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09.03.20 17:19
Rohöl mit historischem Preissturz / Märkte im Panik-Modus

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die neue Woche begann mit einem Schwarzen Montag an den Börsen. Neben den Aktienmärkten bebten vor allem auch die Rohstoffmärkte. Auslöser der Turbulenzen waren gescheiterte Gespräche einiger großer Öl-Staaten. Aufgrund der Sorgen um die Weltwirtschaft, ausgelöst durch die Corona-Ausbreitung, und einer damit verbundenen geringeren Nachfrage nach Rohöl hatten die erdöl-exportierenden Länder über Förderkürzungen beraten.

Am Wochenende wurde jedoch klar, dass man sich nicht auf eine Förderkürzung einigen kann. Besonders Russland und Saudi-Arabien sind sich uneins, man konnte keine gemeinsame Vorgehensweise finden. Saudi-Arabien erwägt nun, seine Fördermenge in den kommenden Monaten zu erhöhen, was dann auch Russland zu ähnlichen Aktionen verleiten könnte. Auf den Nachfrageeinbruch würde dann ein erhöhtes Öl-Angebot treffen.

Infolgedessen gab es einen historischen Kursrutsch im Öl: Die Notierung fiel um rund 30 Prozent. Das ist der größte Einbruch seit dem Golfkrieg 1991. Neben der Sorge vor einem Konjunkturabschwung werden die öl-abhängigen Aktien abgestraft.

Crash am Ölmarkt

Angesichts des möglichen Preiskriegs kommt es am Montag zu einem regelrechten Rutsch am Ölmarkt. Am Montagmorgen fielen die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl um jeweils ca. 30 Prozent.  Das Öl der der Nordseesorte Brent kostet derzeit 35,96 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI rutscht auf 34,34 Dollar.

In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Öls der Sorte Brent seit Mitte 2017 dargestellt (in US-Dollar je Barrel, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):

 

 

Bereits in den letzten Wochen standen die Ölpreise unter massivem Verkaufsdruck. Die Sorge vor den Folgen der Corona-Krise belastete die Notierungen. Der Ausbruch des Coronavirus und die damit verbundene Schwächung der Konsumnachfrage lässt die Ölnachfrage sinken. Am stärksten sind die Fluggesellschaften und Reisekonzerne betroffen, da Flüge gestrichen und Reisen abgesagt werden. Im Zuge der Rezessionsängste verlor das Erdöl seit Jahresanfang deutlich an Wert. Aus heutiger Sicht hat der Energieträger seit Jahresbeginn die Hälfte seines Wertes verloren.

Freundliche Grüße aus Köln

Ihr


Bernd Raschkowski
Chefredakteur
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