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01.12.21 15:00
Die Fed akzeptiert die Inflation als dauerhaft – und steuert gegen

Obertshausen, 01. Dezember 2021 – Fed-Chef Jerome Powell zeigt sich lernfähig: Mit einer kurzen Nebenbemerkung schickt er das Wort „vorübergehend“ in Bezug auf die Inflation in Rente. „Das ist an und für sich ein guter und ehrlicher Schritt, der ihn stärken könnte“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Weil er sich aber damit rechtfertigt, das schon immer gemeint zu haben und nur falsch verstanden worden zu sein, verliert er an Kraft.“ Und diese Kraft bräuchte Powell, um in den kommenden Monaten die Balance zu halten und die Märkte zu stützen.

 

Powell akzeptiert, dass die Preissteigerungen weitergehen werden, vielleicht mit geringerer Dynamik, aber immer noch stärker als von den Notenbankern gewünscht. „Die Inflationsraten bauen offensichtlich schon den Druck in der US-amerikanischen Bevölkerung auf, der die Fed zum Umdenken zwingt“, sagt Bente. „Powell hat das Wort ‚vorübergehend‘ jetzt ausgemustert“, so Bente. Dies mit der Begründung, er sei falsch verstanden worden. „Aber natürlich war das so gemeint, alle haben es so verstanden, nur die Fed lief wieder einmal auf der falschen Spur“, sagt Bente. „Jetzt ist die US-Notenbank erneut umgefallen, weil der Inflationsdruck zu hoch wird.“ Ein Zeichen der Stärke ist das nicht.

 

Dass es sich um eine Kehrtwende handelt, zeigt sich auch in einer weiteren Ankündigung Powells: Er deutete an, die Anleihekäufe schneller als bislang vorgesehen zu reduzieren oder auslaufen zu lassen. „Das ist eine erste Reaktion auf den steigenden Inflationsdruck“, so Bente. „Weitere Schritte sind möglicherweise auch notwendig bis hin zu Zinsschritten nach oben.“ Damit wird Powell den Märkten das nehmen, was sie seit Jahren dringend brauchen: nahezu unbegrenzte Liquidität. „Die Märkte sind abhängig und jetzt dreht der Lieferant des Stoffs den Hahn zu“, sagt Bente. „Das kommt nicht gut an, wie auch die ersten, kurzfristigen Reaktionen der Börsen gezeigt haben.“

 

Schon die Andeutung eines Politikwechsels der Fed erwischte die Märkte auf dem falschen Fuß. „Der Markt ist abhängig von der sehr lockeren Geldpolitik“, sagt Bente. „Und wenn sich die Fed wegen des zunehmenden Drucks anders verhalten muss, also die Aktionäre nicht mehr in jedem Fall mit stimulativer Geldpolitik heraushauen wird, steigen die Risiken im Markt.“

 


Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Das Fondsvolumen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten auf über 160 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

 

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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.



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