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KOLUMNEN -
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11.12.19 08:07
Wilde Kurssprünge bei Carl Zeiss Meditec

Die am Freitag veröffentlichten Jahreszahlen von Carl Zeiss Meditec (CZM) waren unspektakulär. Große Abweichungen gegenüber den bereits bekannten vorläufigen Ergebnissen gab es nicht. Trotzdem verlor die Aktie des MDAX-Wertes in den ersten Handelsminuten fast 10 Prozent an Wert.

Als Begründung war zu lesen, dass die gleichzeitig avisierten Margenziele die Erwartungen des Marktes nicht erfüllt hätten. Dazu passt die Einschätzung der Analysten von Kepler Cheuvreux (Kursziel 80 Euro), die den Ausblick zum Wochenschluss als „konservativ und enttäuschend“ bezeichneten. Ganz anders fällt die Interpretation bei der Deutschen Bank aus. Die rechnen in den nächsten drei bis vier Jahren mit einem „starken profitablen Wachstum“ und haben deshalb ihr Kursziel deutlich von 89 auf 123 Euro angehoben. Vielleicht auch deshalb konnte sich die  CZM -Aktie im Anschluss so deutlich erholen, dass am Dienstag zeitweise sogar ein neues Rekordhoch bei über 115 Euro erreicht wurde. Im Tief war der Kurs am Freitagmorgen noch auf 99,60 Euro gefallen.

Rein und raus mit 7,5 Prozent Gewinn

Klaus Nielebock ( zepro ) hält den Medizintechnik-Spezialisten seit Mai 2018 ununterbrochen in seinem wikifolio interessante Werte. Kurzfristige Kursschwankungen nutzt er seitdem aber immer wieder für kleinere Trades. So auch diesmal. Am Freitagmorgen wurde bei Kursen von 105 Euro zugeschlagen, um die gekauften Stücke am Montagmittag zu 112,90 Euro mit einem Gewinn von 7,5 Prozent schnell wieder zu veräußern. Ein gutes Timing des Traders, der seine ersten Börsenerfahrungen mit dem Listing der Deutschen Telekom gemacht hat. Das vor vier Jahren eröffnete Musterdepot (plus 41 Prozent bei 15 Prozent Maximalverlust) notiert derzeit knapp unter Allzeithoch. Die Aktien werden nach „Trendfolge und Langfristentwicklung“ ausgewählt, wobei derzeit kein einziger Titel auf mehr als ein Prozent Depotanteil kommt. Bei einer Investitionsquote von trotzdem fast 80 Prozent ist das Portfolio entsprechend stark diversifiziert.

Einstieg fast am Korrektur-Tief

Deutlich konzentrierter ist das wikifolio Klein aber fein von Heribert Schwarzenberg (  HSG51 ). Das ist zu rund 70 Prozent investiert und besteht aus elf Aktien. Weit oben mit dabei ist auch Carl Zeiss Meditec, seit Mitte September Bestandteil des Depots. Der jüngste Rücksetzer wurde genutzt, um noch mal nachzulegen. Dabei erwischte der Trader mit einem Kaufkurs von 99,80 Euro fast exakt das Tief. Die Handelsidee basiert auf der mathematischen Berechnung eines „Wachstumskanals“. Voraussetzung für eine Depotaufnahme ist unter anderen, dass das durchschnittliche jährliche Kurswachstum der Aktie bei gleichzeitig geringerer Volatilität deutlich höher ausfällt als am Gesamtmarkt. Seit Mitte 2013 wurde so bei 24 Prozent Drawdown ein Plus von 87 Prozent erwirtschaftet. Das ist leicht weniger als beim MDAX und SDAX, aber eindeutig mehr als beim DAX.