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20.11.08 15:29
Fresenius kaufen
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, stuft die Fresenius-Aktie (ISIN DE0005785604 / WKN 578560) weiterhin mit "kaufen" ein.

Wie sich im Rahmen der Q3-Berichterstattung gezeigt habe, habe die Übernahme des amerikanischen Herstellers für IV-Generika APP das Ergebnis der Fresenius SE belastet. Das unbereinigte Nettoergebnis habe im dritten Quartal bei -59 Mio. EUR gelegen. Im Sommer dieses Jahres habe Fresenius SE den Kauf (14,3x EBITDA 2008e bzw. für 4,6 Mrd. USD inkl. Schulden) von APP bekannt gegeben. Die Nettoverschuldung sei auf 8,6 Mrd. EUR (31.12.2007: 5,7 Mrd. EUR) gestiegen. Der Verschuldungsgrad (vor Sondereinflüssen) gemessen an der Kennziffer net debt/EBITDA sei damit per 30.9.2008 auf 3,7 (vgl. 2,6 per 31.12.07) gestiegen. Bis 2010 habe sich das Management zum Ziel gesetzt, dieses Verhältnis auf 2,5-3,0 zurückzuführen.

Mit dem Erwerb von APP Pharmaceuticals Inc, einem führenden nordamerikanischen Hersteller von intravenös (I.V.) verabreichten generischen Arzneimitteln mit Sitz in den USA, sei Fresenius Kabi nun auch in dem, aus Sicht der Analysten wichtigen, nordamerikanischen Markt präsent. Mit einem Marktanteil von rund 17% sei APP nach Hospira in den USA die Nr. 2 am Markt und verfüge über ein Portfolio von mehr als 100 Arzneimitteln für die Onkologie, Intensivmedizin, Anästhesie, Schmerztherapie sowie zur Behandlung von Infektionen. Hinzu komme eine gut gefüllte Pipeline mit weiteren 67 Produkten, von denen 25 kurz vor der Zulassung durch die FDA stünden.

Der US-Markt für generische IV-Produkte habe ein geschätztes Volumen von rund 3,6 Mrd. USD und gelte als relativ ertragsstark und sei nach Erachten der Analysten, im Vergleich zum Markt mit oral verabreichten Generika, nicht ganz so stark umkämpft. Dennoch dürfte die Volatilität des Geschäfts durch den Ausbau des Generikaanteils zukünftig steigen. Zudem sähen die Analysten trotz des breit angelegten Produktportfolios die deutliche Umsatz- und Ertragsabhängigkeit von Heparin (derzeitig noch Monopolstellung, nach Wegfall des Wettbewerbers Baxter).

Die jüngste und dritte Änderung der Guidance bezogen auf Umsatz- und EBITDA in diesem Jahr, reflektiere nach Erachten der Analysten die Schwierigkeit genaue Prognosen zur weiteren Geschäftsentwicklung abgeben zu können. APP erwarte nur noch Umsätze in Höhe von 765-785 Mio. USD anstatt wie bislang zwischen 800-820 Mio. USD und ein EBITDA zwischen 315-325 USD anstatt 325-350 Mio. USD. Mit Bekanntgabe der Übernahme durch Fresenius SE sei eine Guidance beim Umsatz zwischen 730-750 Mio. USD bzw. EBITDA zw. 285-300 Mio. USD in Aussicht gestellt worden. Offen bleibe, wann ein neuer Wettbewerber für Heparin auf den Markt komme.

Wenngleich es sich bei der APP-Übernahme nicht um ein Schnäppchen handele, würden die Analysten sie unverändert für strategisch richtig halten. Sie dürfte Fresenius Kabi künftig weiteres dynamisches Umsatzwachstum und attraktive Margen bescheren. Doch habe auch das Risiko eines Investments in Fresenius SE aus ihrer Sicht damit zugenommen. Ihre Schätzungen für 2009 und 2010 hätten sie im Nachgang zur Q3-Berichterstattung auf der Umsatz- und Ergebnisseite nochmals angepasst. Für 2009e würden sie nun ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 3,20 EUR (zuvor: 3,40 EUR) und für 2010e in Höhe von 3,68 EUR erwarten.

Aufgrund der viel versprechenden Wachstumsperspektiven sowie des defensiven Charakters sähen die Analysten Fresenius SE unverändert als attraktives Langzeitinvestment. Kurzfristig würden sie jedoch nicht ausschließen, dass die Aktie aufgrund der Belastungen durch die APP-Übernahme etwas unter Druck geraten könnte. Positiven Newsflow würden sie sich vor Jahresende zu Removab erhoffen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Fresenius-Aktie weiter mit "kaufen" ein. Das Kursziel werde von 63,00 EUR auf 50,00 EUR gesenkt. (Analyse vom 20.11.2008) (20.11.2008/ac/a/d)



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