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16.08.18 06:20
Marktstimmung: "Wenig Angst vor Ansteckung mit Krisen-Virus"

Trotz des Krisengefühls positionieren sich Anleger. Die einen steigen günstig ein, die anderen setzen auf fallende Kurse. Fraglich ist allerdings, ob das für einen echten Trend reicht.

 

Zusammenfassung

 

Obwohl die Aktienmärkte in der Zange politischer Konflikte zu stecken scheinen, haben sich hiesige mittelfristig orientierte Anleger positioniert. 5 Prozent der institutionellen Investoren sind in deutsche Aktien eingestiegen und 4 Prozent der privaten Anleger. Der Sentiment-Index der Profis ist auf +6 Punkte gestiegen. Und weil 5 Prozent der Privaten short gegangen sind, ist deren Sentiment-Index auf -5 Punkte gefallen.

 

Da der Index selbst unterm Strich zwar "nur" 230 Punkte verloren hat, im Verlauf aber sogar einige Punkte unter 12.300 gefallen war, glaubt Joachim Goldberg, dass die Käufer die niedrigen Preise zum Einstieg genutzt haben, während den Pessimisten die Gewinne noch nicht groß genug gewesen seien, um sie mit zu nehmen. Es seien weiterhin nur die aktiven Trader aktiv, nach Ansicht des Verhaltensökonoms etwa 10 Prozent der Befragten. Ein echter Trend fehle nach wie vor. Allerdings würden auch ausländische Investoren deutsche Aktien wieder vermehrt in ihre Depots nehmen, was dem DAX laut Goldberg eine gewisse "Robustheit" verschaffe.

 

15. August 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Hatte in der vergangenen Woche noch der Handelskrieg der USA mit China die Schlagzeilen beherrscht, war es jetzt die Türkei-Krise, die die Finanzmärkte in Atem hielt. Denn die türkische Währung hatte allein seit Anfang August vorübergehend fast ein Drittel ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren. Nicht zuletzt, weil US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf Türkei-Importe verhängte.

Tatsächlich ging vor allen Dingen zu Wochenbeginn die Angst vor einem Übergreifen der Türkei-Krise auf andere Schwellenländer um. Diese Angst vor Ansteckung, die die Akteure an den Finanzmärkten auch vor Aktienkäufen zunächst zurückschrecken ließ, stellte sich jedoch bereits kurze Zeit später als überzogen heraus. Denn die Krise der Türkei ist keineswegs, wie in einer ersten Reaktion befürchtet, mit der Asienkrise des Jahres 1997 zu vergleichen, an die sich die Akteure an den Finanzmärkten in einer ersten Schockreaktion erinnert fühlten.

So unangenehm der Anlass für die Abwärts-Reaktionen des DAX seit unserer vergangenen Erhebung gewesen sein mag, so willkommen waren diese zumindest für einen Teil der von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten Marktteilnehmer. Und zwar für diejenigen, die sich bereits seit Wochen aktiv zeigen und die die mit der eigentlich trendlosen Phase des DAX einhergehende Seitwärtsbewegung profitabel ausnutzen möchten. Dies zumindest lässt die Entwicklung unseres Börse Frankfurt Sentiment-Index vermuten, der um 5 Punkte auf einen Stand von nunmehr +6 Punkte gestiegen ist.

Dabei zeigt sich interessanterweise, dass sich der jüngste Optimismus und die ihm zu Grunde liegenden Käufe keineswegs aus denjenigen speisen, die sich in der vergangenen Woche auf die Bärenseite geschlagen haben. Vielmehr kommen die jüngsten Nachfrager fast ausschließlich aus dem Lager vormals neutral eingestellter Marktteilnehmer. Diejenigen, die den Aktienmarkt zuletzt von der Seitenlinie aus betrachteten, fanden das Einstiegsniveau für den DAX, das sich nicht allzu weit vom bisherigen Tiefpunkt während des Berichtszeitraums bei rund 12.295 DAX-Punkten befand, offensichtlich attraktiv genug, während für bereits engagierte Pessimisten ein Gewinn von 1,8 Prozent im Stichtagsvergleich offenbar nicht ausreichte, um als Rückkäufer aktiv zu werden.

Geteilte Meinungen

Bei den Privatanlegern ergibt sich indes ein anderes Stimmungsbild. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nämlich um einen Punkt auf einen Stand von -5 Punkte gefallen. Dennoch ist diese Gruppe keinesfalls untätig geblieben, denn die Polarisierung zwischen Bullen und Bären ist gestiegen - 9 Prozent aller befragten, vormals neutral eingestellter Marktteilnehmer haben nun eine klare Meinung und sich entsprechend positioniert.

Unter dem Strich hat sich die Stimmung der privaten und der institutionellen Anleger auseinander entwickelt. Und zwar aus unterschiedlichen Motiven. Während ein Teil der institutionellen Akteure derzeit offenbar durch Trading seine Performance aufbessern möchte - wir schätzen den Anteil dieser Investoren auf etwa 10 Prozent aller Befragten - scheinen sich die zuletzt aktiven Privatanleger für die kommenden Wochen positionieren zu wollen. Dabei geht die Meinung, wohin sich der DAX entwickeln könnte, stark auseinander.

Trotz dieser Stimmungsdivergenz zwischen privaten und institutionellen Anlegern weisen die jüngsten Erhebungswerte immer noch nicht auf einen neuen DAX-Trend hin. Dafür mangelt es ganz einfach an großen Schieflagen. Und so sind es überwiegend heimische Anleger, die den DAX derzeit bewegen. Immerhin zeigte die jüngste BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern, dass die Zahl derjenigen, die Aktien der Eurozone übergewichtet haben, zuletzt um 5 Prozentpunkte auf einen Nettosaldo von 17 Prozent per 9. August gestiegen ist. Und dies ist auch der Grund, warum wir dem Börsenbarometer auf dem heutigen Niveau zwar keinen neuen Trend, aber doch eine gewisse Robustheit zubilligen möchten.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt. 

Video-Kommentar von Joachim Goldberg

https://youtu.be/n7f8LBvwLgA

Sentiment-Index institutioneller Anleger



Bullish Bearish Neutral
Total 43% 37% 20%
ggü. letzter Erhebung +5% +0% -5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.390 (-210 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +6 Punkte (Stand Vorwoche: +1 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

Bullish Bearish Neutral
Total 37% 42% 21%
ggü. letzter Erhebung +4% +5% -9%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.390 (-210 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -5 Punkte (Stand Vorwoche: -4 Punkte)

15. August 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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