzeugenden Grund, bei BASF offensiver zu werden. Die Börse reagiert empfindlich: Auf Xetra verliert die BASF-Aktie 3 % auf 51,74 Euro. Für Anleger stellt sich damit eine zentrale Frage: Ist die jüngste operative Stabilisierung der Beginn einer nachhaltigen Erholung – oder lediglich eine Verschnaufpause in einem strukturell schwierigen Branchenumfeld?
Wenn Sie jemanden kennen, der bei "Underweight" schon wieder an eine Chemie-Diät denkt: Teilen Sie diesen Artikel. Bei JPMorgan geht es diesmal eindeutig um die BASF-Aktie – Kalorien zählen hilft hier leider nicht.
Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 11. September 2026
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (11.09.2026/ac/a/d)
JPMorgan bleibt klar skeptisch
Chetan Udeshi von JPMorgan gehört seit Monaten zu den vorsichtigsten Analysten bei BASF. Das Rating "underweight" bleibt bestehen und zeigt, dass JPMorgan die Chancen der Aktie weiterhin geringer einschätzt als die Risiken. In seinen jüngsten Einschätzungen hatte Chetan Udeshi bereits darauf hingewiesen, dass BASF im zweiten Quartal "auch von Sondereffekten profitiert" habe. Genau darin liegt ein Kernpunkt der JPMorgan-Skepsis: Gute Quartalszahlen allein reichen nicht aus, wenn unklar bleibt, wie nachhaltig die zugrunde liegende operative Verbesserung tatsächlich ist."Geringe Visibilität" bleibt das Schlüsselproblem
Noch deutlicher wurde Chetan Udeshi zuletzt bei der Frage nach dem weiteren Jahresverlauf. Die breite Zielspanne von BASF für 2026 deute auf eine "geringe Visibilität" hinsichtlich der Fortsetzung der positiven Trends aus dem zweiten Quartal hin. Diese Aussage trifft einen wunden Punkt der BASF-Aktienanalyse. Denn Anleger können mit schwachen Zahlen umgehen, wenn der weitere Weg klar ist. Schwieriger wird es, wenn selbst das Management nur eine relativ breite Ergebnisbandbreite kommunizieren kann. JPMorgan sieht offenbar genau hier ein Problem: Der Markt könnte zu schnell von einer nachhaltigen Erholung ausgehen, obwohl die Nachfrage in wichtigen Chemie-Endmärkten noch nicht überzeugend genug ist.Warum BASF besonders stark vom Konjunkturzyklus abhängt
BASF ist kein defensiver Pharmakonzern und kein Softwareunternehmen mit hohen wiederkehrenden Erlösen. Der Ludwigshafener Konzern hängt stark von Industrieproduktion, Bauwirtschaft, Automobilindustrie, Konsum und globalem Handel ab. Wenn Kunden ihre Lagerbestände reduzieren oder Investitionen verschieben, spürt BASF diese Entwicklung unmittelbar. Genau deshalb ist die Chemiebranche extrem zyklisch. Für JPMorgan ist entscheidend, ob aus den zuletzt besseren Tendenzen tatsächlich ein breiter Nachfrageaufschwung entsteht. Solange dieser Beweis fehlt, dürfte Chetan Udeshi beim Rating "underweight" bleiben.Europas Chemieindustrie kämpft mit strukturellem Gegenwind
Neben der konjunkturellen Schwäche existieren langfristige Herausforderungen. Energiepreise, regulatorische Belastungen und globaler Wettbewerb setzen europäischen Chemieproduzenten unter Druck. Besonders chinesische Anbieter haben in verschiedenen Produktgruppen zusätzliche Kapazitäten aufgebaut. Das drückt weltweit auf Preise und Margen. Für BASF ist diese Entwicklung besonders relevant, weil der Konzern gleichzeitig eine große europäische Produktionsbasis besitzt. JPMorgan hatte bereits zuvor betont, dass struktureller Gegenwind in der europäischen Chemiebranche wieder stärker in den Vordergrund trete. Für die BASF-Aktie bedeutet das: Selbst eine konjunkturelle Erholung muss nicht automatisch zu den Margenniveaus früherer Zyklen führen.China ist Chance und Risiko zugleich
BASF setzt strategisch stark auf China und baut den Verbundstandort in Zhanjiang weiter aus. Das eröffnet enorme Chancen, denn China bleibt einer der wichtigsten Chemiemärkte der Welt. Gleichzeitig erhöht diese Strategie die Abhängigkeit von einem Markt, in dem lokale Wettbewerber zunehmend leistungsfähiger werden und erhebliche neue Kapazitäten aufbauen. Für Anleger ist deshalb entscheidend, ob BASF in China dauerhaft attraktive Kapitalrenditen erzielen kann. Genau hier wird die Bewertung schwierig: Wachstum allein reicht nicht, wenn neue Kapazitäten gleichzeitig den Preisdruck erhöhen.Die BASF-Aktie braucht mehr als nur Kostensenkungen
BASF reagiert auf den Druck mit umfangreichen Effizienzmaßnahmen und einer strategischen Neuausrichtung. Kosten werden gesenkt, Strukturen verschlankt und das Portfolio stärker fokussiert. Diese Schritte sind grundsätzlich positiv, doch aus Sicht eines skeptischen Analysten wie Chetan Udeshi lösen sie nicht automatisch das Nachfrageproblem. Kostensenkungen können Margen stabilisieren, aber sie können fehlendes Volumenwachstum nur begrenzt ersetzen. Damit eine nachhaltige Neubewertung der BASF-Aktie gelingt, braucht es neben Effizienzsteigerungen auch eine bessere Auslastung der Anlagen und eine stabilere Nachfrage.Chance 1: Eine zyklische Erholung könnte die Gewinne stark hebeln
Gerade weil BASF so stark zyklisch ist, liegt darin zugleich die größte Chance. Sollte sich die Industrieproduktion in Europa, China und Nordamerika stärker erholen, könnte BASF überproportional profitieren. Chemiekonzerne besitzen hohe Fixkosten. Steigt die Auslastung, können zusätzliche Umsätze deshalb einen besonders großen Effekt auf den Gewinn haben. Sollte die Nachfrage deutlich anziehen, könnte sich das Rating "underweight" von JPMorgan im Rückblick als zu vorsichtig erweisen.Chance 2: Kostensenkungen verbessern die operative Basis
Die laufenden Effizienzprogramme könnten BASF widerstandsfähiger machen. Je niedriger die strukturelle Kostenbasis, desto höher fällt bei einer späteren Nachfrageerholung der Gewinnhebel aus. Gerade am Standort Ludwigshafen versucht das Management, dauerhaft wettbewerbsfähiger zu werden. Gelingt die Umsetzung schneller oder umfassender als erwartet, könnte dies die Margen nachhaltig stärken.Chance 3: Portfolio-Maßnahmen können Werte freisetzen
BASF arbeitet daran, einzelne Geschäfte stärker eigenständig zu positionieren und Kapital gezielter einzusetzen. Solche Portfolioentscheidungen können für Aktionäre erheblichen Wert schaffen, wenn der Markt bislang Teile des Konzerns innerhalb des komplexen Verbundmodells nur unzureichend bewertet. Eine klarere Struktur könnte zudem Investoren helfen, die Profitabilität der einzelnen Bereiche besser einzuschätzen.Chance 4: Der Markt erwartet bereits wenig
Ein wichtiger positiver Faktor ist die niedrige Erwartungshaltung. Wenn Analysten wie Chetan Udeshi skeptisch bleiben und das Rating "underweight" bestätigen, ist ein Teil der Probleme bereits bekannt. Für eine positive Kursreaktion muss BASF deshalb möglicherweise nicht perfekte Zahlen liefern. Es könnte bereits reichen, wenn sich Nachfrage und Margen etwas besser entwickeln als befürchtet. Genau darin liegt die typische Chance einer zyklischen Turnaround-Aktie.Risiko 1: Die Erholung könnte sich erneut verzögern
Das größte Risiko bleibt eine schwache Industriekonjunktur. Wenn Kunden weiterhin vorsichtig bestellen und Lagerbestände niedrig halten, können sich Hoffnungen auf einen stärkeren Aufschwung schnell wieder verflüchtigen. JPMorgan verweist mit der "geringen Visibilität" genau auf diese Unsicherheit. Solange nicht klar ist, ob sich positive Trends nachhaltig fortsetzen, bleibt die Gewinnentwicklung schwer vorhersehbar.Risiko 2: Sondereffekte können das Bild verzerren
Chetan Udeshi hatte darauf hingewiesen, dass BASF im zweiten Quartal "auch von Sondereffekten profitiert" habe. Das ist für Anleger relevant, weil einmalige Effekte nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden dürfen. Wenn ein Teil der Ergebnisverbesserung nicht operativ wiederholbar ist, könnte die zugrunde liegende Entwicklung weniger stark sein, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Genau deshalb bleibt JPMorgan beim Rating "underweight".Risiko 3: China-Kapazitäten erhöhen den Preisdruck
Neue Produktionskapazitäten in Asien können globale Chemiepreise belasten. Selbst wenn die Nachfrage wächst, kann ein gleichzeitig steigendes Angebot verhindern, dass sich Margen deutlich verbessern. Für BASF ist das besonders problematisch, weil viele Basischemikalien relativ austauschbar sind. Preisdisziplin und Kostenvorteile werden deshalb entscheidend.Risiko 4: Europas Kostenproblem bleibt ungelöst
Hohe Energie-, Personal- und Regulierungskosten stellen einen strukturellen Nachteil europäischer Chemieproduktion dar. BASF arbeitet daran, diesen Nachteil zu reduzieren, doch vollständig beseitigen lässt er sich kurzfristig kaum. Sollte Energie in Europa dauerhaft deutlich teurer bleiben als in Nordamerika oder Teilen Asiens, könnte dies die Profitabilität langfristig begrenzen.Warum der Kursrückgang um 3 % zur JPMorgan-Sicht passt
Die BASF-Aktie verliert aktuell auf Xetra 3 % auf 51,74 Euro. Eine solche Reaktion zeigt, wie empfindlich Anleger weiterhin auf skeptische Analystenstimmen und Konjunkturrisiken reagieren. Gerade zyklische Aktien werden stark über Erwartungen gehandelt. Sobald Investoren daran zweifeln, dass eine Erholung schnell genug kommt, geraten Bewertungen unter Druck. Die Aktienanalyse von JPMorgan trifft deshalb auf einen Markt, der zwar Chancen auf einen Aufschwung erkennt, aber noch keinen eindeutigen Beweis dafür besitzt.Chetan Udeshi verlangt den Beweis für eine nachhaltige Wende
Die Kernbotschaft von Chetan Udeshi lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: BASF muss zeigen, dass bessere Quartale kein Strohfeuer sind. JPMorgan zweifelt nicht daran, dass Kostensenkungen, Portfolioarbeit und eine bessere Konjunktur grundsätzlich Chancen eröffnen. Die Bank sieht aber noch nicht genügend Sicherheit, dass diese Faktoren ausreichen, um die strukturellen Probleme der europäischen Chemiebranche zu überwinden. Deshalb bleibt das Rating "underweight" bestehen.Was Anleger jetzt beobachten sollten
Für die weitere Entwicklung der BASF-Aktie sind vor allem vier Punkte entscheidend: die Nachfrageentwicklung in den wichtigsten Endmärkten, die Auslastung der Produktionsanlagen, die Umsetzung der Kostensenkungen und die Margenentwicklung. Zusätzlich wird der Markt genau auf China achten. Gelingt es BASF dort, Wachstum mit attraktiven Renditen zu verbinden, wäre dies ein starkes Gegenargument zur skeptischen JPMorgan-Aktienanalyse. Bleibt der Preisdruck dagegen hoch, könnte sich Chetan Udeshis Vorsicht bestätigen.Fazit: JPMorgan bleibt der Spielverderber bei BASF
Die BASF-Aktienanalyse von JPMorgan liefert Anlegern keine Entwarnung. Chetan Udeshi bestätigt das Rating "underweight" und bleibt damit klar skeptisch. Seine jüngsten Kernargumente sind deutlich: BASF habe im zweiten Quartal "auch von Sondereffekten profitiert", während die breite Prognosespanne auf eine weiterhin "geringe Visibilität" bezüglich der Fortsetzung der positiven Trends hindeute. Für die BASF-Aktie ist das der entscheidende Konflikt. Die Chancen einer zyklischen Erholung, Kostensenkungen und einer strategischen Neuaufstellung sind real. Gleichzeitig bleiben schwache Nachfrage, Überkapazitäten, europäische Standortkosten und Preisdruck erhebliche Risiken. Beim aktuellen Xetra-Kurs von 51,74 Euro und einem Minus von 3 % zeigt der Markt, dass die Nervosität groß bleibt. Wer auf BASF setzt, wettet letztlich darauf, dass der Chemiezyklus schneller dreht, als JPMorgan und Chetan Udeshi erwarten. Bis dieser Beweis erbracht ist, bleibt die Bank beim Rating "underweight" – und damit auf der Seite der Skeptiker.Wenn Sie jemanden kennen, der bei "Underweight" schon wieder an eine Chemie-Diät denkt: Teilen Sie diesen Artikel. Bei JPMorgan geht es diesmal eindeutig um die BASF-Aktie – Kalorien zählen hilft hier leider nicht.
Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 11. September 2026
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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (11.09.2026/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 11.09.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.