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EXKLUSIV - Marktberichte
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04.03.22 21:25
Öl nähert sich der 120-Dollar-Marke - Die Unsicherheit am Ölmarkt treibt den Kurs weiter an
BNP Paribas

Paris (www.aktiencheck.de) - Im Zuge der russischen Invasion ist der Ölpreis kräftig gestiegen, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Nordsee-Sorte Brent habe sich zuletzt auf knapp 118 Dollar je Barrel verteuert, das höchste Niveau seit Juli 2014. Das US-Pendant WTI sei erstmals seit August 2013 über die Marke von 115 Dollar je 159-Liter-Fass gestiegen. Verbraucher würden dies unter anderem in Form höherer Benzin- und Heizkosten zu spüren bekommen: Sprit sei nie teurer als heute gewesen.

Die am Mittwoch von der Internationalen Energieagentur (IEA) angekündigte Freigabe von 60 Millionen Barrel aus den strategischen Ölreserven habe den Preisanstieg nicht wirklich gebremst. Dieser Schritt wirke eher symbolisch, da diese Menge einen Ausfall der russischen Öllieferungen von lediglich zwei Wochen abdecken würde. Wenig zur Beruhigung der Gemüter habe auch IEA-Chef Fatih Birol beigetragen, der die Lage an den Energiemärkten sehr ernst und die globale Energiesicherheit gefährdet sehe. Die OPEC+, zu deren Mitgliedern auch Russland zähle, halte derweil an ihren sukzessiven Produktionserhöhungen fest. Ab April möchten die 23 Ölländer ihre tägliche Fördermenge wie geplant um 400.000 Barrel pro Tag ausweiten, habe das Kartell am Mittwoch bekannt gegeben. Auf den Krieg in der Ukraine sei man im Abschluss-Kommuniqué allerdings nicht eingegangen. Stattdessen hätten die Vertreter der OPEC+ auf einen "ausgeglichenen Ölmarkt" und auf geopolitische Entwicklungen verwiesen, die für Volatilität sorgen würden. Der Markt preise zunehmend den Wegfall der Öllieferungen aus Russland ein. Ein Ende des Ölpreisanstiegs sei zwar möglich, erscheine aktuell aber nicht sehr wahrscheinlich. (04.03.2022/ac/a/m)


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