Logo
Aktien des Tages - Nebenwerte
www.aktiencheck.de
12.09.19 14:40
Hyrican Informationssysteme: Streit geht in die nächste Runde - Aktienanalyse
AnlegerPlus

München (www.aktiencheck.de) - Hyrican Informationssysteme-Aktienanalyse von "AnlegerPlus News"

Das Thüringer IT-Unternehmen Hyrican Informationssysteme (ISIN: DE0006004500, WKN: 600450, Ticker-Symbol: HYI) wandelt sich immer mehr vom klassischen PC-Verkäufer zum Systemanbieter mit Fokus auf Dienstleistungen und Projekten, so Matthias Wahler von der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. innerhalb des Online-Magazins "AnlegerPlus News".

Mit dieser Ausrichtung behaupte man sich erfolgreich gegen die großen Player der Branche. Im Geschäftsjahr 2018 habe sich der Umsatz auf 39,8 Mio. Euro (Vj. 29,4 Mio. Euro) erhöht und es sei ein Jahresüberschuss von 297.000 Euro ausgewiesen worden. 2017 habe infolge von hohen Rückstellungen für die Zahlungen aus der Urheberrechtsabgabe noch ein Fehlbetrag von 3,55 Mio. Euro zu Buche gestanden. Mit dem Mittelabfluss hätten sich die liquiden Mittel von 19,5 auf 14,2 Mio. Euro reduziert. Das seien jedoch immer noch fast 3 Euro je Aktie. Die Eigenkapitalquote liege bei über 70%.

Das zentrale Thema bei Hyrican sei indes seit Jahren nicht das operative Geschäft, sondern die Klage der Deutsche Balaton AG gegen die kombinierte Sach- und Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus dem Jahr 2012. Nach Überzeugung des Investors habe diese Maßnahme allein dem Zweck gedient, eine Mehrheitsübernahme von Hyrican durch die Deutsche Balaton zu verhindern. Nach acht Jahren liege nun die letztinstanzliche Entscheidung des BGH zu dieser Klage vor. Erwartungsgemäß hätten sich die BGH-Richter den Urteilen der Vorinstanzen angeschlosse und bestätigt, dass die Ausgabe der Aktien rechtswidrig gewesen sei.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung am 23. August in Sömmerda, zu der sich nur noch eine Handvoll Aktionäre eingefunden habe, habe der Balaton-Vertreter als wesentliche Frage aufgeworfen, wie die Verantwortlichen nach diesem Urteil weiter würden verfahren wollen. Erwiesenermaßen hätten sie sich rechtswidrig verhalten und die Gesellschaft sei verpflichtet, diesen Zustand zu beseitigen. Seinen Vorschlag, die unrechtmäßig ausgegebenen Aktien einzuziehen, habe Vorstand Michael Lehmann zurückgewiesen. Als Erklärung habe er auf die Feststellung im BGH-Urteil verwiesen, wonach die Aktien mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam entstanden seien.

Die Deutsche Balaton habe nun Schadensersatzklage in Millionenhöhe eingereicht und sehe gute Chancen, dass diese Klage ebenfalls positiv entschieden werde. Allerdings werde es wohl wieder durch alle Instanzen gehen. Im Rahmen der diesjährigen HV habe die Deutsche Balaton zudem die Abstimmung über den Vertrauensentzug gegenüber Vorstand Michael Lehmann sowie die Zahlung einer Dividende von 1,90 Euro aus dem üppigen Cashbestand beantragt, der nach Überzeugung des Investors nicht in diesem Umfang benötigt werde. Die Verwaltung habe lediglich die Mindestdividende von 0,04 Euro vorgeschlagen. Erwartungsgemäß seien diese Anträge abgeschmettert worden. Eben wegen der rechtswidrigen Kapitalerhöhung im Jahr 2012 verfüge die Deutsche Balaton nicht über die Stimmenmehrheit.

Wer bei Hyrican das Sagen habe, sei allerdings offiziell nicht klar. Auf der HV habe die bis dahin nicht in Erscheinung getretene Rechtsanwältin Noreen Schädlich aus Erfurt rund 2,2 Millionen Aktien im Fremdbesitz vertreten und damit bei insgesamt knapp 4 Millionen anwesenden Aktien die HV-Mehrheit gehabt. Auf Anfrage des Balaton-Vertreters habe der Aufsichtsratsvorsitzende versichert, dass es keine Anhaltspunkte gebe, wonach Frau Schädlich Herrn Lehmann vertreten würde. Ansonsten hätten die Stimmen bei der Entlastung des Vorstands und der Abstimmung über den Vertrauensentzug ausgeschlossen werden müssen. Die Frage, wen sie vertrete, sei indes unbeantwortet geblieben. Ein Engagement in die Hyrican-Aktie scheine mit Blick auf die beschriebenen Vorgänge derzeit nicht empfehlenswert. (Ausgabe 09/2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Hyrican Informationssysteme-Aktie:

Börse Frankfurt-Aktienkurs Hyrican Informationssysteme-Aktie:
2,92 EUR 0,00% (12.09.2019, 08:03)

ISIN Hyrican Informationssysteme-Aktie:
DE0006004500

WKN Hyrican Informationssysteme-Aktie:
600450

Ticker-Symbol Hyrican Informationssysteme-Aktie:
HYI

Kurzprofil Hyrican Informationssysteme AG:

Die Hyrican Informationssysteme AG (ISIN: DE0006004500, WKN: 600450, Ticker-Symbol: HYI) hat sich seit 1990 als renommierter IT-Systemanbieter etabliert. Mit seinen qualifizierten Mitarbeitern stellt das Unternehmen kundenspezifische IT-Lösungen für in- und ausländische Kunden her. Sein Produktportfolio umfasst PCs, Notebooks, Server, Workstations und Peripherie. Die eigenen Produkte werden zunehmend durch die namhafter Hersteller ergänzt. Das Hyrican-Team betreut gewerbliche Kunden und öffentliche Auftraggeber von der Angebotsphase bis zur Realisation. Adäquate Serviceleistungen runden das Leistungsprofil ab. Der Einsatz neuester Technologien und die flexible Fertigung sichern die Wettbewerbsfähigkeit.

Im Wesentlichen liegt sein Erfolg in der schnellen und kompetenten Umsetzung von Kundenwünschen. Modernste Hilfsmittel für die Preisfindung, zur Abwicklung der Logistik und zur ständigen Kontrolle der Qualitätsmerkmale werden eingesetzt, um ständig das optimale Preis-/ Leistungsverhältnis für Kunden zu erzielen. Zahlreiche Auszeichnungen und Kaufempfehlungen tragen kontinuierlich zum Image als zuverlässiger Hardwarelieferant bei. Großen Wert legt das Unternehmen auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter, sodass es den Kunden die jeweils aktuellste Systemlösung unter Einhaltung aller relevanten Normen zur Verfügung stellen kann. Der Firmensitz befindet sich in Kindelbrück - ca. 40 km nördlich von Erfurt im Bundesland Thüringen. (12.09.2019/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2019, aktiencheck.de